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Gladiators: 50. Heimspiel hatte Vorbild-Charakter

Trier. Durch einen 83:70-Sieg gegen Heidelberg sicherten sich die Römerstrom Gladiators ein weiteres Heimspiel am nächsten Montag, weil es innerhalb der Viertelfinal-Serie nun 1:1 steht.

Von Bernd Schneider und Vinzenz Anton                      

Ausgerechnet das 50. Heimspiel das letzte als Gladiators-Cheftrainer? Das kann Marco van den Berg nun nicht mehr widerfahren, da durch den Playoff-Ausgleich eine 51. Partie-Regie des Niederländers in der Trierer Arena gesichert ist. Unabhängig davon, welche Partei aus der Samstag-Partie in Heidelberg als Sieger hervorgeht.                   

Van den Berg wurde bislang bestätigt in seiner Prognose, dass er Beteiligter der längsten Viertelfinal-Serie sei, denn bei den drei anderen steht es jeweils 2:0. Daran wird deutlich, dass der Sieg zum Auftakt des mittleren Drittels ähnlich kostbar war wie ein Gemälde von Trainers Landsmann Vincent van Gogh, auch wenn dieser Vergleich noch so sehr hinkt. Überdies wuchs die allgemeine Zuversicht, dass der für die Halbfinal-Qualifikation unverzichtbare allererste Auswärtssieg gegen Heidelberg machbar ist. Dies liegt ein bisschen auch am Comeback von Johannes Joos. Der Gladiator mit den relativ meisten Korbpunkten wirkte erstmals nach exakt zwei Monaten wieder mit und bestätigte gleich, wie effektiv er ist. Nicht überrascht zeigte sich sein Coach von Joos'  stattlichen 18 Einsatzminuten: "Das war so unser Plan."

Schmikales "Durchbruch"                             

Seinen zweifellos bisher besten Auftritt in Trierer Diensten hatte Lucien Schmikale. Nachdem er schon vor der Halbzeitpause dem Trainer imponiert hatte, begeisterte er die Fans  schließlich mit drei Dreiern. Auf der Gegenseite ließ die Treffsicherheit hingegen gravierend nach: In der zweiten Halbzeit 16 Zähler weniger als in der ersten. Der Schwund hatte natürlich sehr mit der Defensiv-Qualität des Gegners zu tun, die durch Zahlen simpel belegt wurde: Die Gladiators verzeichneten dieselbe Punktezahl wie 75 Stunden zuvor in Heidelberg, während die Heidelberger um 16 unter ihrem Sonntags-Quantum blieben. Gladiators-Kapitän Simon Schmitz sah in der Defensive "den Schlüssel zum Erfolg" und verriet, dass just dieser Arbeits-Teil in der Halbzeitpause intensiv thematisiert worden sei. Teamkamerad Joos vollzog laut Schmitz eine "starke Rückkehr", und auch den jungen Schmikale und Thomas Grün zollte der "Dreier-König" der ersten Halbzeit große Anerkennung. Schmikale führte seine kleine Leistungs-Explosion darauf zurück, dass er sich sehr gut gefühlt habe, nicht zuletzt, weil er schon in der vorigen Partie relativ viel Einsatzzeit bekommen habe.   

lles in allem und auch wegen einiger begeisternder zielführender Kombinationen galt: Das Match, in dem aus einem 15:23 ein 30:23 wurde, hatte aus Gladiators-Sicht quasi Vorbild-Charakter für die mindestens zwei weiteren Viertelfinal-Spiele.                                  

Statistik                             

 

  • Die Zuschauerzahl 2721 war in Trier nur die siebtgrößte der Saison. Gründe waren wohl die Wochentägigkeit, die Fernsehübertragung des Bayern-Fußballspiels und das schöne Wetter. Immerhin wurde der Saison-Durchschnitt in Trier von 2531 auf 2543 erhöht. Zudem wirkte das Minus von 1446 gegenüber dem Saisonrekord sich überhaupt nicht auf Atmosphäre und Stimmung aus. Und: Die Heidelberger wären heilfroh, wenn sie bei einem Heimspiel mal mehr als 2500 Zuschauer hätten.
  • Nach nunmehr acht Begegnungen Trier-Heidelberg oder umgekehrt lautet die Bilanz 4:4, in Trier 4:0.  Wegen ihres Minusrekordes 46:84 vom Oktober 2016 haben die MLP Academics durchschnittlich mit 65:81 in Trier verloren, allerdings auch daheim mittelwertig 86:73 gegen Trier gewonnen.      .                
  • Die Viertel vom 11. April 2018 in der Separat-Betrachtung (aus Gastgeber-Sicht):  23:23,  22:20,  21:15,  17:12.                                           
  • Die Mitglieder des Gladiators-Teams und ihre Beiträge zu den 83 Korbpunkten in der ersten und zweiten Halbzeit (die Reihenfolge der Spieler ist an den Einsatzzeiten orientiert):  Schmitz (8+4),  Dranginis (0+1),   Bucknor (6+0),  Schmikale (2+11),  Grün (8+7),  Alston (6/6),  Joos (6+3),  Smit (2+0),  Shoutvin (7+6),  Hennen (0+0).  [absatz] Thomas Grün war erstmals Topscorer und stellte den persönlichen Tagesrekord ein. Simon Schmitz erzielte im ersten Viertel den 2500. Team-Punkt der Saison. Erfolgreichste Heidelberger des Abends waren (je 14) Shyron Ely und Evan McGaughey.                  
  • Die erfolgreichsten fünf Gladiators-Korbschützen nach 32 Saisonspielen:  Bucknor 363,  Joos 340,  Schmitz 333,  Dranginis 310,  Shoutvin 258.             

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