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Mit dem Rad nach Thailand

Bremm. 27-Jährige aus Bremm startete am Montag in das Abenteuer ihres Lebens - und das mit dem Fahrrad.

Jana Schlägel ist eine junge Frau von der Mosel. Sie ist gelernte Krankenschwester und ein aufgeweckter, freundlicher Mensch. Dennoch hat sie vor Kurzem ihre Arbeit an den Nagel gehängt. Warum das? Jana möchte die Welt bereisen - und dies nicht irgendwie. Sie hat beschlossen, mit dem Fahrrad von Bremm an der Mosel nach Bangkok, der Hauptstadt Thailands, zu fahren. Vor ihr liegen rund 16.000 Kilometer.

In der Vergangenheit ist sie bereits zusammen mit einer Gruppe Wanderer innerhalb eines halben Jahres zu Fuß von Mexiko nach Kanada gegangen. Vor rund einem Jahr hatte sie eigentlich geplant, mit dem Auto zu fahren. "Als ich dann nochmal auf einem Fahrrad gesessen hatte, habe ich mich spontan umentschieden", berichtet Schlägel von ihrer Planänderung.

Nach dem Besorgen der nötigen Ausrüstung, wöchentlichen Praktika bei einem Cochemer Radhändler, um auf mögliche Probleme - wie kaputte Speichen oder eine gesprungene Kette reagieren zu können - und fleißiger Lektüre, ging es am Ostermontag los. Ganz alleine wollte sie aber nicht starten. Und so schrieb sie in den vergangenen Wochen mit dem Amerikaner Benjo, der sich bereit erklärt hat, sie zu begleiten. Das erste Treffen gab es am Ostersonntag - einen Tag vor dem Start. Einige Mitglieder ihrer Wander-Community aus Amerika kennen Benjo und sind sich sicher, dass die beiden gut miteinander auskommen und die Reise meistern werden. Daran hat auch Jana keinerlei Zweifel.

Ihre Familie blickt mit etwas anderen Augen auf das Vorhaben. "Die meisten Sorgen macht sich mein Papa. Meiner Familie wäre es am Liebsten, ich würde nicht fahren", erzählt die Bremmerin. Trotzdem kann sie auf ihre volle Unterstützung zählen. "Ich mache mir da nicht so viele Gedanken. Erst einmal bin ich ja noch in Europa. Der Rest wird sich ergeben", hält sie selbstbewusst fest. Telefonieren wird sie eher nach Gefühlslage. Auf dem Laufenden hält sie Freunde und Familie über einen Blog auf Facebook. Regelmäßigen Kontakt plant sie mit ihrer Schwester zu haben. Diese hat einen groben Überblick über die Route und wird auch ab und zu Pakete dorthin schicken, wo sich ihre Schwester gerade aufhält.

Ein besonderes Highlight fällt Jana nicht direkt ein. Für sie ist es am wichtigsten und auch am schönsten, erst einmal asiatischen Boden zu betreten und die, für sie neue und spannende Kultur des fremden Kontinents zu entdecken und erleben, da diese sich doch sehr von der gewohnten Umgebung in Europa unterscheide.

Die meisten Nächte werden die beiden Abenteurer wohl im Zelt verbringen. Allerdings wollen sie versuchen, regelmäßig bei Einheimischen unterzukommen, um noch tiefer in die Kultur eintauchen und am asiatischen Familienleben teilzuhaben zu können.

Angedacht ist für die gesamte Strecke eine Dauer von einem Jahr. Allerdings gibt es keinen fixen Zeitplan: "Schön wäre es, wenn wir im September in Tadschikistan oder Kirgistan wären", plant Jana grob (Tadschikistan und Kasachstan sind westliche Nachbarländer der Volksrepublik China). Sie ist ein sehr spontaner Mensch, wie einem schnell bewusst wird, wenn man mit dem aufgeschlossenen Moselanerin spricht. Auch ihre Zukunftsplanung beschreibt sie eher als offen. Sie ist sich sicher, als Krankenschwester wieder einen Arbeitsplatz zu finden. Und über zukünftige Abenteuer macht sie sich ebenso wenig Gedanken. Sie gibt sich gewohnt spontan und lässt alles auf sich zukommen.

Für ihre Reise wünscht der WochenSpiegel Jana nur das Beste und freuen uns schon, wenn sie glücklich und gesund zurückkommt, um von ihren Erlebnissen zu berichten.

Verfolgen können Sie ihre Reise auf Facebook, wo sie regelmäßig ihren Blog "Mit dem Rad von Bremm nach Bangkok - schneller ist weniger als man denkt" mit Eindrücken füllt: www.facebook.com/radreisebangkok

 

 

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