Widerstand gegen Kletterpark: Auch Schmidt will ihn nicht

Einwände sind noch bis zum 20. Februar möglich

Schmidt. Die Schmidter wollen den Kletterpark nicht! So drückte es ein Diskussionsteilnehmer aus, als Bürgermeister Marco Schmunkamp zur Bürgerversammlung eingeladen hatte. Erheblicher Gegenwind blies der Investorin ins Gesicht; unüberhörbar waren die zahlreichen Einwände. Wirklich positiv äußerten sich lediglich Pädagogen aus Düren, die im Kletterpark eine gute Möglichkeit sehen, Kindern die Natur nahezubringen.

Nach einem ersten Informationsabend im September hatte die rührige Investorin, Yasmin Kalmuth-Büyükdere, Gutachten eingeholt zum Artenschutz, zur Umweltverträglichkeit und zum Lärmschutz. Ein Initiativkreis »Pro Kletterwald« hatte einen Flyer herausgegeben mit »10 Wahrheiten« zu diesem Vorhaben; mit Unterschriftenlisten, die in Geschäften auslagen, sollten positive Stimmen gesammelt werden. Im Gegenzug hatte eine Internetpetition gegen den Kletterwald knapp 600 Unterzeichner gefunden.

Marco Schmunkamp, der als Moderator ganze Arbeit leistete, gab über 20 Bürgern Gelegenheit, sich zu äußern. Man sah im voll besetzten Saal des Schützenhofs überwiegend Schmidter, aber auch Wanderfreunde und Segler aus dem weiteren Umfeld.
Alexander Persigehl, der die Investorin unterstützen möchte, unterhält in Sachsen mehrere Kletterparks; er gab Informationen über die Funktion eines Kletterparks und die Öffnungszeiten. Für die Wirtschaftlichkeit sei es erforderlich, ein Imbissangebot vorzuhalten; auch seien Toiletten in einem Container geplant.

Die Vorgaben zum Schallschutz seien erfüllt, erfuhr man von Jan Meulemann, der zusammen mit Norbert Sökeland das Schallschutzgutachten erstellt hatte. Zu den Themen Artenschutz und Umweltverträglichkeit hielt Hartmut Fehr fest, dass es Auflagen geben müsse, zum Beispiel dürfe zum Schutz der Vögel zwischen dem 1. März und dem 30. September keine Baumaßnahme in dem angesprochenen Bereich erfolge.

Die Eifelvereins-Ortsgruppe Schmidt sei aus Naturschutzgründen gegen das Projekt, erläuterte der Kulturwart, Werner Löhrer. »Eine Überfrachtung des Eschauel« befürchtet er als Vorsitzender des Segelclubs Eschauel: Schon jetzt sei der geplante Zugang zum Kletterpark zwischen Parkplatz und Schlerkmannspfädchen ein Nadelöhr, in dem Wanderer, Radfahrer und zufahrtsberechtigte PKW aufeinander Rücksicht nehmen.

Mehr als Klettern

Richtig hellhörig wurden die Zuhörer, als Werner Löhrer aus dem Handelsregister die Tätigkeitsbeschreibung der »Grüner Salamander GmbH« (so der Name der Investorin) zitierte: »Betrieb eines Kletterwaldes nebst einer Waldküche und einer Superluftseilbahn, Durchführung von Outdoor Events und Seminaren zum Persönlichkeitstraining sowie von Freizeitangeboten«. Yasmin Kalmuth-Büyükdere erklärte, im Schwerpunkt werde ein Kletterwald geplant, aber dazu ergänzend seien, eventuell in Zusammenarbeit mit der Jugendstätte Rursee, Kindergeburtstage und Events geplant.

Chaostage

Die Parkplatzsituation sei die höchste Herausforderung, so formulierten es etliche Gesprächsteilnehmer und auch der Bürgermeister. Magdalena Bongard, die Betreiberin des Beach Club an der Südspitze des Eschauel, wies erneut auf die »Chaostage« hin: »Im Sommer haben wir an 24 Tagen die Straße sperren lassen, es wäre kein Rettungswagen mehr durchgekommen.« Marco Schmunkamp erklärte, man mache sich über einen Shuttlebus Gedanken, und Yasmin Kalmuth-Büyükdere wies darauf hin, dass man in Schwammenauel parken und mit dem Schiff zum Eschauel gelangen könne. Außerdem werde man sich kaum in die Quere kommen, denn an heißen Tagen, wenn die Menschen im See baden wollten, bestünde wenig Interesse am Klettern.

Die Ergebnisse des Lärmschutzgutachtens waren für einige Zuhörer nicht befriedigend, denn es gab keine konkrete Aussage dazu, wie sich Rufen und Schreien und ein Betrieb bis in den Abend hin als Lärmbelästigung in Richtung See und Schwammenauel auswirken könnten. Außerdem wurde noch ein Brandschutzgutachten gefordert. Immer wieder wurde betont, man sei nicht generell gegen einen Kletterpark, nur an dieser Stelle wolle man ihn nicht haben. Jedoch hatte die Investorengruppe schon zu einem früheren Zeitpunkt klargestellt, ein anderer Standpunkt komme nicht infrage.

Noch bis Montag, 20. Februar, kann jeder Bürger der Stadt Nideggen seine Einwände bei der Verwaltung kundtun. Erst im Frühjahr wird der Rat über das Projekt entscheiden.

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