Osann-Monzel: Wandern durch die Natur

Die Natur erwacht pünktlich zu Ostern

Osann. Bei strahlendem Sonnenschein und milden Temperaturen hat der Frühling überall in der Mosel-Region Einzug gehalten. Blumen und Tiere können trotz Kontakteinschränkungen auch bei privaten Wanderungen entdeckt werden.

Bei strahlendem Sonnenschein und milden Temperaturen hat der Frühling überall in der Mosel-Region Einzug gehalten. In den Weinbergen von Osann-Monzel leuchten wieder die gelben Weinbergs-Tulpen unter den noch kahlen Rebstöcken. Naturerlebnisbegleiter Karl Schweisel hat Hunderte von Weinbergsgeophyten, Tulpenzwiebeln in seinem Weinberg unterhalb des Aussichtsplatzes vergraben. Pünktlich zu Ostern werden  sie ihre Blüten öffnen.

Auch die wilden Traubenhyazinthen stehen in voller Blüte und bilden blaue Farbteppiche unter den Weinbergsstöcken. Wer Glück hat, entdeckt noch einen Milchstern, einer der ersten Frühlingsboten.Zu finden ist jetzt auch die Wolfsmilch, die am Wegesrand steht. Der Mauerpfeffer bedeckt mit einem bunten Farbspiel aus grün und rotweinrot die Wingertsmauern und erfreut das Auge der Wanderer.

Das Leben erwacht

Die Nist- und Bruthilfen für die Vögel sind jetzt ebenfalls rege besucht und in den noch kahlen Walnussbäumen gut zu finden. Wenn die Nachtfröste vorbei sind, sprießen dort die Knospen der Bäume. Beispielsweise bei der Birke, deren "Kätzchen" bald zu sehen sind.

"Nur schade, dass wir in diesem Jahr nicht mit all unseren Freunden zusammen feiern können", bedauern die Mitglieder des Heimat- und Verkehrsvereins Osann-Monzel. Eigentlich sollte jetzt die Frühlingswanderung zur Tulpenblüte stattfinden, die neuen Weine verkostet werden und der Grill zum ersten Einsatz kommen.

Jedoch darf sich jeder selbst auf den Weg machen, um die erwachsende Natur auf einer privaten Wanderung zu entdecken. Darunter mischen sich jetzt auch viele Frühblüher. 

Was sind Frühblüher?

Doch wieso bleiben diese Blumen nicht das ganze Jahr über erhalten? 

Jede Pflanzenart kann nur unter bestimmten Bedingungen an bestimmten Orten vorkommen. Frühblüher sind die Pflanzenarten, die als Erste im Jahr in Erscheinung treten. Bei den Frühblühern ist es in erster Linie das viele Licht, dass sie aus dem Verborgenen hervorlockt, denn sie benötigen für die Photosynthese ausreichend Sonnenenergie. Dabei nutzen sie zunächst das vorhandene, auf dem Boden liegende Laub, welches aufgrund der Sonnenbestrahlung wie ein kleines Treibhaus wirkt. Bevor die viel größeren Bäume und Sträucher blühen, neue Blätter bilden und ihnen das Licht "rauben", haben die Frühjahrsblüher schon alle lebensnotwendigen Stoffe (Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette) hergestellt, sich vermehrt und verblühen schließlich.

Bekannte Frühblüher sind der Bärlauch, Scharbockskraut, Leberblümchen und Schneeglöckchen, Waldmeister, Lungenkraut, Wald-Bingelkraut und Kriechender Günsel.

Nicht nur uns Menschen erfreuen die bunten Frühblüher mit ihrer abwechslungsreichen Farbenpracht. Auch viele Insekten profitieren von ihnen. So dienen sie Bienen und anderen Insekten als erste wichtige Nahrungsquelle im Jahr. Gerade völkerbildende Arten wie Honigbienen und Hummeln sind auf Frühblüher wie Krokusse angewiesen. Auch Schmetterlinge, zum Beispiel Kleiner und Großer Perlmutterfalter, nutzen verschiedene Veilchenarten als Futterpflanze.

Einige Frühblüher genießen besonderen Schutzstatus. So gelten zum Beispiel Schneeglöckchen, Krokusse, Märzenbecher, Schlüsselblumen und Traubenhyazinthen nach dem Bundesnaturschutzgesetz als besonders geschützte Arten. Danach ist es verboten die Pflanzen oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, sie oder ihre Standorte zu beschädigen oder zu zerstören.

Bei Rückfragen steht Desiree Berg von der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich, Tel: 06571/142466 zur Verfügung.

(Heimat- und Verkehrsverein Osann-Monzel, Hannelore Jacobi/red)

 

 

      

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