Integration ist die Herausforderung

Jobcenter verrichtet erfolgreiche Arbeit - Umzug geplant

Altkreis Monschau. 195 Langzeitarbeitslosen hat das Jobcenter in der Eifel zu einer Beschäftigung verhelfen können. Das ist fast jeder Dritte. »Da geht noch mehr«, versichert Geschäftsführer Stefan Graaf.

Simmerath (Fö). »Der Arbeitsmarkt wächst ständig, gerade auch in der Eifel«, frohlockt Stefan Graaf. Denn das hilft auch dem Jobcenter bei seiner Arbeit. Aktuell sind 3,5 Prozent aller Erwerbsfähigen in Monschau, Simmerath und Roetgen ohne Job. 1,4 Prozent fallen unter das »SGB II«, sind also potenzielle Kunden von Melanie Schmitz und ihren 14 Kollegen im Obergeschoss des Simmerather Polizeigebäudes.

Absolut sind das aktuell 975 Personen in 509 so genannten »Bedarfsgemeinschaften«. 55 Prozent davon sind übrigens Single-Haushalte. Ein Wert, der überraschen dürfte. »Da liegt die Eifel aber im deutschlandweiten Trend«, erklärt die stellvertretende Standortleiterin Melanie Schmitz.

Die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt werde durch den stetigen Zuzug von Asylsuchenden ausgeglichen, erklärt Geschäftsstellenleiter Marcus Alt, warum die Zahlen in den letzten beiden Jahren stagnieren. 2014 betrug der Anteil der »nichtdeutschen Personen« im Jobcenter Eifel 11,8 Prozent - heute sind es rund 30 Prozent.

»Sprachbarrieren und schlechte Mobilität sind die größten Probleme bei der Vermittlung von geflüchteten Menschen«, weiß Stefan Graaf.

Sorgen bereiten Stefan Graaf und seinen Mitarbeitern jedoch die »Schere« auf dem Arbeitsmarkt. »Wer keine Schul- oder Berufsausbildung hat und gering qualifiziert ist, hat es auch in wirtschaftlich guten Zeiten schwer, einen Arbeitsplatz zu finden«, weiß Graaf. 56,5 Prozent der Kunden des Jobcenters haben keine Ausbildung, 47 keinen oder »nur« einen Hauptschulabschluss. »Da nehmen wir auch unsere Kunden in die Pflicht, sich aktiv um eine Anstellung zu bemühen«, stellt Marcus Alt klar. Es gebe vielfältige Weiterbildungsmaßnahmen und bei erfolgreicher Integration könne dem Kunden ein »Coach« zur Seite gestellt werden, damit die Integration in den Arbeitsmarkt auch tatsächlich gelinge.

Umzug im Juni

195 Menschen konnten in sozialversicherungspflichtige Arbeit vermittelt werden - das sind 28,8 Prozent. 22 von ihnen sind Flüchtlinge (28,2%).

4,73 Millionen Euro kostet die Wahrung des »sozialen Friedens«, wie es Melanie Schmitz bezeichnet. 2,14 Millionen Euro trägt die Städteregion Aachen, der Rest kommt vom Bund.

Ganz nebenbei bereiten Melanie Schmitz und ihre Kollegen den Umzug in einen Neubau am Friedhofsweg vor. Dort werden ab Mitte Juni 473 Quadratmeter auf zwei Etagen bezogen. »Das hier ist kein akzeptabler Zustand - weder für Kunden noch für Mitarbeiter«, skandiert Schmitz. 15 Büro- und Besprechungsräume sind dann barrierefrei zugänglich.

