Am Meiler wird Holzkohle selbst gemacht

Heiko Wergen und Mitstreiter erfreuen sich an altem Handwerk

Schmidt. Pünktlich zu Pfingsten ist es wieder soweit: Dann steigt den Menschen rund um den Schmidter »Zimmel« wieder ein ganz besonders rauchiger Geruch in die Nase. Aber keine Bange: Kontrolliert wird ein Feuer entfacht, um Holzkohle zu gewinnen.

»Ich habe das traditionelle Köhlerhandwerk von meinem Großvater übernommen«, erklärt Heiko Wergen. Der Schmidter ist der Enkel des letzten Köhlers des Ortes. Das Handwerk - aus Buchenholz Holzkohle zu gewinnen - anderen zu demonstrieren, bereitet Wergen und seinem Vater Wolfgang Stollenwerk große Freude.

Unterhalb der Grillhütte im »Zimmel« findet man den kegelförmigen schwarzen Haufen, er ist nicht zu übersehen. Den Vorbeikommenden erklären die Köhler gern, was sie machen: Zunächst wurden Buchenscheite, dann Astholz fachmännisch aufgestapelt, darauf wurde Laub geschichtet. Zum Schluss wird der flache Kegel, der einen Durchmesser von ungefähr acht Metern hat, mit alter Köhlererde bedeckt. Mehrere Tage - vom 24. bis 28. Mai - nimmt diese Arbeit in Anspruch. Am Pfingstsamstag, 3. Juni, pünktlich um 9 Uhr dann wird glühende Kohle in den Schacht gefüllt. Wenn der Meiler durchglimmt, werden kleine Holzscheite nachgelegt. Die Zuglöcher werden alle 24 Stunden versetzt, damit der Meiler nicht einseitig abbrennt.

Vom Augenblick des Anzündens an sind die beiden Köhler im Dauereinsatz, denn man darf den Meiler nicht aus den Augen lassen. »Es darf kein richtiges Feuer entstehen«, so Wergen. Nah sechs Tagen ist der Verkohlungsprozess vollendet. Und schon ist »Erntezeit« - am folgenden Wochenende schließlich wird echte handgemachte Eifeler Buchenholzkohle geerntet und verkauft.

Den Köhlerprozess nachverfolgen können Interessierte auf der Facebook-Seite des Holzkohlenmeilers Schmidt.

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