Wachsam und besonnen

StädteRegion Aachen bereitet sich auf Coronafälle vor

Altkreis Monschau. Vorsichtig sein und Gefahren erkennen, aber keine Panik verbreiten. Das ist die Vorgehensweise der Verantwortungsträger in der Städteregion Aachen und ganz NRW, wenn es um das Coronavirus geht. Handlungsempfehlungen gelten wie bei einer Influenza (Grippe).

Nach Bayern und Baden-Württemberg sind nun auch in Nordrhein-Westfalen erstmals zwei Patienten nachweislich an dem neuartigen Coronavirus erkrankt. Die Eheleute aus dem Kreis Heinsberg wurden gestern in das Klinikum nach Düsseldorf gebracht. Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier steht im ständigen Austausch mit allen relevanten Akteuren, darunter Vertreter des Gesundheitsamtes, der Rettungsdienste, der Feuerwehren, Ordnungsämter und Polizei. Zudem nimmt er an den Sitzungen des Krisenstabes teil und hat die Thematik heute mit der Monschauer Bürgermeisterin, den Bürgermeistern und dem Aachener Oberbürgermeister erörtert. „Alle Fachämter sind eingebunden. Wir stehen im laufenden Kontakt und können sofort reagieren, falls es auch in der StädteRegion Aachen zu Coronafällen kommt“, sagt Grüttemeier. Für Fragen hat das Gesundheitsministerium des Landes ein Bürgertelefon unter der Nummer 0211/8554774 eingerichtet. Außerdem kann man sich mit konkreten Fragen auch an die Behördennummer 115 wenden.

Entsprechende Maßnahmen werden vorbereitet

Zurzeit ist in der StädteRegion Aachen kein Corona-Verdachtsfall bekannt. Gleichwohl sind die Rettungsdienste und Krankenhäuser in Bereitschaft versetzt, entsprechende Maßnahmen sind vorbereitet. Derzeit sind keine Schließungen öffentlicher Gebäude (Schulen, Verwaltung, Kindergärten) oder die Absage von Veranstaltungen erforderlich. „Wir haben zurzeit eine sehr emotionale Lage rund um das Coronavirus. Wir weisen aber darauf hin, dass die Gefährlichkeit des Virus vergleichbar mit dem Grippevirus ist“, sagt  Dr. Monika Gube, Leiterin des Gesundheitsamtes.

Die Stadt Aachen wie auch die StädteRegion Aachen stehen in engem Kontakt mit dem zuständigen NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat am Morgen gesagt: „Die zuständigen Behörden gehen den Fällen nun mit Hochdruck nach, um eine weitere Verbreitung des Coronavirus so gut es geht zu verhindern. Es ist nicht auszuschließen, dass es weitere Fälle im Land geben kann. Aber unser Gesundheitswesen ist für solche Erkrankungen gut vorbereitet und aufgestellt.“

Richtiges Verhalten im Ernstfall

Im Dezember 2019 ist das neuartige Coronavirus Covid-19 in China erstmals entdeckt worden. Durch den weltweiten Reiseverkehr hat das Virus die Chance, sich auszubreiten. In Deutschland sind allerdings erst wenige Fälle bestätigt worden.

Zum richtigen Verhalten schreibt das Ministerium auf seiner Website: Personen, die sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben oder Kontakt mit einer an dem neuartigen Coronavirus erkrankten Person hatten und innerhalb von 14 Tagen Krankheitszeichen wie Fieber oder Atemwegsprobleme entwickeln, sollten ihre Ärztin oder Arzt aufsuchen.

Wichtig ist: vorher anrufen!

Patienten mit entsprechenden Symptomen werden gebeten, ihren Hausarzt beziehungsweise die Notarztpraxis zunächst telefonisch zu kontaktieren, um die weitere Vorgehensweise abzuklären. Die Notrufnummern 110 und 112 sollen dadurch nicht unnötig blockiert werden. Von Besuchen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sollte man bis auf Weiteres absehen.

Vorbeugung durch Beachtung von Hygieneregeln

Das Coronavirus Covid-19 wird durch eine sogenannte Tröpfchen- und Schmierinfektion übertragen, also etwa durch Niesen oder Husten. Zur Vorbeugung können daher jene Hygienemaßnahmen helfen, die auch bei anderen, klinisch ähnlichen Infektionskrankheiten angeraten sind. Dazu gehören: regelmäßiges Waschen der Hände, Nutzung von Einweg-Taschentüchern beim Husten, Niesen und Naseputzen und das Meiden von größeren Personenansammlungen.

Nordrhein-Westfalen ist gewappnet

Auf den ersten bestätigten Fall einer Coronainfektion in Nordrhein-Westfalen ist das Land gut vorbereitet, schreibt das Ministerium in einer Pressemitteilung vom heutigen Tag. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Arztpraxen, Krankenhäuser und Gesundheitsämter auf kommunaler Ebene. Bei ihnen werden sich mögliche Patientinnen und Patienten melden, dort werden die ersten Schritte für Testverfahren, eine eventuell notwendige Isolierung und die weitere Behandlung eingeleitet. Das NRW-Gesundheitsministerium hat eine übergeordnete Funktion, steht in ständigem Kontakt zur Bundesebene und zu den anderen Bundesländern über bisherige Erfahrungen und sinnvolle Maßnahmen. Über das angeschlossene Landeszentrum für Gesundheit (LZG) in Bochum findet insbesondere die Beratung der kommunalen Gesundheitsämter statt.

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