Sag, wo die Blumen sind ...

An den Straßen blüht es - Refugium auch im Tierheim Kall

Floisdorf. »Die Fläche ist tot«, zeigt Udo Zerfowski auf ein Maisfeld. Direkt davor bietet der Straßenrand und -graben ein gänzliches anderes Bild. Dort grünt und blüht es.

 »So soll es sein«, waren sich Udo Zerfowski aus Glehn, vielen besser als »Öko-Udo« bekannt, und Kurt Schröder vom KNU-Ortsarbeitkreis Mechernich einig. Tatsächlich sei es so, dass viele Wildblumen ihr letztes Refugium am Straßenrand finden würden. Denn dort würde schon lange nicht mehr gespritzt und die Termine, an denen gemäht werde, fänden meist zu den richtigen Terminen statt.

Beitrag zum Umweltschutz

»Ich weiß gar nicht, ob es ihnen so bewusst ist, aber die Bauhöfe leisten hier einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz«, so Udo Zerfowski. Denn durch die Artenvielfalt am Straßenrand fänden dort auch viele Insektenarten eine wichtige Nahrungsquelle. Simone El Massaoudi, Leiterin des Kreisbauhofes, und Guido Schmitz, Abteilungsleiter Tiefbau und Abfallentsorgung beim Kreis Euskirchen, waren vom Lob ganz überrascht. Tatsächlich sei es so, dass man für rund 320 Kilometer Kreisstraße zuständig sei. Gemäht werde zwei Mal im Jahr.

Verkehrssicherungspflicht

Beim ersten Schnitt würden die Rabatte in einer Tiefe von 1,50 Meter, beim zweiten Schnitt werde auf einer Breite von maximal sechs Metern gemäht. »Wir richten uns nach den Vegetationsphasen, beginnen im Flachland und arbeiten uns dann in die Eifel hoch«, so Guido Schmitz. Im Vordergrund stehe bei den Pflegearbeiten allerdings die Verkehrsicherheit und zunehmend der Hochwasserschutz.

Artenvielfalt im Kaller Tierheim

»Ein gepflegter Rasen sollte irgendwann einmal peinlich sein«, setzt Markus Schmitz-Bongard, Vorsitzender des Tierschutzvereins Kall und Umgebung, auf ein Umdenken in der Bevölkerung. »In meinem privaten Garten«, verrät er, »lasse ich der Natur schon länger freien Lauf und werde mit einer tollen Artenvielfalt belohnt.« Diesen Ansatz setzt man auch auf dem Gelände des Tierheims in Kall um. Dort wurden unter anderem Wildblumen gesät, Totholzplätze und Insektenhotels eingerichtet. Mittelpunkt ist der Teich, um den herum Wildwuchs mit einem Zaun gesichert wird. »Dort ist richtig was los, sogar ein Gelege der Stockente haben wir«, so Schmitz-Bongard. Jeder könne mit einer wilden Ecke im Garten ebenfalls einen Beitrag leisten.

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