Gemeinde fest in Narrenhänden

Sistig. Am Rosenmontag gingen drei Umzüge in Sistig, Sötenich und Keldenich – Der Wettergott spielte diesmal mit – Hunderte Jecken an den Zugwegen – Sistiger Prinz Marc wurde von einer heftigen Erkältung geplagt – Peter Pan, Geisterjäger und Hollywood-Flair.

Drei Rosenmontagszüge bestimmten am Karnevalsmontag das Geschehen in der Gemeinde Kall. In Sistig, Sötenich und Keldenich gingen bunte Umzüge bei relativ trockenem Wetter. Im Gegensatz zum Sonntag brauchten sich Hunderte von Jecken am Straßenrand keine Sorgen zu machen, dass ein Sturmtief die Züge ausbremste. Es wurde gefeiert was das Zeug hielt.

Überraschung in Sistig

In Sistig präsentierte der Zugleiter Gerd Schumann von der KG „Kinderkarneval Sistig“ einen Zoch mit 13 Wagen und Fußgruppen und knapp 200 Teilnehmern. Größte Gruppe war traditionell der Jugendklub Sistig, der mit 45 Sträflingen aus der JVA Sistig am Zug teilnahm. „Gefangen im Schwalbendorf“ stand auf dem großen Knast, der mit lauter Musik durch den Ort fuhr.

Die Spitze des Zuges bildete traditionell der Spielmannszug aus Wahlen mit seinem „Küshannes“ Manfred Frontzek. Den Spielleuten folgten der Gesellschaftswagen der KG Dahlem und die „Jecke Krohe von Wahle“. Als bunter Zirkus mit Zirkusdirektor, Clowns, Elefanten und Tigern war eine Fußgruppe aus der Schergasse dabei. Das Männerballett hatte das Thema „In 80 Tagen um die Welt“ als Zugmotto gewählt.

Fußballer aus Strempt glossierten „Captain Dauerstramm“, die „Schwarzen Mäuse“ aus Sistig geisterten als Fledermäuse durch den Ort, während „Die Uschis“ mit Indianern und Cowboys mitzogen. Mit drei Fragezeichen in der offiziellen Zugaufstellung war die Fußgruppe „Lauter Rätsel“ aufgeführt. Erst kurz vor dem Start erschien die Gruppe, die sich als Haie-Fanclub entpuppte und die ihren Handkarren mit der Botschaft „Haiefans grüßen das Prinzenpaar“ durch den Ort zog.

Den Abschluss des kleinen, aber feinen Rosenmontagszuges bildete der rote Prunkwagen, von dem das Kinderprinzenpaar Finn und Lea sowie das große Prinzenpaar Marc und Aline den Jecken am Straßenrand zujubelten. Fast hätte eine heftige Erkältung die Teilnahme von Prinz Marc am Zug zunichte gemacht. Doch dick in Schal und Jacke eingepackt ließ sich Marc seinen Sessionshöhepunkt nicht nehmen.

Sötenicher Glamour-Welt

In Sötenich kommentierte André Metternich wieder den Rosenmontagszug der KG „Süetenicher Schlipse“. Der stand unter dem Sessions-Motto „Glamour-Welt aus Hollywood, steht den Schlipsen very good“. Mit elf Wagen und Fußgruppen, unterstützt vom Musikverein unter Leitung von Torsten Trenz zog der närrische Lindwurm durch den Ort. Angeführt wurde der Umzug vom Wagen des Elferrates, der Hollywood-Flair verbreitete. Hoch auf seinem Prunkwagen jubelte das Dreigestirn aus Vussem mit Prinz Kurt I., Jungfrau Berta und Bauer Klaus den Sötenicher Jecken zu. Die Vussemer sind seit Jahren Stammgäste beim Zoch in Sötenich. „Wir freuen uns jedes Jahr darüber, dass befreundete Vereine zum Umzug nach Sötenich kommen“, sagte Zugleiter Jörg Döhler.

Die Elferratsfrauen gingen als Sterne in einer Fußgruppe, während sich die IG Rinnen den Weltraum, und die Fußballer den Fußball zum Thema gemacht hatte. Die Vielfalt der Berufe demonstrierte die Prinzengarde der Schlipse auf ihrem Wagen. „Peter Pan“ war das Zugmotto des Herrenballetts „Traumtänzer“, dessen Aktive erst kürzlich beim Männerballett-Wettstreit in Inden erneut den ersten Platz belegt hatte. Der Prinzengarde folgte der Wagen der Kinder-Tollitäten Prinzessin Sarah, Bauer Jana und Jungfrau Freya. Die drei Karnevals-Kids warfen jede Menge süße Sachen in die am Zugweg stehende Menge.

„Verwandtschaft goes Hollywood“ war angesagt, als die zehnköpfige Verwandtschaft von Prinz Tommy dem Tollitäten-Prunkwagen voranschritt. Die in Köln wohnenden Eltern der Prinzessin hatten sogar auf die Teilnahme am Kölner Rosenmontagszug verzichtet, um in Sötenich dabei sein zu können. Das Prinzenpaar Tommy und Prinzessin Jana war Schlusspunkt eines großartigen Rosenmontagszuges, bei dem das DRK und die Feuerwehr Kall für Sicherheit sorgten.

Waldgeister treffen auf Ghostbusters

In Keldenich existiert zwar kein Karnevalsverein, dennoch geht dort jedes Jahr am Rosenmontag ein prächtiger Karnevalszug. Elf Wagen und fünf Fußgruppen zogen dieses Jahr knapp zwei Stunden lang durch die Straßen des Ortes und wurden von unzähligen Jecken am Straßenrand gefeiert.

Organisiert wird der Keldenicher Zoch von der Dorfgemeinschaft. Die wurde im Jahr 2017 gegründet, um insbesondere die Traditionen von Karneval und Kirmes langfristig aufrechtzuerhalten. Seit 2018 organisiert die Gemeinschaft als eingetragener Verein die Karnevalsveranstaltungen und den Rosenmontagszug im 850-Seelen-Ort.

Vom Musikverein Keldenich angeführt, setzte sich der Zug um 14 Uhr in Bewegung. Die Teilnehmer hatten wieder viele Ideen in die Tat umgesetzt. Auf einem Wagen fuhren Waldgeister, auf einem anderen bunt angemalte Indianer durch die Straßen. Gleich zwei Fußgruppen hatten sich die FC-Farben „Rut un Wiess“ zum Thema gemacht. Das Herrenballett „Tanzbärchis“ zog als Fußgruppe mit. Auch Schmetterlinge und Ghostbusters waren unterwegs.

Mit drei Wagen und ihren Tanzgruppen waren die „Jecke vom Hahnebömsche“ aus Scheven mit Elferrat und Kinderprinz Timo im Umzug präsent. Den Abschluss des Zuges bildeten die Kaller „Löstige Bröder“ mit einem Wagen der Kaller Prinzengarde und zwei Prunkwagen des Kinderprinzenpaares Nico I. und Lenna I. sowie des großen Prinzenpaares Bernd I. und Yvonne I. Zur großen After-Zoch-Party trafen sich die Zugteilnehmer abschließend im Saal der Gaststätte „Bei Kathi“.

pp/Agentur ProfiPress

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