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Vom Konsum zum Rathaus

Informationsveranstaltungen für die Bürger

Blankenheim. »Das ist ein total ehrliches Haus.« Diesen Satz des Architekten Peter Pütz vom Planungsbüro Pützfelder Hof in Euskirchen zitiert Blankenheims Bürgermeister Rolf Hartmann gerne. Es geht um das Objekt Ahrstraße 50, im Volksmund auch »Konsum« genannt.

Mit »ehrlich« ist bei dem Gebäude aus dem Jahr 1738 der Zustand der Immobilie gemeint. »Der Sanierungsbedarf ist für jeden erkennbar. Aber auch, welchen Charme und welche Chancen dieses Haus bietet«, sagt Peter Pütz. Er hatte vor nahezu drei Jahren die Idee, das altehrwürdige Gebäude, das seit über 20 Jahren leer steht, zum neuen Blankenheimer Rathaus zu machen.

Kontrovers diskutiert

Nach anfänglicher Zustimmung quer durch alle Parteien wird dieses Vorhaben seit einiger Zeit kontrovers in der Gemeinde diskutiert. Fakt ist: Es gibt einen Ratsbeschluss, der gegen die Stimmen der CDU gefasst wurde. Demnach soll der Konsum das neue Blankenheimer Rathaus werden. Die Kosten für die Herrichtung des Gebäudes, des Platzes und der Teilabriss des bestehenden Rathauses werden mit rund 5,7 Millionen Euro veranschlagt. »Dazu«, sagt Bürgermeister Rolf Hartmann, »wird es eine erhebliche Förderung geben.«

Leuchtturmprojekt

Denn das Objekt in der Ahrstraße 50 gelte als Leuchtturmprojekt innerhalb des Interkommunalen Entwicklungskonzept Blankenheim-Nettersheim (IEK), durch das runde 20 Millionen an Fördergeldern in die Revitalisierung des gesamten Blankenheimer Ortskerns fließen. 70 Prozent habe die Bezirksregierung bereits zugesagt. Laut Bürgermeister Hartmann kann die Verlagerung zu einer dringend gewünschten Belebung der Ahrstraße führen. Zudem könne der Umbau so erfolgen, dass das künftige Rathaus barrierefrei und der laufende Betrieb nicht gestört wird. Da auch Räumlichkeiten im gegenüberliegenden Gebäudekomplex des Eifelmuseums genutzt werden, könne dort kostspieliger Leerstand beendet werden. Durch den Teilabriss des alten Rathauses werde es zudem von der neuen Weiheranlage aus einen attraktiven Zugang zum historischen Ortskern geben. Widerstand gibt es von der CDU, die nach dem Ratsbeschluss ankündigte, eine Unterschriftensammlung für einen Bürger-entscheid durchzuführen, um so den Umzug und den Abriss des Rathauses zu verhindern.

Infoveranstaltungen und Besichtigung

Die geplante Sanierung und Umnutzung des Konsum zum Rathaus ist Thema einer Reihe von Informationsveranstaltungen, zu denen die Bürger eingeladen sind, um Transparenz zu schaffen. Die Termine:

  • Montag, 9. September, 18 Uhr: Gaststätte Meiershof in Freilingen
  • Mittwoch, 11. September, 19 Uhr: Gaststätte Breuer in Ripsdorf
  • Dienstag, 17. September, 19 Uhr: »Gürzenich« in Dollendorf
  • Mittwoch, 18. September, 19.30 Uhr: Bürgerhaus Blankenheimerdorf
  • Zudem besteht die Möglichkeit, das Gebäude am Sonntag, 8. September, beim »Markt lebendiger Geschichte« und Tag des offenen Denkmals um 14 und 16 Uhr bei einer Führung zu besichtigen.

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Kommentar von Rudi Huth
Und was macht die Blankenheimer CDU? Sie schickt zwei Wochen vor den Infoveranstaltungen ihre Parteimitglieder durch alle Häuser, um Unterschriften für ein Bürgerbegehren gegen den geplanten Ausbau zum Rathaus zu sammeln.
Hat die CDU in Blankenheim tatsächlich so große Angst davor, von einem informierten Bürger nicht die gewünschten Unterschriften für ihr Bürgerbegehren zu erhalten?