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Gladiators: Super-Start von Super-Endspurt übertroffen

Trier. Zweiter Playoff-Heimsieg der Römerstrom Gladiators gegen Heidelberg (89:88), zweiter Ausgleich in der Viertelfinal-Serie, deren Entscheidung nunmehr am Mittwoch in Heidelberg fällt. Ein vorzeitiges Playoff-Ende der Trierer lag sehr nahe, wurde jedoch mit einem begeisternden Endspurt verhindert.

Von Bernd Schneider

Im Playoff hat der in Trier angesiedelte Basketball-Zweitligist nur eine einzige Heimniederlage erlitten, ein 59:69 gegen Jena am 23. April 2016. Diese Ausnahmeerscheinung wird auf jeden Fall ihr zweites Lebensjahr vollenden. Denn das nächste Playoff-Geschehen in Rheinland-Pfalz wird es entweder am 24. April 2018 oder, Qualifikation vorausgesetzt, im April 2019 geben. Trainer Marco van den Berg hat sein 53. Lebensjahr noch nicht vollendet. Das ist aber nur eine Sache von gut acht Wochen. Ein 53. Gladiators-Heimspiel des Niederländers hingegen steht in Frage, setzt nämlich je einen Sieg in Heidelberg und gegen Crailsheim voraus. Dass Letzteres noch Thema bei den Gladiators ist (statt Urlaub), lag an einer unvergesslichen Schlussphase in der 22. Stunde der zweiten April-Hälfte: Nach Glück beim letzten seiner fünf Dreier machte Kapitän Simon Schmitz fünfeinhalb Sekunden vor dem Ende den MLP Academics mit Freiwürfen den Garaus. Dabei hatte sich Schmitz bei einem Sturz in der 17. Spielminute so verletzt, dass kurzfristig sein Ausscheiden befürchtet werden musste. Jedenfalls war da der übliche Ersttest wegen Gehirnerschütterungs-Befürchtung fällig. Dass die Trierer mit einem 58:68-Rückstand zurechtkommen mussten und sich auch danach noch lange in Zweistelligkeits-Nähe befanden, animierte den selber arg beeindruckten Trainer Marco van den Berg zu der Feststellung, dass seine Schützlinge Charakter gezeigt und nie den Kopf hängengelassen hätten. Der scheidende Coach ist für die bei 2:2 entscheidende fünfte Partie natürlich optimistisch. Und vielleicht hat ja Spieler Anton Shoutvin Recht, der sagt: "Jetzt ist das Momentum auf unserer Seite!"   

Sich selber beschenkt                         

Bei Lucien Schmikale, der den größten Qualitätssprung aller Gladiators-Spieler gemacht hat, war der unverzichtbare 19. Saisonsieg zweifellos ein schönes nachträgliches Geschenk zu seinem Geburtstag am Tag zuvor. Auch der blendende Start seines Teams war für den jetzt 21-Jährigen ein Grund zur Freude: Schon 102 Sekunden nach Spielbeginn standen drei Dreier und eine 11:4-Führung zu Buche, aus der sogar ein 22:8 gedieh. Doch Letzterem folgte ein 14:0-Lauf der Gäste, die sich (siehe oben) selber von der Verlierer-  auf die Siegerstraße beförderten. Verlierer-Trainer Branislav Ignjatovic beklagte hinterher verständlicherweise, dass seine Mannschaft in den ersten und in den letzten drei Minuten gravierende Schwächen gezeigt habe.                          

Die Schiedsrichter und unser Haar-Maßstab

Die drei Schiedsrichter verdienten sich eine Erwähnung. Unser kurzes Fazit: Je weniger Haare, desto weniger unparteiisch. Das andere Fazit vor der finalen Partie des Viertelfinales: Jede Partei hat eine aus ihrer Sicht "unnötige" Niederlage erlitten, in Spiel eins und in Spiel vier.

Bleibt noch zu vermerken, dass die Heidelberger einen Protest schalteten, weil Jermaine Bucknor ein Foul zu wenig angeschrieben worden sei.

Statistik

  • Die Zuschauerzahl 2957 war in Trier die sechstgrößte der Saison. Der Durchschnitt 2017/18 kletterte von 2543 auf 2567.
  • Nach nunmehr zehn Begegnungen Trier-Heidelberg oder umgekehrt lautet die Bilanz 5:5, in Trier 5:0.
  • Die Viertel vom 16. April 2018 in der Separat-Betrachtung (aus Gastgeber-Sicht):  27:26,  17:22,  23:28,  22:12.                               
  • Die eingesetzten Mitglieder des Gladiators-Teams und ihre Beiträge zu den  Korbpunkten in der ersten und zweiten Halbzeit (die Reihenfolge der Spieler ist an den Einsatzzeiten orientiert):  Bucknor (10+14),  Schmitz (9+10),  Alston (10+12),  Grün (7+0),  Schmikale (2+3),  Smit (0+4),  Dranginis (2+0),  Joos 2+2),  Shoutvin (2+0),  Henkel (0+0),  Nortmann (0+0).
  • Der 34-jährige Team-Senior Bucknor, dessen Dreier-Maschinerie repariert ist (fünf Distanz-Treffer), war zum achten Mal Topscorer.
  • Erfolgreichster Heidelberger des Abends war (24) Shyron Ely.
  • Die Zahl der Trierer Ballverluste bzw. Fehlpässe war zwar erneut zweistellig, aber nur halb so groß wie zwei Tage zuvor in Heidelberg (12:23).
  • Die erfolgreichsten fünf Gladiators-Korbschützen im Playoff 2018:  Alston 70,  Schmitz 65,  Bucknor 50,  Schmikale 39,  Shoutvin 36.
  • Die erfolgreichsten fünf Gladiators-Korbschützen nach 34 Saisonspielen:  Bucknor 403,  Schmitz 365,  Joos 353,  Dranginis 315,  Shoutvin 263.
  • Der allererste Gladiators-Sieg in Heidelberg hätte einen reizvollen statistischen Nebeneffekt: In der van-den-Berg-Zwischenbilanz läge dann Besseres vor als exakt halb so viele Auswärtssiege wie        -niederlagen (zur Zeit 18:36). 

Foto: Gladiators Trier

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