Kindergarten zieht um

Blankenheim. Der katholische Kindergarten Maria Himmelfahrt Blankenheim zog am Wochenende aus seinem Übergangsdomizil in der ehemaligen Lommersdorfer Grundschule um in den Neubau an der Kapelle Hülchrath. Der Einzug der Pänz ist für kommende Woche geplant.

"Danke, dass wir anderthalb Jahre hier sein durften. Aber es ist auch gut, dass wir jetzt wieder nach Hause können." So umschreibt Kita-Leiterin Jenny Heeg, was sie und ihre Kolleginnen gerade fühlen. Und auch die Kinder des Katholischen Kindergartens der Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt Blankenheim ließen sich von der Vorfreude der Erzieherinnen anstecken.

"Zu Hause", das ist in Blankenheim, genau genommen "auf" Hülchrath. In Blankenheim war der Kindergarten bereits vorher beheimatet. Da das Kita-Gebäude aber einem Neubau weichen musste, waren Kinder und Personal für anderthalb Jahre in der ehemaligen Lommersdorfer Grundschule untergebracht. Das bedeutete jeden Morgen eine Busfahrt von der Blankenheimer Grundschule nach Lommersdorf.

Der neue Kindergarten, in dem die Pänz ab kommender Woche Einzug halten, ist in den Neubau-Komplex um die Kapelle Hülchrath eingebunden. Bis zum Frühjahr 2013 wird dort ein Wohn- und Pflegeheim für Senioren mit 80 Plätzen in der Trägerschaft des Rheinischen Vereins für katholische Arbeiterkolonien e.V. entstehen. Für das St.-Josef-Stift des Vereins war ein Neubau nötig geworden. Da der Kindergarten der Kirchengemeinde nicht nur U3-gerecht hätte umgebaut, sondern auch energetisch saniert werden müssen, entschloss man sich, den Kindergarten dem Neubau-Projekt anzuschließen. Es ist der letzte Tag im Lommersdorfer Quartier.

"Auch die Kinder wissen das", berichtet Jenny Heeg. "Wir haben schon alles zusammengepackt, was wir zusammenpacken konnten", ergänzt sie, und: "ausnahmslos alle freuen sich." Auch wenn einige Kinder die täglich Busfahrt vielleicht doch ein wenig vermissen würden. Doch für das "Abenteuer Busfahrt" gibt es Ersatz, denn von ihrem neuen Domizil aus können die Kinder demnächst die Bauarbeiter und Bagger beobachten, die am Wohn- und Pflegeheim werkeln. Die Mittagsruhe werde dadurch nicht gestört, verspricht Gemeindereferent Andreas Funke, die zunächst genutzten Schlafräume lägen im vorderen Teil des Gebäudes. "Wenn man da die Fenster zumacht, hört man nichts."

Jenny Heeg und ihre Kolleginnen freuen sich auf die neuen Räumlichkeiten. Zum einen werden sie mit den Kindern endlich wieder in Blankenheim selbst sein. Zum anderen bietet der Neubau knapp doppelt so viel Platz wie das alte Gebäude. Vormals standen Team und Kindern 330 Quadratmeter zur Verfügung, nun werden es 650 Quadratmeter sein. Dazu gehören eine eigene Turnhalle und ein Gemeinschaftsraum, den Kinder und Erzieherinnen auch für Feste mit den Eltern nutzen wollen. "Am besten ist, dass wir jetzt sechs Nebenräume haben", freut sich die Leiterin. Jeder der drei Gruppenräume verfügt über zwei Nebenräume, die als Ruheraum sowie zur Projektarbeit in kleinen Gruppen genutzt werden können. Generell entscheiden die Kinder selbst, welche der drei Gruppen sie gerade besuchen möchten, die Türen stehen immer offen.

Ab Oktober wird die Einrichtung um eine U2-Gruppe ergänzt. "Dazu hat unsere Kollegin Vanessa Merzbach eine Fortbildung gemacht", erklärt Jenny Heeg. Die Pädagoginnen sehen auch das besondere Potenzial der unmittelbaren Nachbarschaft zu den Senioreneinrichtungen im "Hülchrath-Komplex": "Kinder und alte Leute passen sehr gut zusammen und harmonieren miteinander", weiß Jenny Heeg. Bereits in den alten Gebäuden, berichtet sie, hätten zahlreiche Begegnungen stattgefunden: "Wir sind zu jedem Geburtstag der Senioren gegangen." Im Lommersdorfer Übergangs-Kindergarten, so Heeg, hätten die Kinder manchmal danach gefragt, wann sie nochmal die Senioren besuchen können.

"Wir sind froh, dass wir jetzt wieder einen neuen Anlauf nehmen können", freut sich die Leiterin. Es gebe sowohl im neuen Heim als auch im Kindergarten große Räume für die Begegnungen. Dort sollen etwa Vorlese, Back- und Spielenachmittage, Nikolausfeiern und gemeinsame Kochaktionen stattfinden. Die neuen Möglichkeiten haben die Erzieherinnen auch dazu veranlasst, ihr Konzept zu überarbeiten. "Kunst und Natur ? Erlebnis pur" lautet der erste von drei großen Schwerpunkten. Hinzu kommen die religiöse Erziehung und die offene Arbeit. Im neuen Kindergarten legen die Handwerker letzte Hand an.

Die Küche wird installiert und die letzten der in Naturholz, Weiß und verschiedenen Grüntönen gehaltenen Schränke aufgebaut. Bis zum Einzug am 23. August werden die Außenanlagen noch aufgeschüttet. "Etwa zwei Drittel des Geländes werden dann fertig sein", berichtet Andreas Funke, der den Erzieherinnen bescheinigt, ihre Arbeit sei "Gold wert". Wie genau das Außengelände letztlich gestaltet werden soll, steht noch nicht ganz fest. "Wir werden auf jeden Fall einen Nutzgarten anlegen", so Jenny Heeg. "Und das Thema Kaninchen ist auch noch nicht ganz vom Tisch." (Foto: Johannes Mager/pp/Agentur ProfiPress)

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