Der Sprung auf die große Leinwand

Luzie Nadjafi spielt in ihrem ersten Kinofilm mit

Euskirchen. Im Alter von sechs Jahren stand Luzie Nadjafi zum ersten Mal für einen Fernsehfilm vor der Kamera. Im Film »Morgen sind wir frei« ist die zwölfjährige Euskirchenerin erstmals auf der großen Kinoleinwand zu sehen.

Gerade erst ist Luzie Nadjafi mit ihrer Familie aus Hamburg zurückgekehrt. Dort stand die junge Schauspielerin allerdings nicht für einen Film vor der Kamera, sondern durfte sich  auf dem Roten Teppich von Fotografen ablichten lassen, denn auf dem Filmfest Hamburg fand die Premiere des Kinofilms »Morgen sind wir frei« statt. Für die Euskirchenerin war es zudem eine ganz eigene Premiere, denn erstmals ist sie in einem Kinofilm zu sehen. Luzie spielt darin die Tochter der jungen Chemikerin Beate (Katrin Röver) und deren Ehemann Omid (Reza Brojerdi). Im Film sehnt sich die deutsch-iranische Familie aus der DDR nach Heimat und Freiheit und gerät 1979, nach dem Sturz des Schahs, in die Wirren der Islamischen Revolution. Das Drama von Regisseur und Drehbuchautor Hossein Pourseifi  basiert auf einer wahren Geschichte.
»Für das Casting habe ich mit meinem Opa, der selbst Iraner ist, geübt, wie man sich auf iranisch vorstellt«, erzählt Luzie. Den Regisseur scheint das zusätzlich beeindruckt zu haben, denn Luzie bekam letztendlich die Rolle. Auch für Luzies Mutter Mahin Nadjafi, war die Rolle etwas ganz Besonderes. »Ich bin Halb-Iranerin und war in der Zeit, in der der Film spielt, selbst das letzte Mal im Iran. Deshalb kann ich mich mit der Rolle meiner Tochter sehr gut identifizieren«, sagt Mahin.

»Ich möchte die Rolle für meinen Opa spielen«

Auch für Luzie hat die Rolle etwas Persönliches. »Hossein, ich muss diese Rolle bekommen. Ich möchte die Rolle für meinen Opa spielen«, soll sie während des Castings zu Regisseur Hossein Pourseifi gesagt haben. »Davon hat Hossein mir allerdings erst erzählt, als die Dreharbeiten schon abgeschlossen waren«, erzählt Mahin Nadjafi. Der Film scheint aber nicht nur Luzies Großvater berührt zu haben, sondern auch viele ältere Menschen aus dem Iran. »Nach dem Filmfest in Hamburg gab es so viele positive Rückmeldungen«, freut sich Luzies Mutter.

Ab 14. November in den Kinos

Der Rote Teppich wird übrigens auch am 16. Oktober wieder ausgerollt. Dann wird »Morgen sind wir frei«, eine Co-Produktion von WDR und ARTE beim Film-Festival Cologne in Köln gezeigt. In die Kinos kommt der Film am 14. November – sowohl in Deutschland, als auch in Frankreich.
Luzie steht mittlerweile für ihr sechstes Filmprojekt vor der Kamera. Angefangen hat jedoch alles mit ihrer Schwester Nelly. Ihre Eltern Mahin Nadjafi und Olaf Hennicke hatten damals vom Aufruf einer Casting-Agentur gehört, die Kindermodels suchte. Nelly (14 Jahre) präsentierte in den folgenden Jahren hin und wieder Kindermode für C&A, Aldi, Karstadt oder Kaufhof. »Über die Kölner Agentur ‚Momo‘ kamen dann auch Anfragen an Nelly für weitere Fotoshootings und Produktwerbung. Und Luzie ist dann auch irgendwie mit reingerutscht«, erzählt die Mutter der beiden.
»Das Wichtigste ist für uns nach wie vor, dass unsere Töchter mit Spaß bei der Sache sind. Wenn es ihnen zu viel wird, würden wir das respektieren«, sagt Mahin Nadjafi.
Dass es Luzie zuviel wird, kann man sich kaum vorstellen. Aktuell laufen die Dreharbeiten für die Buchverfilmung »Die Schule der magischen Tiere«, in der Luzie eine Nebenrolle spielt. »Ich wollte einfach mal in einem Film mitspielen, der auch was für meine Freundinnen ist«, sagt Luzie mit einem Lächeln. 

Hier gibt's den Trailer zum Film: www.youtube.com/watch

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