Mehr als ein Computerfreak

Seinsfeld. Kommt der Sänger des nächsten Sommerhits aus der Eifel? Sitzt der Produzent des nächsten großen Chart-Erfolges in der Region? Nur Wunschdenken? Nein. Mit der Gründung eines Tonstudios in Seinsfeld könnte das bald Realität werden.

Ein treibender Rhythmus, der von hellen Keyboardklängen begleitet wird, ertönt aus einer geöffneten Tür eines Nebenhauses in Seinsfeld. Hinter dieser Tür hat sich Dennis Weser vor wenigen Wochen unter dem Namen "DBR Studio" ein eigenes Tonstudio eingerichtet. Dort will der 22-Jährige zukünftig gemeinsam mit regionalen und überregionalen Künstlern als Produzent Lieder aufnehmen. "Ich möchte den Künstlern hier in der Region die Möglichkeit bieten, ihre Musik professionell aufnehmen und bearbeiten zu können. Die Musikrichtung ist mir dabei egal. Ich habe im Vorfeld lange nach solch einem Angebot gesucht, aber so etwas gibt es nach meinem Wissen hier in der Gegend nicht", sagt der Musiker.

Mit fünf schon am Klavier

Trotz seiner 22 Jahre kann Weser bereits auf eine mehrjährige Erfahrung in der Studioarbeit zurückblicken. Bereits mit 16 Jahren gründete der Deutsch-Belgier sein erstes eigenes Tonstudio in seinem früheren Wohnort im Raum Eupen. "Damals habe ich am Anfang mit einigen Leuten aus meiner Klasse gemeinsam Musik gemacht. Auch mit einigen Rappern, die in der Eupener Region zu Bekanntheit gelangten, habe ich erfolgreich zusammengearbeitet", erklärt der junge Mann.Dennis Weser selbst ist von Kindesbeinen an mit der Musik verbunden. Bereits mit fünf Jahren lernte er Klavier und startete seine Schullaufbahn an der Musikakademie in Eupen. Dort verbrachte er die nächsten zwölf Jahre. Im Alter von zwölf Jahren begann er sich dann stark für elektronische Musik zu begeistern - bis heute seine große Leidenschaft. Schon bald nahm er in diesem Bereich auch eigene Lieder auf. Nach dem Abitur folgte schließlich ein Musikstudium für Elektronische Komposition in Belgien. Nach seinem Umzug nach Seinsfeld, möchte Weser nun in Deutschland erfolgreich sein. Dabei setzt der junge Mann nicht nur auf sein Talent als Produzent, sondern auch auf seine Begabung als Komponist eigener elektronischer Songs. "Zur Zeit arbeite ich noch an einigen Liedern, die 2019 als EP oder als Album erscheinen sollen", verrät Weser. "Meine früheren Songs habe ich sonst immer nur über einen Onlinedienst vertrieben".

Lehrauftrag im Beda Institut

An seiner Leidenschaft möchte Weser gerne auch andere Musikfans teilhaben lassen. Seit dem 1. August arbeitet er daher als Dozent für elektronische Musik am Beda Institut in Bitburg. "Die waren dort von meiner Unterrichtsidee richtig begeistert und haben nun auch ordentlich Geld in die Hand genommen und das nötige Equipement besorgt", freut sich Dennis Weser. "Der Bereich elektronische Musik ist einfach interessant und sehr weit verbreitet. Über 90 Prozent aller Lieder im Radio sind am Computer bearbeitet. Leider sind viele Musikschulen in diesem Bereich noch zu konservativ. Für sie ist das nur Spielerei am Computer. Es gehört aber mehr dazu, als nur ein Computerfreak zu sein. Zudem ist der Computer in der Musikwelt kaum mehr wegzudenken". Umso mehr freut sich Weser über weitere Anfragen: "Ich freue mich auf die Arbeit im Beda Institut. Daneben habe ich auch schon Anfragen von der Musikschule `Spiel mit` erhalten. Auch hier sind Workshops in Planung".

Ingeborg Trappe-Butzbach, Geschäftsführerin des Beda-Institutes begrüßt das Engagement des 22-Jährigen: "Ich gebe jungen Menschen gerne eine Chance und habe auch keine Ahnung von diesem Bereich der Musik. Aber ich finde das sehr gut. Wir brauchen neue Wege um junge Menschen für Musik zu begeistern".

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