Mehr auf www.jobcenter-staedteregion-aachen.de

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Hetzerath im ganz großen Stil

Hetzerath. „Das hat was Städtisches“, mit diesem Satz fassten Besucher der 950-Jahrfeier Hetzeraths am Wochenende ihren Eindruck zusammen. Für eine 2100-Einwohner-Gemeinde gilt das als höchstes Lob. Zwei Tage lang hat Hetzerath tatsächlich Enormes auf die Beine gestellt und Volksfestatmosphäre geschaffen. Feuer und Famme für Hetzerath  „Feuer und Flamme für unser Dorf“ hatten die Organisatoren als Motto auserkoren. Sie versprachen nicht zu viel. Echte Begeisterung kam bei den Aktiven auf der Bühne rüber und die enge Verbundenheit mit dem Dorf zeigte sich in der Menge und dem echten Interesse der Besucher, die am Samstagabend zur Eröffnung der zweitägigen Jubiläumsfeier das Bürgerhaus und am Sonntag die Straßen füllten. Dem Motto entsprechend zogen sich die Themen Feuer und Licht konsequent durch das Showprogramm zum Start ins Jubiläumswochenende. Die lokalen Akteure wie der Musikverein, der Mandolinenverein, die Garde, der Chor Klangart, ein Percussion-Quintett und der Gospelchor demonstrierten, moderiert von Walter Feltes, wie vielfältig das Mitmach-Angebot in der wachsenden Ortsgemeinde ist. Ein Zeichen für Vielfalt setzten auch die Gäste aus Uganda, die sich zum Schluss des dreistündigen Bühnenprogramms beim Gospelchor „Crossover“ einreihten, das Publikum mit ihrem Schwung von den Sitzen rissen und es nach draußen führten. In nächtlicher Kulisse wirbelte dort ein Artist mit Feuerjonglage atmosphärische Flammenbilder in die schwarze Nacht. Danach wurde es andächtig still zum Zapfenstreich bis um Mitternacht. Zapfenstreich? Noch lange nicht im Sinne von Sperrstunde. Mit Postkutsche und Römerexpress durchs Dorf Am Sonntagmorgen hatten die letzten Partygäste das Bürgerhaus erst vor wenigen Stunden verlassen, als die Ersten ihre Stände aufbauten. Vereine und Gewerbetreibende schufen entlang der Hauptstraße und am Engelshof Anlaufstellen, die das Publikum neugierig machten und einluden. Das von Häusern schützend  eingefasste Rondell „Goldenes Eck“ erwies sich über den Tag als idealer Platz für den Kunsthandwerkermarkt. Die behagliche Atmosphäre machte Lust, sich an den Ständen mit den Kreativen in einen Plausch einzulassen, sich selbst im Schriftsetzen zu versuchen, dem Bienenvolk eines Hetzerather Imkers unter seinen Erläuterungen zuzusehen oder der swingenden Liveband um Werner Knopp hinter dem Gartenzaun zuzuhören. An den Ständen beteiligte sich auch die Delegation aus Uganda. Mitarbeiter des Hetzerather Partnerprojektes Sharing Youth Centre in Kampala hatten Textilarbeiten mitgebracht und boten im Café der Kulturen Speisen an.  Wer das Dorf erkunden wollte, konnte dafür in die Postkutsche oder den Trierer Römerexpress zusteigen und fuhr an Oldtimern und Musikbands vorbei bis zum Engelshof, wo er sich ein Joghurteis aus der Privat-Molkerei gönnte und Kinder das legendäre Riesenkaninchen Willi, Küken und Wildschweine bestaunten. So weit dann doch so dörflich, aber eben auch so schön. Mit professionellem Management der vielen Beteiligten, denen Hand in Hand ein reibungsloser Ablauf gelungen ist, mit Ideenreichtum und Mut zum Großen, hat Hetzerath gezeigt, was geht. Und dabei auch noch die Verbindung von Tradition und Aufbruch geschafft. Text/ Fotos: Sybille Schönhofen„Das hat was Städtisches“, mit diesem Satz fassten Besucher der 950-Jahrfeier Hetzeraths am Wochenende ihren Eindruck zusammen. Für eine 2100-Einwohner-Gemeinde gilt das als höchstes Lob. Zwei Tage lang hat Hetzerath tatsächlich Enormes auf die Beine…

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