Mal auf die Bremse treten

Bachem. Sie sind nicht nur in Bachem ein Problem: Autofahrer, die sich nicht an Tempobegrenzungen halten. Vor allem Kinder werden dadurch gefährdet. Die Bachemer mahnen jetzt mit einer Kampagne zur Aufmerksamkeit.

»Das heißt nicht Spielstraße, sondern verkehrsberuhigter Bereich«, ermahnt Bernd Walther, Mitglied des Ortsbeirats Bachem, neben dem rechteckigen blauen Verkehrsschild, das ein Haus, ein Auto sowie einen Erwachsenen und ein Kind beim Ballspielen zeigt. Wie man das Schild nennt, mag vielleicht egal sein. Doch was es bedeutet, weiß längst nicht jeder, so die Erfahrung von Walther. »Hier muss man Schrittgeschwindigkeit fahren«, würde sicher ein Großteil der Autofahrer sagen. Soweit richtig. Aber dass Fahrzeuge notfalls auf Fußgänger warten müssen, dass Parken nur auf gekennzeichneten Flächen erlaubt ist und Fußgänger die gesamte Breite der Straße nutzen dürfen, ist nicht jedem bekannt. Auch in Bachem nicht.

Nun hat der Ortsbeirat aber eine Informationsschrift erstellt und an alle Bachemer Haushalte verteilt. In ihr werden einige Verkehrszeichen erklärt, die in Bachem eine besonders wichtige Rolle spielen. Denn sieben der zehn Straßen im Stadtteil sind als verkehrsberuhigte Bereiche ausgewiesen. Hinzu kommen zwei Tempo-30-Zonen in der Neuenahrer Straße und der Himmelsburger Straße. Lediglich die St.-Pius-Straße südlich der Ahr lässt Tempo 50 zu. Da sich jedoch nicht alle Bachemer an diese Verkehrsregeln halten, hatte Ortsvorsteher Ulrich Stieber die Idee zur Verteil-Aktion, die vom gesamten Bachemer Ortsbeirat getragen wird. »Es gibt auch Eltern, die zu schnell fahren, um ihre Pänz auf den letzten Drücker noch irgendwohin zu bringen«, weiß Stieber. Die Rückmeldungen der Bachemer seien bislang positiv, so Stieber. Allerdings sind es bei Weitem nicht nur die Bachemer Fahrer, bei denen sich die Tachonadel bisweilen weiter von der Null entfernt als erlaubt. Um auch auswärtige Fahrzeugführer zu sensibilisieren, haben sich Ortsvorsteher und Ortsbeirat in Zusammenarbeit mit der Verkehrswacht des Kreises Ahrweiler für eine Kampagne unter dem Motto »Runter vom Gas« entschieden.

Diese Aktion für Verkehrssicherheit wird gefördert vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat. Fünf bis zu sieben Meter lange Spannbänder mit der markanten Aufschrift »Runter vom Gas« sollen ab sofort zu Beginn der verkehrsberuhigten Bereiche die Kraftfahrer zu einer gebremsten und angepassten Fahrweise anhalten. Vor allem die Sicherheit der Kinder hat der Ortsbeirat im Blick. »Bislang ist es glücklicherweise gut gegangen«, berichtet Stieber.
Cornelia Brodeßer von der Kreisverkehrswacht weiß, dass diese Banner tatsächlich eine Wirkung auf Autofahrer haben. »Wichtig ist allerdings, dass sie die Standorte wechseln«, ergänz sie. Zu schnell fahrende Autos sind nicht nur in Bachem ein Problem, wie Cornelia Brodeßer berichtet. Doch gerade in Bad Neuenahr-Ahrweiler sei die Verkehrssituation durch die zahlreichen Umleitungen aufgrund der vielen Baustellen derzeit problematisch.

Bald will die Kreisverkehrswacht den Bachemern aus ihrem Bestand eine LED-Tafel zur Verfügung stellen, die bei angepasstem Tempo einen lachenden und bei zu hohem Tempo einen traurigen Smiley anzeigt. Diese Anlage wertet gleichzeitig aus, wie viele Autos zu schnell vorbeigerauscht sind.
Außerdem will Stieber die Stadtverwaltung bitten, Geschwindigkeitskotrollen vorzunehmen – und zwar zu früheren Tageszeiten als bisher. »Bevor wir uns dann weitere Schritte überlegen, warten wir jetzt erst einmal die Reaktionen der Bürger ab«, kündigte er an.

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.