»Donnerschläge« nerven Anwohner

Schlechter Fahrbahnbelag raubt vielen die Nachtruhe

Euskirchen. Im Euskirchener Ortsteil Weidesheim donnert es regelmäßig. Schuld daran ist aber nicht etwa das Wetter, sondern der schlechte Fahrbahnzustand der L210. Der Straßenlärm raubt vielen Anwohnern den Schlaf.

»Es ist so laut wie das Donnergrollen bei einem Gewitter«, sagt Jürgen Hertel. Der Weidesheimer spricht von der Lärmbelästigung, die von der nahe gelegenen L210 ausgeht. Ursache des »Donnergrollens« ist der schlechte Fahrbahnbelag der Landesstraße. »Rillen, Wellen und Brücken-Dehnungsfugen im Fahrbahnbelag sorgen dafür, dass vor allem die Aufbauten unbeladener Lastwagen beim Passieren regelrechte Donnerschläge verursachen. Die sind teilweise so laut, dass man sie im Bauch spüren kann und sie einem die Nachtruhe rauben«, erklärt Hertel im Gespräch mit dem Wochenspiegel. Und Hertel und seine Frau sind nicht die Einzigen, denen es so geht.
Rund 30 Anwohner aus der Bataverstraße, der Gotenstraße und der Straße »Am Dorfgraben«, die nur rund 100 Meter vom entsprechenden Fahrbahnabschnitt der L210 entfernt leben, leiden unter dem Lärm. »Es ist aber nicht nur die Fahrbahn alleine, die für den Krach verantwortlich ist«, sagt Hertel. Auch das Fahrverhalten vieler Verkehrsteilnehmer habe sich in den letzten Jahren verändert. »Nur wenige halten sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 70 Stundenkilometern, die im Bereich der Kreuzung L210/Am Dorfgraben gilt«, erklärt Hertel. Auch das sei ein Grund, für den gestiegenen Lärmpegel.
Hoffnung schöpften die L210-Anlieger schon im vergangenen Jahr. »Als die Sanierungsarbeiten an der L210 zwischen Kuchenheim und Flamersheim abgeschlossen waren, sind wir davon ausgegangen, dass anschließend die L210 zwischen Flamersheim und dem Kreisel am Industriepark am Silberberg weitergeführt wird. Aber das war nicht der Fall«, berichtet Hertel.
Die Weidesheimer wandten sich schließlich an Straßen.NRW. Der Landesbetrieb ist für Bau, Unterhalt und Sanierung von Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen in Nordrhein-Westfalen zuständig. »Uns wurde mitgeteilt, dass derzeit kein Geld und Personal für die Sanierung der L210 zur Verfügung stehe. Die Frage, wann die Sanierung denn in Angriff genommen werden könne, blieb ebenfalls unbeantwortet«, sagt Hertel.
Der Wochenspiegel fragte ebenfalls bei Straßen.NRW nach. Dort sei der schlechte Fahrbahnzustand der L210 bei Weidesheim bekannt. »Für dieses Jahr sind wir, was die Sanierungsmaßnahmen betrifft, personell und finanziell ausgelastet«, erklärt Bernd Aulmann, Pressesprecher der  zuständigen Straßen NRW Regionalniederlassung Ville-Eifel.

Sanierung voraussichtlich im kommenden Jahr

»Die Pläne für die Sanierungsmaßnahmen im kommenden Jahr werden noch erstellt. Voraussichtlich wird die L210 aber dann dabei sein«, sagt Bernd Aulmann. Ein Hoffnungsschimmer also für die betroffenen Weidesheimer. Auf Anfrage von Jürgen Hertel hat   zudem der Landtagsabgeordnete Klaus Voussem in einem Brief mitgeteilt, dass er die Sanierung der L210 bereits für das Erhaltungsprogramm 2020 angemeldet habe.
Was das Thema »Rasen« auf dem entsprechenden Fahrbahnabschnitt angeht, fragte der Wochenspiegel auch bei der Kreispolizeibehörde und Kreisverwaltung an. »Neben den Kontrollstellen, die wir im Internet ankündigen, werden natürlich auch andere Geschwindigkeitsmesspunkte aufgesucht. Unter anderem auch die Landstraße 210 Höhe Weidesheim«, erklärt Polizeisprecher Lothar Willems. Zudem sei veranlasst worden, dass die Geschwindigkeitskontrollen bei  Weidesheim im Zug der Verkehsunfallprävention zukünftig ebenfalls angekündigt werden.  Aber auch unangekündigte Kontrollen seien jederzeit möglich.

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