»Familientreffen« im Kreishaus

Landrat Günter Rosenke hatte zum Neujahrsempfang eingeladen

Euskirchen. »Zukunft der Pflege« – unter diesem Themenschwerpunkt stand der Neujahrsempfang im Kreishaus. Als Festredner begrüßte Landrat Günter Rosenke NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann.

»Die Gesundheit ist zwar nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts«, mit diesen Worten wünschte Landrat Günter Rosenke den mehr als 350 Gästen ein frohes und gesundes Jahr 2019. »Seit 1995 beginnen wir jedes Jahr mit solch einem – neudeutsch würde man sagen ‚Get Together‘, ‚Meeting‘ oder Networking‘. Ich nenne es lieber ganz klassisch Familientreffen«, betone Rosenke in seiner Begrüßung.

»Die Realität sieht anders aus«

Mit beeindruckenden Zahlen stimmte der Landrat auf das Schwer­­­­punkt­thema »Zukunft der Pflege« ein. 2017 lebten demnach 30 Frauen und Männer im Alter von über 100 Jahren im Kreis, annähernd 500 hätten bereits ihren neunzigsten Geburtstag feiern können. Dazu habe es 155 Diamanthochzeiten (60 Jahre verheiratet) und drei Gnadenhochzeiten (70 Jahre verheiratet) gegeben. »Das ist natürlich sehr erfreulich. Jeder wünscht sich und seinen Angehörigen, möglichst lange gesund zu bleiben und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Alle hoffen, dass sie selbst und ihre Familie nicht pflegebedürftig werden und rund um die Uhr auf Betreuung angewiesen sind. Doch wir alle wissen, die Realität sieht anders aus«, so Rosenke. So seinen die vollstationären Einrichtungen im Kreis Euskirchen mit aktuell 2.500 Menschen nahezu voll belegt. Bei den meisten Pflege-Einrichtungen liege die Auslastung zwischen 90 und 100 Prozent, erklärte der Landrat.

Pflegemarkt stößt an seine Grenzen

Dass der Mangel an Pflegepersonal längst auf Landes- und Bundesebene spürbar ist, verdeutlichte auch der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann  in seiner Festrede. »Pflege ist nicht nur eine Frage von Geld. Wir stellen fest, dass wir an der Grenze des Pflegemarktes angekommen sind«, so Laumann. Die Zahl der Pflegekräfte müsse pro Jahr um zwei bis drei Prozent steigen, um den zukünftigen Bedarf zu decken. »Jeden, der in NRW in der Pflege arbeiten will, müssen wir ausbilden«, so Laumanns Appell. Zudem sei er nicht der Meinung, dass die Politik darüber zu entscheiden habe, wie ein Mensch gepflegt werden solle. Das sollten Betroffene gemeinsam mit ihren Familien entscheiden, erklärte Laumann.
In der anschließenden, traditionellen Podiumsdiskussion trat Laumann dann in direkten Dialog mit pflegenden Angehörigen, Pflegepersonal, Pflegeträgern und Krankenhausleitung. Musikalisch unterhalten wurden die Empfangsgäste vom »Jungen Chor - Feel the Spirit«, kulinarisch »unterhielten« wieder die Landfrauen.

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