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24h-Qualifikationsrennen: Prolog zum "Rennen des Jahres"

Auf die Fans wartet ein spannungsgeladenes Wochenende

Nürburg. Vorhang auf für die große Ouvertüre zum 24h-Rennen auf dem Nürburgring: Beim ADAC Qualifikationsrennen 24h-Rennen treffen an diesem Wochenende (14. bis 15. April) ein letztes Mal die wichtigsten Protagonisten aufeinander, die beim Langstreckenklassiker am Himmelfahrtswochenende im Mai um die Krone auf der Nordschleife kämpfen.

Über 90 Teams nutzen das Wochenende einerseits für den letzten Test unter Praxisbedingungen, doch es geht auch um wichtige Vorentscheidungen für die 24h: Bis zu 15 Plätze im Top-30-Einzelzeitfahren werden vorzeitig vergeben, und auch die beim 24h-Rennen eingesetzten Reifenspezifikationen müssen beim Qualifikationsrennen ihre Performance beweisen, um im Mai zugelassen zu sein. Ob beim Nachttraining am Samstag oder im Qualifying und anschließenden Sechs-Stunden-Rennen am Sonntag: Immer steht aber auch die spannende Frage im Hintergrund, welches Team und welches Fahrzeug wohl in diesem Jahr den begehrten 24h-Sieg auf der härtesten und längsten Rennstrecke der Welt einfährt. Symptomatisch dabei das Ergebnis des zweiten Laufs der mit den gleichen Fahrzeugen ausgetragenen VLN Langstreckenmeisterschaft vor einer Woche. Dort landeten mit Sieger BMW, Mercedes-AMG, Audi und Porsche vier unterschiedliche Marken auf den ersten vier Plätzen. Die Zeichen stehen also sehr gut für ein spannungsgeladenes 24h-Qualirennen. Wer es live erleben möchte, bekommt sein Ticket (15 Euro pro Tag für Erwachsene) an den geöffneten Tageskassen.

Die Nordschleifensaison 2018 hat es in sich – das bewiesen schon die bisherigen Läufe zur VLN-Langstreckenmeisterschaft, die nach dem gleichen technischen Reglement wie die 24h ausgetragen werden. Die Serie, in der sich die Teams traditionell auf den Saisonhöhepunkt beim 24h-Rennen vorbereiten, ist 2018 noch umkämpfter, vielfältiger und ausgeglichener als bislang. Eine deutliche Duftmarke konnte dabei Porsche setzen. Für die Zuffenhausener holte das 24h-Rekordsiegerteam Manthey Racing bei den beiden VLN-Läufen die Pole-Position und siegte im ersten VLN-Rennen. Daneben waren aber auch die GT3 von BMW, Audi und Mercedes-AMG voll konkurrenzfähig, und die Privatteams haben über den Winter das Fahren ebenfalls nicht verlernt. Gleich zum Saisonauftakt stand etwa der privat eingesetzte Ferrari 488 GT3 neben dem Porsche 911 GT3 R der Polesitter von Manthey in der ersten Startreihe. So ausgeglichen wirkte das Geschehen selten zuvor – das bestätigen auch die Piloten. Connor De Phillippi, der im Rowe-Racing BMW M6 GT3 mit Jesse Krohn den Sieg beim zweiten VLN-Lauf holte, beobachtete etwa: „Alle Fahrzeuge in der Spitzengruppe sind sehr nah beieinander. Porsche war heute auch wieder sehr stark. Allerdings hatte die 911 einen Kontakt. Auf dem Level, auf dem wir uns bewegen, gibt es keinen Raum für Fehler. Da muss alles perfekt sein.“

BMW bei VLN2 vorn – doch die Konkurrenz ist bestens aussortiert

 Die Vorzeichen für Hochspannung stehen bestens. Denn bei dem hohen Maß an Chancengleichheit, müssen die Piloten auf der Strecke alles geben. „Es waren harte Fights, heute wurde mit dem Messer zwischen den Zähnen gefahren“, schilderte der Black-Falcon-Pilot Maro Engel nach dem zweiten VLN-Rennen, den er im Mercedes-AMG GT3 als Zweitplatzierter abschloss: „Dieser zweite Platz macht uns happy. Rowe hat uns heute mit einer sehr guten Taktik überrascht und damit den Sieg herausgefahren. Wir können gut mit der Platzierung leben. Denn bei uns stand vor allem die Vorbereitung auf das 24h-Rennen im Mittelpunkt.“ Nun gibt es also die erste Chance zum Konter – denn Black Falcon tritt beim ADAC Qualifikationsrennen 24h-Rennen in Top-Besetzung an. Zwei von drei Mercedes-AMG GT3 des Teams laufen als offizielles Performance-Team der Stuttgarter. Mit Marco Engel, Adam Christodoulou und Manuel Metzger nehmen in der #4 dabei drei von vier Siegern des 24h-Rennens 2016 Platz. Die #1 allerdings trägt ein Audi: Das Land-Team hat sie sich mit dem Sieg beim 24h-Rennen im vergangenen Jahr verdient – und 2018 will Mike Rockenfeller beim Qualirennen versuchen, den Rennsieg beim Prolog zu wiederholen, den er 2017 noch für Phoenix einfuhr.

Dumas: „Komplizierter als Le Mans“

Auch Porsche hat besondere Eisen im Feuer: Manthey Racing bewies mit zwei VLN-Poles und einem Sieg, dass die 911 GT3 R in diesem Jahr auf Augenhöhe fighten. Und auch die Fahrerbesetzung ist exquisit. Mit Romain Dumas teilt sich ein zweifacher Le-Mans-Sieger und ehemaliger Langstrecken-Weltmeister das Cockpit mit Porsche- und Endurance-Spezialist Jörg Bergmeister. „Ich freue mich sehr auf das Qualifikationsrennen“, sagt der gebürtige Langenfelder. „Dort werde ich für Manthey-Racing fahren, beim 24h-Rennen selbst bin ich dann allerdings für eine andere Mannschaft am Start. Für mich wird es daher interessant sein, zu vergleichen, wie sich die Porsche 911 GT3 R der Teams unterscheiden werden. Ich hoffe aber, dass ich mit beiden Mannschaften ein gutes Resultat einfahren kann.“ Teamkollege Dumas, der im vergangenen Jahr noch in der Langstrecken-WM startete, freut sich ebenfalls auf die Herausforderung, auf die er sich am Wochenende vorbereiten wird: „Das 24h-Rennen am Nürburgring ist viel komplizierter als Le Mans“, sagt der Franzose. „Die Strecke ist wesentlich anspruchsvoller, es sind viel mehr Autos auf der Strecke und das Wetter ist auch immer ein Faktor. Auf 25 km sind hier sämtliche Wetterbedingungen möglich, worauf man jederzeit vorbereitet sein muss. Die 24h am Nürburgring machen definitiv mehr Spaß als Le Mans.“

Den Zeitplan zum 24h-Qualirennen gibt's hier.

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