Es fehlt überall an Erziehern

AWO-Kindergarten Roetgen muss Betreuungszeiten einschränken

Roetgen. Die so genannte Randzeitenbetreuung soll jungen Familien mehr Flexibilität in der Kinderbetreuung bieten und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern. »Es scheitert nicht an Finanzen, sondern schlicht am Personal«, weiß Guido Dohmen, stellvertretender Geschäftsführer des Kreisverbandes Aachen-Land der Arbeiter-Wohlfahrt, die in Roetgen die Kindertagesstätte »Lummerland« betreibt.

Dort muss zum neuen Kindergartenjahr die Betreuungszeit auf eben jene gesetzlich vorgeschriebene neun Stunden täglich beschränkt werden - von 7.15 bis 16.15 Uhr. Bislang konnten Eltern ihre Sprösslinge bereits um 7 Uhr bringen und längstens bis 16.30 Uhr betreuen lassen. »Wenn ich diese Zeiten für zwei oder drei Kinder ermögliche und Erzieher dafür binde, fehlen diese dann an anderer Stelle«, sieht sich Dohmen in einem Dilemma. Fachkräfte zu finden sei schwierig, auch Bewerber um eine Ausbildung gebe es nicht genug, ebenso die Zahl an schulischen Ausbildungsplätzen.

Dass die Einschränkung die Eltern der insgesamt 71 Kinder, die von Einrichtungsleiterin Janina Obst und ihrem Team betreut werden, nicht freut, kann Dohmen verstehen. Nach einigen Gesprächen hätten aber alle die neuen Betreuungszeiten akzeptiert.

Eine Kündigung des Kindergartenvertrags sei nur notwendig gewesen, wenn die neue Regelung durch Ablehnung der Eltern gefährdet gewesen wäre. »Es gibt aktuell keine Alternative«, so Dohmen.
Das sei übrigens nicht nur ein Problem der AWO, auch andere Träger beklagen den Fachkräftemangel. »Randzeitenbetreuung wird es mittelfristig nur noch an einigen wenigen Standorten geben, wenn die personellen Probleme bestehen bleiben«, so Dohmen. Und diese könnten sich eher noch verhärten, wenn die »Babyboom«-Jahrgänge sich dem Rentenalter nähern...

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