100 Jahre alt und hochmodern

Rohr. Der DPSG Stamm Weisswölfe aus Blankenheim-Rohr feiert in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag. Mit 50 aktiven Mitglieder stemmen die Pfadfinder ein interessantes Jahresprogramm.

Vier Jugendliche drängen sich um die Feuerstelle und arrangieren frisch gesägte Holzscheite. Daneben stehen zwei Leiter und beobachten das Treiben. „Die Gruppe soll lernen, wie man eine Feuerstelle aufbaut“, erklärt Gruppenleiter Christian Klinkhammer. Dabei gibt es verschiedene Varianten von Feuerstellen für verschiedene Zwecke - auch die bekommt die Gruppe vermittelt.
Die klassischen Pfadfinderaktivitäten, so erklären die Stammesvorstände Thomas Auel und Stefan Reetz, spielen bei den Weisswölfen eine große Rolle.  Die jüngsten Gruppen, die Wölflinge, absolvieren einen Taschenmesserführerschein, die Jungpfadfinder  lernen mit dem Beil umzugehen und den älteren Gruppen wird vermittelt, wie man sich mit Karte und Kompass orientiert, Wegzeichen nutzen kann und was man im Zeltlager alles so bauen kann. Die vier Gruppen des Stammes sind zwischen fünf und 20 Personen groß - in manchen Gruppen musste sogar eine Warteliste eingeführt werden.
„Prinzipiell hat das Modell Pfadfinder Zukunft“, sagt Thomas Auel. Zeltlager, Gemeinschaft und Abenteuer begeistern die Jugendlichen  heute genauso wie vor 30 Jahren, als Auel selber als Jungpfadfinder anfing. Überhaupt stellen die Leiter nicht fest, dass sie große Probleme damit haben, dass sich die Lebenswelten der Jugendlichen sich verändert haben. Im Zeltlager sind Handys verboten, aber nur selten klagt überhaupt jemand darüber. Dazu stellt Auel fest, dass man als Leiter nicht mehr danach schauen muss, ob Gruppenkinder heimlich rauchen. „Das ist überhaupt kein Thema mehr“, so der Vorstand.
Die Herausforderung für die Pfadfinder besteht vor allem darin, engagierte Ehrenamtler zu finden, die Verantwortung im Stamm übernehmen wollen. „Die meisten Leiter stammen aus den eigenen Reihen“, erzählt Auel. Doch längst nicht alle jungen Menschen bleiben in Rohr, so dass immer wieder Nachwuchs wegbricht. „Wir sprechen gezielt Leute an“, erklärt Auel die Strategie des Stammes, um neue Leiter zu finden. Oft sind es Ehemalige, die sich bereit erklären, wieder Verantwortung zu übernehmen.
Trotz der Nachwuchssorgen schaffen die Pfadfinder es, für Kinder und Jugendliche ein spannendes Freizeitangebot auf die Beine zu stellen. Die vier nach Altersklassen sortierten Gruppen treffen sich wöchentlich zur Gruppenstunde, in der sie Pfadfindertechniken lernen. „Bei den Älteren versuchen wir, dass sie sich eigene  Projekte überlegen“, so Auel. Wenn gar keine Ideen kämen, würden die Leiter schon einmal motivierende Vorschläge machen. Das sei aber selten nötig.
Die Gruppen der Weisswölfe haben einen Bauwagen für ihre Gruppenstunden hergerichtet, einen Billardtisch gebaut und Schwedenstühle für die Zeltlager hergestellt. Die letzten Gruppenstunden hat die die älteste Stufe damit zugebracht, einen eigenen Ofen zu bauen, der im Rahmen der 72-Stunden-Aktion fertiggestellt wurde. Zusätzlich zu den Gruppenstunden findet jedes Jahr ein Sommerlager statt und im Jahreswechsel ein Wochenende in einer Jugendherberge im Winter und ein Pfadfinderfest an Fronleichnam.

Jubiläumsfest
Der DPSG-Pfadfinderstamm Weisswölfe feiert seinen 30. Geburtstag am 20. Juni mit einem Pfadfinderfest für Kinder mit Attraktionen wie Bungee-Running und am 22. Juni mit einer offiziellen Jubiläumsfeier ab 15 Uhr.  Dabei hat jede Altersstufe einen Programmpunkt vorbereitet, mit dem sie die Pfadfinderarbeit vorstellen. Abends wird ein Mitsingkonzert mit Uwe Reetz - dieses Mal für Erwachsene - geboten.

Alles weitere zu dem Stamm aus Blankenheim-Rohr unter:
www.weisswoelfe.de
Deutschlandweit Stämme findet man unter:  dpsg.de/nc/stammeskarte.html

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