Eine Alpenhütte mitten in der Eifel

Schleiden. Mit Hüttenurlaub verbinden nicht nur Wanderer Ruhe, Abgeschiedenheit und ein atemberaubendes Alpenpanorama. Die Sektion »Eifel« des Deutschen Alpenvereins macht jetzt auch Hüttenromantik mitten im Nationalpark Eifel möglich - genauer gesagt am »Malakoff« auf Vogelsang.

Wer in einem der vielen Ortsgruppen des Eifelvereins aktiv ist, der weiß, dass sich dort längst nicht mehr nur Wanderfreunde versammeln. Es wird Kulturpflege betrieben, die Landschaft rund um den Ort in Schuss gehalten, es stehen Ausflüge an und natürlich werden auch die Wanderschuhe geschnürt.
Ähnlich ist es beim Alpenverein, der mit dem einfachen Motto »Wir lieben die Berge« verdeutlicht, dass es mehr um ein Lebensgefühl als nur um das bloße Abspulen von Kilometern über Stock und Stein geht. Der Sektion Eifel steht seit drei Jahren Max Theißen vor und seither ist die Gruppierung auf stolze 3200 Mitglieder gewachsen. »Das einzigartige Berggefühl kann man nicht nur in den Alpen erleben«, unterstreicht der Höfener, »unser Mittelgebirge hat eine Menge zu bieten«. Und dieses Angebot möchten Theißen und seine Mitstreiter den Mitgliedern, aber auch allen anderen Naturfreunden näherbringen.

28 Schlafplätze und eine Selbstversorgerküche

»Dafür werden wir eine neue Mittelgebirgshütte errichten, hier auf Vogelsang«, zeigt sich Theißen erfreut. Der Deutsche Alpenverein hat den Zentralflügel des »Malakoff« erwerben können - rund 1000 Quadratmeter ist die Fläche inklusive Grünstreifen und Parkplätzen groß. Die reine Nutzfläche der »Hütte« inmitten des Nationalparks Eifel beträgt etwa 300 Quadratmeter.
Der Mittelflügel wurde sowohl in der NS-Zeit als auch während der Nutzung als Camp Vogelsang durch die Belgier für die Unterbringung der Wache genutzt. »Wir werden die Räume komplett sanieren und dort Schlafräume für 24 bis 28 Personen einrichten«, so Martin Boekholt von der DAV-Sektion Eifel. So darf sie sich übrigens erst seit kurzem nennen. »Viele Jahre haben wir dafür gekämpft auch im Namen die ganze Eifel vertreten zu dürfen und jetzt endlich benachbarte Sektionen und den Hauptverein in München überzeugt«, so Theißen.
Neben dem öffentlichen Teil mit Betten, Küche, Sanitär - und Aufenthaltsräumen wird es einen Sektionsraum, einen Technikraum sowie einen Raum für die Verwaltung geben. »Bislang fanden Versammlungen im heimischen Wohnzimmer statt«, erklärt Theißen.
250.000 Euro wird der Alpenverein auf Vogelsang investieren. Rund die Hälfte steuert der Hauptverein zu, den Rest die Sektion »Eifel« - auch durch ehrenamtliche Arbeit, die bis Ende 2021 zu leisten sein wird. Dann soll Mitgliedern und anderen Sportbegeisterten auch ein Raum zum Bouldern zur Verfügung stehen. Das ist das Klettern ohne Kletterseil und Klettergurt an Felsblöcken, Felswänden oder an künstlichen Kletterwänden - dann auch auf Vogelsang.
»Der Standort auf Vogelsang bietet den perfekten Ausgangspunkt für Wanderungen, aber auch Wassersport oder Aktivitäten im Winter«, versichert Boekholt. »Zudem wollen wir mit der braunen Vergangenheit des Alpenvereins aufräumen und ein Zeichen für Toleranz und Mitmenschlichkeit setzen«, hat Theißen den Ort für eine Selbstversorgerhütte bewusst gewählt.

Selbstversorger und Patenschaft

Die DAV-Sektion Eifel betreibt keine eigene Hütte in den Alpen, steht aber Pate für Essen-Rostocker Hütte im Osttiroler Virgental.
Die künftige Mittelgebirgshütte auf Vogelsang ist eine Selbstversorgerhütte. Das bedeutet, dass zwar eine Küche vorhanden ist, Speisen und Getränke aber mitgebracht werden müssen. Ein großer Aufenthaltsraum und eine Veranda im Obergeschoss lassen vom Wandern entspannen.
Weitere Infos gibt es unter www.dav-eifel.de

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