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In guten, wie in schlechten Zeiten

Kreis Euskirchen. Ein BMW M3 hat Bernd Michels aus Euskirchen auf die Geduldsprobe gestellt.

Die »Liebesgeschichte« von Bernd Michels und seinem BMW M3 begann auf einer Fahrt zum Nürburgring. Damals war er mit seinem Schwager in einem Honda Integra unterwegs. »Das war 1997«, erinnert er sich. Vor Ort trafen die beiden Männer Gerd, einen Freund. »Nach einem schönen Tag am Nürburgring fragte ich Gerd, ob ich mit ihm in seinem BMW mitfahren darf«, erzählt Michels. Die Mitfahrt in diesem »schönen und sehr schnellen Auto« sei für ihn wie eine Initialzündung gewesen.

Fahrspaß nach 223.000 km vorbei

»Ich wollte unbedingt so einen Wagen haben«. Der Haken an der Sache: Das Modell wurde damals schon sehr hoch gehandelt und sparen war angesagt. Nach einem Jahr war es dann für den Euskirchener endlich soweit und er studierte die Autoanzeigen. Ein passendes Modell war schnell gefunden und er fuhr mit seinem Schwager Jörg nach Frankfurt.

Michels: »Dort angekommen fanden wir einen sehr gut erhaltenen M3 vor, der auch vom Preis her in Ordnung war. Das Lustige war, dass der Besitzer ein Frankfurter Student war, der sich mit dem Geld von seinem Opa dieses ‚günstige‘ Auto gekauft hat, um drei Kilometer von der Wohnung zur Uni zu fahren«. Sehr wirtschaftlich schien das für den Studenten wohl nicht gewesen zu sein und so wurde Bernd Michels der neue stolze Besitzer des BMW. Es folgten zwei bis drei Jahre purer Fahrspaß, bis der Motor bei 223.000 Kilometern schlapp machte.

Kein Geld für teures Hobby

Da eine Überholung sehr kostspielig gewesen wäre, sah er sich gezwungen, den Wagen erstmal abzumelden. »Von diesem Zeitpunkt an stand mein Schätzchen bei einem Landwirt in der Scheune und später in einer Tiefgarage unter Planen versteckt«. Mehrere Autos mit viel weniger PS nannte er danach sein Eigen. »Aber ich habe immer meinem M3 hinterher getrauert«, erzählt er. Als er dann die Meisterschule begann, widmete er seine freie Zeit dem Motor seines BMW. »Passend zum Ende der Meisterschule war mein Goldstück fertig und ich konnte endlich wieder ein paar Runden drehen«, erinnert sich Michels noch gut. Wie das Leben dann allerdings so spielt, standen auch privat einige Veränderungen an. Die eigene Hochzeit wurde geplant und auch der Nachwuchs sollte nicht lange auf sich warten lassen. Also hieß es für Michels: Nummernschilder wieder runter und Auto in die Garage. Auch der eigene Hausbau ist ein Garant dafür, ein teures Hobby zu vernachlässigen.

Erst zwei Jahre nach dem Hausbau - der M3 hatte es mittlerweile in die eigene Garage auf eine Bühne geschafft - wurde die Plane wieder entfernt und es sollte wieder losgehen. »Leider stellten wir fest, das die lange Standzeit nicht sehr förderlich für die Karosserie gewesen war und einige Durchrostungen waren zu sehen«.

Wieder zurück auf der Straße

Also hieß es für den Hobby-Schrauber: Ran ans Werk. Sein Schätzchen zerlegte er daraufhin komplett. Alle Löcher wurden geschweißt, ein neues Fahrwerk und neue Felgen wurden montiert. »Weil der M3 mittlerweile 30 Jahre alt war, war eine H-Zulassung mein nächste Ziel«. Im Juni 2017 war es endlich soweit. »Die erste Ausfahrt mit ihm war Fahrfreude pur. Es entstand ein Dauergrinsen in meinem Gesicht«, erinnert sich Bernd Michels, als wäre es gestern gewesen. Und er kann es kaum erwarten, mit seinem M3 den Frühling auf den Straßen zu begrüßen. »Ich werde aber gelassen auf schönes Wetter warten, denn wenn ich eines durch dieses Auto gelernt habe, dann zu warten«.

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Kommentar von Erhard Jussen
ich hatte von 1992-1994 das gleiche Modell, auch in schwarz, ich bedauere, das ich ihn damals nicht auch irgendwo in eine Scheune untergestellt habe, heute wird dieser M3 sehr hoch gehandelt, fast so viel in Euro wie er damals neu in DM gekostet hat, für mich war es der beste BMW den ich gefahren habe, es kommt immer etwas Wehmut in mir hoch wenn ich Bilder davon sehe.

