Rückepferde helfen bei der Borkenkäfer-Sanierung

Forstbetrieb setzt auf naturverträgliche Arbeitsweise

Bad Münstereifel. Im Stadtwald Bad Münstereifel helfen jetzt Rückepferde bei der Borkenkäfer-Sanierung mit. Vor allem das Herausziehen der geernteten Baumstämme - das Holzrücken - ist ihre Aufgabe. Der Forstbetrieb setzt die Rückepferde als bodenschonende und geländegängige Ergänzung zu moderner Technik ein und sichert damit die schonende Waldpflege auch in schwierigem und empfindlichem Gelände.

In der Revierförsterei sind aktuell das 16 Jahre alte Rheinisch-Deutsche-Kaltblut „Lissy“ und ihre 4 Jahre alte Partnerin, das Österreichische-Gebirgs-Kaltblut (Noriker) „Bärbelchen“ bei der Arbeit. Mit ihren 850 und 700 Kilogramm Körpergewicht sind sie in der Lage, ihr anderthalbfaches Körpergewicht zu ziehen. Im Stadtwald sind die trockenen Stämme nicht so schwer, so dass die Pferde gut einsetzbar sind. Das Gelände ist jedoch anspruchsvoll. Ihre Arbeit wird in kombinierten Arbeitsverfahren mit Spezialtechnik eingesetzt. Die Pferde ziehen die trockenen Stämme bis zur nächsten Rückegasse oder zum Waldweg und dort übernimmt der Forstschlepper die Last. Die Pferde ziehen das Holz auf diese Weise nur über kurze Strecken und werden nicht überlastet. „Lissy“ und „Bärbelchen“ sind mit großem Gepäck angereist, denn sie brauchen regelmäßige Pausen. Während die „Kollegin“ übernimmt, ruht sich das andere Pferd in einem eigens angelegten Pferch, bei Wasser und Heu, aus. 

Naturverträgliche Arbeitsverfahren seien, so der Forstbetrieb Bad Münstereifel, ein wichtiger Bestandteil des Waldpflegekonzeptes des Forstbetriebes. Seit 2002 ist der Forstbetrieb der Stadt Bad Münstereifel nach den internationalen Standards des „Programme for the Endorsement of Forest Certification schemes, PEFC“, einem international anerkannten und renomierten Waldzertifizierungssystem, zertifiziert. Für dieses Siegel einer naturnahen, nachhaltigen Waldbewirtschaftung spielt der Einsatz der Rückepferde eine wichtige Rolle.

Die Vermeidung von tiefen Bodenspuren und Schäden an verbleibenden Waldbäumen, die Beweidung von Wald-/Wildwiesen und weitere Einsatzbereiche, wie etwa die Saat neuer Waldgenerationen und die Bodenvorbereitung dazu, machten den Einsatz der Rückepferde auch ökonomisch erfolgreich, heißt es in der Mitteilung des Forstbetriebs. Die massenhafte Holzernte aus Monokulturen wird mit dem Klimawandel vorbei sein, daher werden immer mehr qualitativ hochwertige Arbeiten mit qualifizierten Fachkräften gefragt sein. Bei dieser Arbeit bilden der Gespannführer als Forstwirt mit Zusatzqualifikation und die Pferde ein eingespieltes Team.

Nach dem erfolgreichen Debüt werden weitere Einsatzmöglichkeiten für Lissy und Bärbelchen geprüft.

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