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Heimbach soll die Sonne wieder sehen

Heimbach. Viele Städte in Deutschland haben ihren Namen nach dem Fluss erhalten, an dem sie liegen und entstanden sind. In Heimbach wird der Gast dieses wohl kaum vermuten. Denn der namensgebende Heimbach taucht heute im Stadtbild nur sehr marginal bis gar nicht auf.

Das war nicht immer so. Historische Bilder zeigen, dass der Bach, der mitten im Nationalpark Eifel bei Wolfgarten entspringt, früher munter durch die Hengebachstraße plätscherte. Erst in den 50er Jahren erhielt der Heimbach einen Betondeckel und wurde in den Untergrund verbannt.

 

Jetzt wollen ihn die Heimbacher Stadtväter wieder ans Licht holen und gaben eine Machbarkeitsstudie in Auftrag, die zu dem Ergebnis kam: Mit einem relativ geringen Kostenaufwand im »niedrigen siebenstelligen Bereich« könnte der Heimbach auf einer Länge von rund 900 Metern von seinem Untergrund-Dasein befreit werden. Laut Erich Schmidt, Fachbereichsleiter »Planen und Bauen« bei der Stadt Heimbach, würde die Maßnahme von der Bezirksregierung zu 90 Prozent gefördert - und zwar aus Mitteln der EU-Wasserrahmenrichtlinie. In den 50er Jahren hat man bei der Verrohrung laut Schmidt einen groben Fehler gemacht: »Der Bach wurde mit einem Kastensystem versehen, bei dem die Bachsohle aus Beton hergestellt und viel zu glatt ist.«

Ökologisch tot

Folge: Insekten, Fische und Kleingetier steigen von der Rur nicht in den Heimbach auf. Schmidt: »Der Bach ist auf diesem Abschnitt ökologisch tot«. Das Kastensystem solle bei der Öffnung zwar erhalten bleiben, die Bachsohle jedoch wieder naturnah gestaltet werden. Betroffen ist der Bereich vom Einlaufrechen an der Ecke »Im Heimbachtal/In der Hillbach« bis zum schäbigen Betoneinlauf in die Rur im Bereich der Steinbrücke. In diesem rund 900 Meter langen Stück folgt der Bach in etwa dem Verlauf der Hengebachstraße. Wie genau die Offenlegung des Heimbachs aussehen wird, steht noch nicht fest.

Mehrere Varianten

Da hält die Machbarkeitsstudie gleich mehrere Varianten bereit. »Allerdings«, so Heimbachs Bürgermeister Peter Cremer, »sollen die Menschen das Wasser auf jeden Fall erleben können.« Für ihn ist die Offenlegung des Heimbachs »ein sehr ambitioniertes Projekt«, das er als Teil des begonnenen Umbaus sieht, mit dem die Stadt Heimbach in den kommenden Jahren attraktiver und lebenswerter gemacht werden soll. Bereits 2016 könnte mit der Maßnahme begonnen werden. Cremer und Schmidt versicherten, dass alle Anlieger ihren ungestörten Zugang behalten. Der Hochwasserschutz werde durch den Erhalt der alten Verrohrung sogar noch verbessert.

Präsentation für Heimbacher Bürger

»Wir wollen die Bürger bei diesem Vorhaben frühzeitig informieren und an der Umgestaltung beteiligen«, sagt Heimbachs Bürgermeister Peter Cremer. Daher lädt er die Heimbacher Bürger zur Präsentation der Machbarkeitsstudie, die sich mit der Offenlegung und ökologischen Durchgängigkeit des Heimbachs beschäftigt, zahlreich ein. Die Vorstellung findet am Donnerstag, 20. August, um 19 Uhr im Haus des Gastes statt.

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Kommentar von astrid dahlmann
Das ist eine wundervolle Sache!!!!