Mobilitätskonzept: Beteiligungsplattform ist online

Stadt setzt auf Anregungen der Bürger

Euskirchen.  „Machen Sie mit – Wir planen die Mobilität der Zukunft“, so heißt die neue Beteiligungsplattform auf der Internetseite der Kreisstadt Euskirchen.

Auf der neuen Platform unter www.euskirchen.de können Ideen und Anregungen zu den verschiedenen Verkehrsträgern auf einer Karte des Stadtgebietes eingetragen und erläutert werden. Als Alltagsexperten sind alle Bürger eingeladen, die Zukunft der Mobilität in der Kreisstadt Euskirchen mit zu gestalten. Anregungen zu den Themen Zu-Fuß-Gehen, Fahrrad fahren, Busverkehr sowie Kfz-Verkehr können in der Karte direkt markiert und mit Kommentaren versehen werden. Dazu können auch Fotos hochgeladen werden. Alle Anregungen werden aufgenommen, geprüft und fließen in die Erstellung des Mobilitätskonzepts ein. Die Kreisstadt Euskirchen hofft, dass viele Bürger diese Möglichkeit der Beteiligung nutzen werden.

In einer Pressemitteilung der Stadt heißt es: Bei jeder städtebaulichen Planung wird mehr über den Verkehr diskutiert als über die geplante Nutzung oder die Architektur. Der Verkehr wird stets als schlimm, belastend und gefährlich wahrgenommen: Gleichzeitig erzeugen die Betroffenen den Verkehr selbst. Jeder macht ihn – aber keiner will ihn! Der Trend der letzten Jahrzehnte hat die „Dosis Auto“ immer weiter erhöht. Wo wird das enden? Sollen Kinder in Garagen spielen, weil sich Autos auf den Spielplätzen tummeln?

Wie soll eine Stadt mit dieser z.T. widersprüchlichen Situation umgehen? Was kann sie tun? Wie sieht der Verkehr von morgen aus? Alles Fragen, die eine Verwaltung nicht alleine und ohne fachkundige Beratung beantworten kann. Es müssen genaue Analysen erstellt und die Bürger beteiligt werden, um eine gemeinsame Basis und eine Zielvorstellung für die Mobilität der Zukunft zu ermitteln. Es werde zwar keine Patentrezepte geben, aber wenn jeder einen ersten Schritt mache, könne doch viel bewegt werden, so die Stadt in ihrer Mitteilung.

Haushalte wurden befragt

Der politische Beschluss zur Erarbeitung eines stadtweiten Mobilitätskonzepts stammt aus dem Jahr 2017. Als erster Schritt zur Grundlagenermittlung für ein Mobilitätskonzept wurde im Herbst 2017 eine Haushaltsbefragung zum Mobilitätsverhalten durchgeführt, an der sich 3.000 Einwohnerinnen und Einwohner beteiligt haben. Rund 10 % aller Wege werden mit dem Fahrrad zurückgelegt. Der Pkw hat einen Anteil von rund 52 % zuzüglich 9% Mitfahrer/-innen. Der Fußverkehr macht 17 % aus und Busse und Bahnen werden zu 12 % genutzt. Neben der Nutzung der Verkehrsmittel wurde auch nach den an einem bestimmten Stichtag zurückgelegten Wegen gefragt.

Die Stadtverwaltung hat Mitte 2019 nach einer europaweiten Ausschreibung eine Planungsgruppe bestehend aus dem Büro VIA eG, Köln, Agentur Tippingpoints, Bonn, und Rupprecht Consult GmbH, Köln, mit der Erstellung des Mobilitätskonzepts beauftragt. In den nächsten zwei Jahren bis Herbst 2021 soll das bestehende Verkehrsnetz untersucht und Defizite bei allen Verkehrsmitteln identifiziert werden, um durch gezielte Maßnahmen der Bevölkerung Mobilitätsalternativen anbieten zu können. Ziel ist, die negativen Auswirkungen des Verkehrs zu reduzieren und dennoch die Mobilität zu wahren. Damit werde auch ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Es solle genau untersucht werden, welche Anreize nötig seien, damit mehr Bürger die Verkehrsmittel des Umweltverbundes, Rad, Bus und Bahn, nutzen. Die private Nutzung von Pkws soll reduziert oder zumindest effizienter werden. Dies können durch eine bessere Kombination mit Bus und Bahn oder durch verschiedene Formen des Autoteilens, neudeutsch Carsharing, geschehen.

Zunächst wird mit Hilfe von Verkehrserhebungen ein Verkehrsmodell erstellt, welches es ermöglicht, Veränderungen im Straßennetz vorab auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen. Die Verkehrserhebungen werden bereits seit einiger Zeit durchgeführt. Bei der Entwicklung neuer Ideen zur Mobilität in Euskirchen ist die Kreisstadt Euskirchen auf eine intensive Mithilfe der Bevölkerung als tägliche Verkehrsteilnehmer angewiesen. Die Bevölkerung soll durch vielfältige Beteiligungsformen angesprochen werden. Es sind Stadtspaziergänge und Radtouren geplant, auf denen vor Ort gemeinsam mit den Bürgern/-innen Probleme benannt und Lösungsansätze diskutiert werden. Im weiteren Verlauf der Planungen sind Veranstaltungen in den Stadtteilen vorgesehen und es erfolgt ein kontinuierlicher Austausch zwischen Verwaltung, Politik und lokalen Experten in Sachen Verkehr, so genannte Stakeholder. Ein weiterer Baustein ist die nun freigeschaltete Beteiligungsplattform.

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