Gewohnt wird immer

Der Krise zum Trotz: Immobilenpreise steigen weiter

Ahr. Nicht nur rund 189.000 Menschen in Deutschland haben sich laut registrierten Fällen mit dem Coronavirus infiziert – auch die Wirtschaft ist betroffen. Der Immobilienmarkt in der Region jedoch blieb (bislang) verschont. Hiesige Makler sehen den Immobilien-Boom ungebrochen.

Die Corona-Pandemie sorgt - trotz der inzwischen gelockerten Corona-Beschränkungen - bei vielen Unternehmern noch immer für enorme Umsatzeinbußen, Mitarbeiter sind zum Teil bereits seit Monaten in Kurzarbeit und nicht jeder Arbeitsplatz wird erhalten bleiben können. Auf den hiesigen Immobilienmarkt jedoch scheint das zumindest derzeit keine merklichen Auswirkungen zu haben, wie ortsansässige Makler auf Nachfrage des WochenSpiegel erläutern.

Dominik Skiba von "Immobilien Skiba" in Adenau nimmt keinen Einbruch des Booms wahr: "Ganz zu Beginn der Krise war auf dem regionalen Immobilienmarkt etwas weniger Aktivität zu verzeichnen, weil die Menschen zunächst verunsichert waren. Das hat sich inzwischen aber wieder gelegt. Die Nachfrage nach Eigentum ist auf dem Niveau von vor dem Lockdown und teilweise ist sie sogar leicht gestiegen."

Und der Makler, der Immobilien in einem Umkreis von rund 20 Kilometern um die Stadt Adenau herum in seinem Portfolio hat, ist sich sicher, dass sich diese Entwicklung tendenziell auch in den nächsten Jahren fortsetzt. "Die Nachfrage - vor allem nach Wohneigentum - ist sehr groß, das Angebot hingegen ist deutlich kleiner. Dieses Verhältnis diktiert die Preise und die werden voraussichtlich auch weiterhin leicht steigen. Besonders die Stadt Adenau ist bei meinen Interessenten sehr gefragt", so Skiba.

Auch im Sektor der Gewerbeimmobilien erwartet der Adenauer Makler wenig Bewegung: "Es gibt mit Sicherheit Verlierer der Corona-Pandemie, aber andere wiederum profitieren von ihr. Zusammen mit dem 'gesunden' Leerstand, den wir in Adenau haben, sehe ich auch hier bislang keine große Immobilien-Krise auf uns zukommen."

Nach Dämpfer: Preise steigen weiter

Ähnlich schätzt auch Stefan Klimek, Geschäftsführer der "Klimek Immobilien GmbH" in Remagen, die Lage der Immobilienbranche im Kreis ein: "Nach einem kurzzeitigen Einbruch der Nachfrage und insbesondere des Angebots in den ersten zwei bis drei Wochen der Corona-Krise, sind wir jetzt wieder auf Vorjahresniveau."

Und die Aussichten für Kauf- oder Mietinteressenten würden sich eher nicht verbessern, glaubt Klimek. "Die Nachfrage nach Wohnraum ist immens. Die Nähe zu Bonn und Köln, die gute Infrastruktur sowie die Rheinlage in einigen Orten macht unsere Region besonders attraktiv. Das lässt die Preise weiter steigen." Anschaulich macht das vor allem ein Beispiel des Maklers. "Auf zehn Angebote für Eigentumswohnungen im Stadtgebiet Remagen, kommen derzeit über 1.000 Interessenten." Das schlage sich auch auf die Preisentwicklung nieder. In Bad Neuenahr-Ahrweiler habe es 2019 einen Preiszuschlag bei Mietobjekten von rund vier Prozent, bei Eigentum von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr gegeben. Im Raum Remagen sei der Preis für Mietwohnungen ebenfalls um vier Prozent und für Objekte, die zum Kauf angeboten worden seien, sogar um neun Prozent gestiegen.

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