Ein Haus voll Glorie schauet ...

Aufwändige Sanierung der Pfarrkirche in Pesch

Pesch. In diesen Tagen dringt oft noch sehr spät abends das Licht durch die hohen Fenster der Pfarrkirche St. Cäcilia in Pesch nach draußen in die Dunkelheit. Eine Messe wird im Innern jedoch nicht gefeiert, schon seit zwei Jahren nicht mehr. Stattdessen sind viele ehrenamtliche Hände damit beschäftigt, dem Innenraum des Gotteshauses den letzten Feinschliff zu geben. Schließlich wird die Kirche zum vierten Advent, 20. Dezember, um 10 Uhr neu eingesegnet.

Dieser Gottesdienst markiert dann den vorläufigen Schlusspunkt einer umfangreichen Sanierung, die einst mit verrußten Wänden seinen Anfang nahm. »Zuerst«, erinnert sich Joachim Schmitz vom Kirchenvorstand der Pescher Pfarre, »hatten wir die Kerzen im Verdacht, den ziemlich neuen Anstrich des Kirchenraums zu verrußen.« Das Problem, so stellte sich im Frühjahr 2013 nach einer eingehenden Untersuchung heraus, lag jedoch tiefer. Die Heizungsanlage des Gotteshauses war total marode und wurde vom Fachmann stillgelegt. Er konnte nämlich nicht ausschließen, dass Abgase ins Innere gelangten. Die Kirchengemeinde musste handeln und entschloss sich dazu, eine neue Heizungsanlage mit Wärmetauscher zu installieren. Begonnen wurde mit den Arbeiten im November 2013, im Januar 2014 wurde die neue Anlage in Betrieb genommen.

Überraschungen

Zu diesem Zeitpunkt ahnte aber noch keiner der viele freiwilligen Helfer, wie viele - oft unliebsame Überraschungen - der 1846 erbaute neugotische Kirchenraum noch zu bieten hatte. Die Liste der auftretenden Mängel, die Joachim Schmitz aufzählt, ist lang. So war schon vor der Sanierung aufgefallen, dass sich einige Platten des Kirchenbodens angehoben hatten. Beim Aufnehmen der Fliesen fand man die Ursache in Gestalt einer mächtigen Kastanienwurzel. Folge: Die Wurzel wurde gekappt, der alte Aufbau des Fußbodens durch eine Betondecke ersetzt.

Alter Boden

Erfreulich war, dass man bei den Arbeiten auf Teile des alten Kirchenbodens stieß. »Es handelt sich um Platten, die aus dem alten Pescher Steinbruch stammen und von den Vorfahren in mühevoller Handarbeit gebrochen wurden«, so Joachim Schmitz. Diesen alten Boden hat man im Altarbereich wieder neu verlegt. Zudem finden sich einzelne Platten im neuen Mittelgang wieder. Marode war auch die alte Elektroinstallation. Dort wurden sechs Kilometer Kabel verlegt und die Technik auf neuesten Stand gebracht. Der Dachstuhl wurde vom Holzwurm befreit und auch die durchhängende Decke wieder gerichtet. »Die besteht«, so Schmitz, »aus Lehm und muss entsprechend feucht gehalten werden.« Also wurde dafür eine automatische Lüftung eingebaut. Insgesamt schätzt Joachim Schmitz die Gesamtkosten der Sanierung auf runde 160.000 Euro. Stolze 40.000 Euro wurden davon von zahlreichen freiwilligen Helfern in Eigenleistung erbracht. »In den zwei Jahren sind rund 14.000 Stunden von ehrenamtlichen Helfern geleistet worden«, hat Schmitz ausgerechnet.

Einsegnung

Die Pfarrkirche St. Cäcilia in Pesch wird am Sonntag, 20. Dezember, um 10 Uhr nach der Fertigstellung der Grunderneuerung neu eingesegnet. Die feierliche Messe zelebrieren am vierten Adventssonntag der Weihbischof emeritiert. Karl Reger, der Domkapitular Heiner Schmitz sowie der Pescher Pastor Werner Klinkhammer.

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