Plaudern gegen den Corona-Blues

Alles über die Aktion "EifelOhr"

Eifel. Einfach mal mit jemandem reden? Einfach mal einem anderen zuhören? Das ist die Idee des »EifelOhrs«.

Es sind einsame Zeiten. Die Pandemie fordert, auf Beisammensein möglichst zu verzichten. Gerade alte Menschen sind aufgrund ihres erhöhten Risikos zusätzlich belastet, weil man sie besonders schützen möchte und deshalb auf Besuche verzichtet. Der Winter mit seiner Dunkelheit verschärft das Gefühl, allein zu sein.

Was kann man gegen die Einsamkeit tun? Was hilft, wenn wir traurig sind und sich der Corona-Blues aufs Gemüt legt? Um diese Zeit zu überstehen, hatten Marc Spiekermann und Thomas Schneider vom Caritasverband Westeifel eine Idee, durch die einsame Senioren und hilfsbereite Menschen via Telefon miteinander in Kontakt kommen können. Zu einem konkreten Angebot gewachsen ist der Gedanke dann im "Innovationslabor UnTiL" der Universität Trier (siehe Extra). Die Idee, alltägliche Kontakte in Telefonaten zu ermöglichen, wird seit April von verschiedenen Einrichtungen umgesetzt, so auch vom Caritashaus der Begegnung in Irrel. Zu normalen Zeiten ist das Caritashaus ein Treffpunkt mit generationenübergreifenden Freizeitangeboten, die vor allem von vielen Senioren wahrgenommen werden. Mit dem Lockdown ist es damit vorbei. Für manche bedeutet das kein Schwätzchen mehr, keiner mehr, dem man etwas erzählen kann, niemand, der einem zuhört.

Um diese Leere mit Nähe zu füllen, vermittelt das Caritashaus der Begegnung ehrenamtliche Mitarbeiter, die so genannten "EifelOhren". Im Namen steckt die Tätigkeitsbeschreibung: Sie hören viel zu. Bei ihnen kann jeder anrufen, der gerne ein bisschen reden möchte über das, was so gerade passiert oder worüber man nachdenkt. "Es tut gut, eine andere Stimme zu hören und auch die eigene Stimme davor zu bewahren, einzurosten", sagt Heike Moos vom Caritashaus.

Hier stehen bislang fünf Männer und Frauen für Gespräche am Telefon bereit. Sie telefonieren von Zuhause aus, an welchen Tagen und zu welcher Uhrzeit, vereinbaren die Gesprächspartner miteinander. Über was sie sich unterhalten, ist völlig frei.

Heike Moos stellt allerdings klar: "Es ist kein Beratungs- oder Seelsorgetelefon." Aber natürlich kann auch über Sorgen gesprochen werden. "Einsamkeit ist ein großes Thema", berichtet Heike Moos. "Viele sprechen über ihren Alltag", nennt sie ein anderes bestimmendes Thema. Damit die Chemie stimmt, wird auf gemeinsame Interessen geachtet. Ein Ehrenamtlicher hat zum Beispiel ein besonders offenes Ohr für die Themen Natur und Wandern. Sollten Unterhaltungen trotzdem nur schwerfällig in Gang kommen, wird geschaut, andere Gesprächspartner zusammenzubringen. Heike Moos wirbt um weitere Ehrenamtliche, die mitmachen. "Sie sollten einfühlsam und kommunikativ sein und keine Scheu haben, fremde Menschen anzurufen."

von Sybille Schönhofen

 

Extra: Innovationslabor

  • Im Labor UnTIl an der Uni Trier entwickeln soziale Unternehmen der Region innovative soziale Dienstleistungsmodelle. Am Anfang steht die Wahrnehmung von gesellschaftlichen Herausforderungen. Ein Team aus Wissenschaftlern unterstützt die Teilnehmer dann dabei, in Workshops gemeinsam aus einer Idee ein Geschäftsmodell zu entwickeln. 
  • Mehr Infos auf www.uni-trier.de


Info: Der Weg zum "EifelOhr"

Vermittlung von Anrufen

  • Caritashaus der Begegnung Irrel, Niederweiser Str. 31, Irrel
  • Tel.: 06525/ 93 39 5 - 0, Dienstag, Mittwoch und Freitag von 9 bis 12 Uhr
  • E-Mail an: E-Mail: hdb@caritas-westeifel.de


Standorte

  • VG Gerolstein - Michaela Merx, Gemeindeschwester plus, Caritasverband Westeifel e.V. und Rita Novaki, Mehrgenerationenhaus Gerolstein
  • VG Speicher - Thomas Schneider, Pflegestützpunkt, Caritasverband Westeifel e.V.
  • "Engagierte Stadt Bitburg" - Hedwig Disch, Vorsitzende Elisabeth-Konferenz Liebfrauen Bitburg in Kooperation mit dem Caritasverband Westeifel e.V.
  • VG Südeifel - Heike Moos, Caritashaus der Begegnung, Caritasverband Westeifel e.V.

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