Abenteuer am Rursee ist grenzenlos

Woffelsbach. »Das Camp hat mir großen Spaß gemacht, weil ihr alle so nett seid und euch um uns gekümmert habt.« Wer den Worten von Saskia lauscht und ihre strahlenden Augen sieht, der weiß, wie einfach es sein kann, anderen eine Freude zu bereiten. Die 21-Jährige mit geistiger Behinderung ist eine von 55 Teilnehmern des »4. Integrativen Segel-Jugendcamp« am Rursee.

»Zuerst durfte ich in Merzbrück das Fliegen lernen, jetzt bin ich das erste Mal auf dem Wasser gewesen - eine ganz tolle Sache.« Randi, 13 Jahre alt mit Migrationshintergrund, ist begeistert. Solche Sommerferien hat er noch nie erlebt. »Eine tolle Landschaft und ein sauberer See«, wirkt der Junge von den vielen, neuen Eindrücken überwältigt.

Eine bunt gemischte 50-köpfige Truppe hat ein fünftägiges Segelcamp am Rursee - besser gesagt am Wildenhof nahe Woffelsbach - verbracht: Etwa je zur Hälfte Jugendliche mit und ohne Handicap, Jungen und Mädchen, mit und ohne Migrationshintergrund, durch alle Gesellschaftsschichten hindurch, von Förderschülern bis zum Gymnasiasten, von 13 bis 27 Jahren, Jugendliche aus der Städteregion Aachen, den Kreisen Heinsberg, Düren und Eus kirchen, der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens und aus dem niederländischen Vaals.

»So kann Gesellschaft funktionieren«, zeigt sich Hans-Josef Hilsenbeck, stellvertretender Städteregionsrat, begeistert. Inklusion und Integration werde perfekt kombiniert, ergänzt Simmeraths stellvertretender Bürgermeister, Norbert Brewer. Unter dem Motto »Grenzenloses Abenteuer auf dem Rursee« wurde nun schon zum vierten Mal grenzüberschreitend das ehrgeizige Integrationsprojekt veranstaltet. Dank der Unterstützung der StädteRegion Aachen und der umliegenden Kommunen konnte die Ferienfreizeit kostenlos angeboten werden. Auch der Landschaftsverband Rheinland, die RWTH Aachen, der Aachener Boot-Clubs (ABC), auf dessen Gelände die Feriencamper ihre Zelte aufschlugen, sowie die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) unterstützten die Aktion.

»In der Woche am Rursee rücken alle eng zusammen ? durch gemeinsame Aktionen werden sämtliche Unterschiede und Vorurteile überwunden«, sagt Uschi Brammertz vom Verein zur Förderung von Integrativen Jugendcamps e.V., der die Camps seit mehreren Jahren organisiert. »Die Teilnehmer sind gesegelt, haben sich im StandUpPaddling versucht, aber auch beim Basteln ihrer Kreativität freien Lauf gelassen«, weiß Streetworkerin Lara Brammertz. »Dabei werden wie von selbst Teamgeist und Miteinander der Jugendlichen mit und ohne Handicap sowie Migrationshintergrund gefördert, Barrieren nachhaltig abgebaut und Freundschaften geschlossen, wie sie im Alltag wohl nicht möglich wären.«

Sozialpädagogen und viele ehrenamtliche Helfer haben den Jugendlichen eine unvergessliche Woche mit vielen neuen Eindrücken bereitet. »Es war beeindruckend, mit welcher Freude die Jugendlichen den oft schwierigen Alltag hinter sich gelassen und auf neue Abenteuer eingelassen haben«, erklärt Christina Bauer, die auf dem Rursee »StandUpPaddling« anbietet - so auch bei der Integrativen Ferienfreizeit in Woffelsbach. Und für Bauer wie für viele der über 50 Teilnehmer steht bereits jetzt fest: »Im nächsten Jahr wollen wir wieder dabei sein.«

Weitere Infos zum »Integrativen Segel-Jugendcamp« und zum veranstaltennden Förderverein gibt es unter www.jugendcampaachen.wordpress.com

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