Bei drei Hunden wird es teuer

Mit 600 Euro liegt Hellenthal an der Spitze

Paulushof. Gabriele Cremer aus Paulushof pflegt den Widerspruch - gegen die Hundesteuer der Gemeinde Hellenthal.

Die ist ihrer Auffassung nach nämlich viel zu teuer. Doch der Reihe nach: Im vergangenen Jahr verlor die Familie Cremer, die seit 1999 in dem ländlich geprägten kleinen Ort Paulushof lebt, ihren zwölfjährigen Airdale Terrier durch Krankheit. Anfang des Jahres entschloss sich die Familien daher dazu, ihrer achtjährigen Pudeldame Lucy die Gesellschaft der beiden Airdale Terrier Welpen Ronja und Thaira zu gönnen. »Die Hunde«, so Gabriele Cremer, »machen uns sehr viel Freude und harmonieren prächtig.« Weniger erfreut war sie allerdings vom Abgabenbescheid der Gemeinde Hellenthal. Statt der bisherigen 60 Euro für Pudeldame Lucy soll sie nun 200 Euro pro Jahr und pro Hund bezahlen, was den stattlichen Betrag von 600 Euro ausmacht. »Damit«, beschwert sich Gabriele Cremer, »hat sich die Hundesteuer verzehnfacht, weil wir nun drei statt einen Hund haben.« Mit diesem Betrag liege Hellenthal nicht nur im Kreis Euskirchen einsam an der Spitze.

Ordnungspolitisch gewollt

Nach Auskunft von Hellenthals Bürgermeister Rudolf Westerburg ist der hohe Preis für drei Hunde durchaus gewollt: »Mit der Hundesteuer werden ordnungspolitische Ziele verfolgt. Sie soll dazu beitragen, die Zahl der Hunde im Gemeindegebiet zu begrenzen.« Haushalte mit mehreren Hunden hätten spürbar zugenommen. Die Steuer verzehnfache sich auch nicht: »Die Anzahl der Hunde steigt ja auch, daher liegt sie lediglich um 66,7 Prozent höher pro Hund.« Westerburg möchte auch nicht den Eindruck aufkommen lassen, seine Kommune habe etwas gegen Hunde und ihre Halter. Das Gegenteil sei der Fall: »Ziel des Rates ist es, jedem die Hundehaltung zu ermöglichen.« Für Witwer und Witwen, Rentner oder Menschen, die von Hartz-IV leben müssten, sei ein Hund oft ein wichtiger Bezugspunkt. Daher werde ein Hund mit 60 Euro pro Jahr auch sehr niedrig besteuert. Damit liege man kreisweit an der untersten Grenze.

Zahlen und Fakten zur Hundesteuer

 

  • Tatsächlich ist die Hundesteuer für drei Hunde in der Gemeinde Hellenthal mit insgesamt 600 pro Jahr sehr hoch. Damit ist man Spitze im Kreis Euskirchen, wo man etwa in Kall oder Schleiden nur 360 Euro zahlt. Man liegt sogar über den Städten Köln und Aachen, wo 468 Euro fällig werden.
  • Dagegen liegt Hellenthal bei der Haltung von nur einem Hund deutlich unter Kall und Schleiden, wo 72 bzw. 80 Euro gezahlt werden müssen.
  • Bei der Anzahl der Hunde liegt die Gemeinde Hellenthal ebenfalls vor Kall und Schleiden. Auf die 7.925 Einwohner entfallen 1.021 angemeldete Hunde, was einem Prozentsatz von 12,88 entspricht. In Kall liegt der bei 8,56, in Schleiden bei 9,39 Prozent.
  • Die Erträge aus Hundesteuer liegen in der Gemeinde Hellenthal bei rund 96.000 Euro pro Jahr.
  • Gabriele Cremer setzt sich für den völligen Wegfall der Hundesteuer ein. Sie sei 1809 als seuchenpolizeiliche Maßnahme gegen die Tollwut eingeführt worden. Cremer hat nun eine neue Facebook-Gruppe gegründet: www.facebook.com/groups/HundesteuerUnsinn/

 

 

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