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VR-Bank Nordeifel macht zwei Filialen dicht

In Marmagen und Rescheid ist am 28. September 2018 Schluss

Marmagen. „Vorstand und Aufsichtsrat haben entschieden, das Filialgeschäft neu auszurichten und zwei unserer Filialen zu schließen“, sagt der Vorstandsvorsitzende der VR-Bank Nordeifel, Mark Heiter, in einer Presseerklärung der Bank. Folge: In Rescheid und Marmagen öffnet die Bank ihre Filialen am Freitag, 28. September 2018, zum letzten Mal.

Immerhin bleibt in Marmagen laut Heiter zumindest der Geldautomat erhalten: „Unsere Firmenbank hat bis auf weiteres ihren Sitz in Marmagen, daher bleibt der Geldautomat dort auf unbestimmte Zeit erhalten.“ Die Rescheider Kunden, so heißt es in der Pressemitteilung weiter, könnten die nahe gelegenen Filialen Hellenthal oder Dahlem nutzen. Die sind laut Routenplaner im Fall von Hellenthal 8,4 Kilometer und Richtung Dahlem 12,7 Kilometer für die einfache Fahrt ohne Rückweg entfernt.

Bargeldversorgung soll sichergestellt werden

Die Bargeldversorgung vor Ort solle weiterhin sichergestellt werden. Diesen Service - etwa über Läden, in denen Geld an der Kasse ausbezahlt wird, oder Mitarbeiter, die das telefonisch georderte Geld bringen -  organisiere die VR-Bank Nordeifel bereits in acht anderen Dörfern. Begründet werden die Schließungen unter anderem auch mit der Niedrigzinspolitik und die Regulatorik der Europäischen Zentralbank (EZB). Sie zwängen auch die VR-Bank Nordeifel zu betriebswirtschaftlichen Kompensationsmaßnahmen.

Filialen werden immer seltener aufgesucht

VR-Bank-Vorstandsmitglied Wolfgang Merten wies darauf hin, dass trotz der Schließungen in Zukunft  in jeder Kommune mindestens eine Geschäftsstelle verbleibe. Merten weiter: „Die Vor-Ort-Filialen haben spürbar in der Bankenwelt nicht mehr die Bedeutung wie vor Jahrzehnten. Das liegt vor allem am stark veränderten Kundenverhalten.“ Die Filialen würden allgemein immer seltener in Anspruch genommen. 62 Prozent der VR-Bankkunden wickeln ihre Finanzgeschäfte bereits online ab, sogar 75 Prozent der Girokonten werden per Computer, Tablet oder Handy geführt.

Komplexe Lösungen entwickeln

Mark Heiter erklärt zudem: „Wir werden uns den Kundenbedürfnissen anpassen und komplexe Lösungen für unsere Kunden entwickeln. Deswegen ist es sinnvoll, Kompetenz und Fachwissen in den verbleibenden Filialen zu bündeln und somit unsere Beratungsqualität und unser Leistungsspektrum zentral und auf Wunsch der Kunden auch bei denen zu Hause anzubieten zu können.“ Genau das sei nach Vereinbarung täglich von 8 bis 20 Uhr und auch an Samstagen möglich.

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Kommentar von Albert Müllenborn
Leider ist es so, dass mit den Bankfilialen ein Herzstück der wirtschaftlichen Kompetenz aus den betroffenen Dörfern entfernt wird. Sicherlich sind die Gewinnmargen der banken durch die Niedrigzinspolitik arg geschrumpft. Die Frage wird sein, ob bei steigenden Zinsen auch wieder ein Ausbau der Filialen erfolgt.