Hetzerath im ganz großen Stil

Hetzerath. „Das hat was Städtisches“, mit diesem Satz fassten Besucher der 950-Jahrfeier Hetzeraths am Wochenende ihren Eindruck zusammen. Für eine 2100-Einwohner-Gemeinde gilt das als höchstes Lob. Zwei Tage lang hat Hetzerath tatsächlich Enormes auf die Beine gestellt und Volksfestatmosphäre geschaffen. Feuer und Famme für Hetzerath  „Feuer und Flamme für unser Dorf“ hatten die Organisatoren als Motto auserkoren. Sie versprachen nicht zu viel. Echte Begeisterung kam bei den Aktiven auf der Bühne rüber und die enge Verbundenheit mit dem Dorf zeigte sich in der Menge und dem echten Interesse der Besucher, die am Samstagabend zur Eröffnung der zweitägigen Jubiläumsfeier das Bürgerhaus und am Sonntag die Straßen füllten. Dem Motto entsprechend zogen sich die Themen Feuer und Licht konsequent durch das Showprogramm zum Start ins Jubiläumswochenende. Die lokalen Akteure wie der Musikverein, der Mandolinenverein, die Garde, der Chor Klangart, ein Percussion-Quintett und der Gospelchor demonstrierten, moderiert von Walter Feltes, wie vielfältig das Mitmach-Angebot in der wachsenden Ortsgemeinde ist. Ein Zeichen für Vielfalt setzten auch die Gäste aus Uganda, die sich zum Schluss des dreistündigen Bühnenprogramms beim Gospelchor „Crossover“ einreihten, das Publikum mit ihrem Schwung von den Sitzen rissen und es nach draußen führten. In nächtlicher Kulisse wirbelte dort ein Artist mit Feuerjonglage atmosphärische Flammenbilder in die schwarze Nacht. Danach wurde es andächtig still zum Zapfenstreich bis um Mitternacht. Zapfenstreich? Noch lange nicht im Sinne von Sperrstunde. Mit Postkutsche und Römerexpress durchs Dorf Am Sonntagmorgen hatten die letzten Partygäste das Bürgerhaus erst vor wenigen Stunden verlassen, als die Ersten ihre Stände aufbauten. Vereine und Gewerbetreibende schufen entlang der Hauptstraße und am Engelshof Anlaufstellen, die das Publikum neugierig machten und einluden. Das von Häusern schützend  eingefasste Rondell „Goldenes Eck“ erwies sich über den Tag als idealer Platz für den Kunsthandwerkermarkt. Die behagliche Atmosphäre machte Lust, sich an den Ständen mit den Kreativen in einen Plausch einzulassen, sich selbst im Schriftsetzen zu versuchen, dem Bienenvolk eines Hetzerather Imkers unter seinen Erläuterungen zuzusehen oder der swingenden Liveband um Werner Knopp hinter dem Gartenzaun zuzuhören. An den Ständen beteiligte sich auch die Delegation aus Uganda. Mitarbeiter des Hetzerather Partnerprojektes Sharing Youth Centre in Kampala hatten Textilarbeiten mitgebracht und boten im Café der Kulturen Speisen an.  Wer das Dorf erkunden wollte, konnte dafür in die Postkutsche oder den Trierer Römerexpress zusteigen und fuhr an Oldtimern und Musikbands vorbei bis zum Engelshof, wo er sich ein Joghurteis aus der Privat-Molkerei gönnte und Kinder das legendäre Riesenkaninchen Willi, Küken und Wildschweine bestaunten. So weit dann doch so dörflich, aber eben auch so schön. Mit professionellem Management der vielen Beteiligten, denen Hand in Hand ein reibungsloser Ablauf gelungen ist, mit Ideenreichtum und Mut zum Großen, hat Hetzerath gezeigt, was geht. Und dabei auch noch die Verbindung von Tradition und Aufbruch geschafft. Text/ Fotos: Sybille Schönhofen„Das hat was Städtisches“, mit diesem Satz fassten Besucher der 950-Jahrfeier Hetzeraths am Wochenende ihren Eindruck zusammen. Für eine 2100-Einwohner-Gemeinde gilt das als höchstes Lob. Zwei Tage lang hat Hetzerath tatsächlich Enormes auf die Beine…

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