Herzsport braucht Ärzte

Sorgen um den Fortbestand eines besonderen Angebots

Schleiden. Trotz Corona ist die Zahl derer, die sich vor der Sporthalle des Johannes-Sturmius-Gymnasiums in Schleiden einfinden, sehr ansehnlich. Diese Menschen freuen sich, wieder Sport machen zu können. Und sie fragen sich gleichzeitig, wie lange dies noch möglich sein wird.

Denn tatsächlich ist die Gruppe, die sich montags zum gemeinsamen Sport unter der Anleitung von Beate Linnenkohl einfindet, eine besondere. »Es handelt sich um unsere Herzsportgruppe«, erläutert die Übungsleiterin das Angebot, welches der SV Nierfeld seit Jahren sehr erfolgreich unterbreitet.

Sorgen um den Fortbestand

Beate Linnenkohl selbst ist seit sechs Jahren mit von der Partie und betreut zudem auch noch Lungensportgruppen. Trotzdem macht ihr derzeit ihre Herzsportgruppe Sorgen. Und das hängt nicht etwa mit dem Interesse der Teilnehmer zusammen - ganz im Gegenteil. »Trotz Corona«, weiß die Reha-Sport-Expertin, »kommen immer weiter Neuanmeldungen.« Die sie aber leider nicht annehmen kann, weil ihr die Ärzte fehlen.

Arzt muss zugegen sein

Um nämlich eine Herzsportgruppe betreiben zu können, muss in jeder Übungsstunde ein Arzt zugegen sein, um die kardiologische Kontrolle zu gewährleisten. »Und momentan«, klagt Beate Linnenkohl, »fehlen uns leider die Mediziner.« Momentan verfüge man mit Dr. Monika Gaffga, Adelheid Trimborn und Dr. Michael Cremer nur noch über drei verlässliche Ärzte/innen, die momentan die Betreuung sicherstellen. »Diese Mediziner«, lobt Beate Linnenkohl, »haben sich mit bis zu zehn Leistungsstunden derart verdient gemacht, dass das Herzsportangebot in Schleiden bislang nicht eingestellt werden musste.«

Info- und Bittstellerkampagne

Um die Betreuung der Gruppe auf mehr Schultern zu verteilen, startete man eine sehr aufwändige »Info- und Bittstellerkampagne«, die leider zu keinem Ergebnis geführt hat. »Ich habe«, erzählt Beate Linnenkohl, »insgesamt 25 Ärzte angessprochen und keinen gefunden, der Termine übernehmen wollte.« Sicher habe sie Verständnis dafür, dass gerade in Zeiten von Corona viel geleistet werden müsse. Aber im vorliegenden Fall handele es sich um etwa vier Termine im Jahr, die man für eine gute Stunde wahrnehmen muss. Tatsächlich sei es so, dass viele der Ärzte, die keine Betreuung übernehmen, ebendiese Rehabilitationen verordneten und »die Patienten zu uns schicken.«

Auch um dieses Angebot weiter aufrecht erhalten zu können, sei man auf zusätzliche betreuende Ärzte dringend angewiesen. Die Herzsportgruppe versteht sich als Angebot für Menschen, die an Herz-Kreislauferkrankungen leiden. Oft hätten diese Menschen einen Herzinfarkt erlitten oder eine Herzoperation hinter sich und seien froh, sich neben dem Sport auch untereinander auszutauschen.

Interessierte Ärzte können sich unter Tel.: 02482/1254944 melden, Info: https://rehasport.linnenkohl.eu/

 

 

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