Handynummer für Abzocke missbraucht

Marcel Blumenstock erreichten Anrufe getäuschter Menschen

Schmidt. »700 bis 800 Anrufe haben mich in wenigen Tagen erreicht«. Eigentlich eine tolle Sache für Marcel Blumenstock, wenn es denn alles potenzielle Kunden seines »MB-Objektservice« gewesen wären. Doch die Menschen an der anderen Seite riefen zurück, weil sie vermeintlich Abos erworben haben.

»Die Betrüger mit Sitz in der Türkei müssen tausende Anrufe über meine Handynummer getätigt haben«, glaubt Marcel Blumenstock. Genutzt wurde das so genannte »Call ID Spoofing«. Dies bezeichnet die Methode, mit der Anrufe unter einer für den Angerufenen vorgetäuschten rufenden Nummer geführt werden können. Dabei wird anstatt der Originalrufnummer des Anrufers eine in der Regel frei wählbare Nummer angezeigt.

»Es kann jeden treffen«, weiß Paul Kemen, Pressesprecher der Polizei Aachen. Immer mehr Betrugsfälle auf diese Weise würden bekannt. Die Täter sitzen in der Türkei, Südosteuropa, Russland oder Asien. »Ihnen auf die Spur zu kommen ist sehr schwierig, aber nicht aussichtslos«, macht Kemen etwas Hoffnung.

Marcel Blumenstock hat den Kampf aufgegeben. »Die vielen Anrufe waren nicht zumutbar«, also hat er sich eine neue Handynummer besorgt. »Die Werbung musste erneuert, alle Kunden und Geschäftspartner informiert werden«, hatte der junge Mann aus Schmidt einiges an Mehrarbeit und Kosten, um sich der Folgen der Betrugsmasche zu entledigen. Und der 28-Jährige hofft, dass mit Hilfe seiner Handynummer nicht allzu viele Menschen auf den Betrug herein gefallen sind.

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