»Der Stacheldraht am jüdischen Friedhof war schlichtweg ein Unding!«

Weilerswist. Der SSV Lommersum ist im Finale der Aktion »Footballkids for Nature«: 50 Kinder und Jugendliche hatten den jüdischen Friedhof auf Vordermann gebracht.

Die Jugendabteilung des SSV Lommersum beteiligt sich in diesem Jahr an dem Umweltwettbewerb »Footballkids for Nature«, den der Fußballverband Mittelrhein in Kooperation mit Jack Wolfskin ausgelobt hat.  Unter 40 Teilnehmern sind die Lommersumer jetzt von einer Jury des Fußballverbandes unter die besten zehn gewählt worden. Lommersum (pr).   Im Finale können nun die Internet-Nutzer über das beste Projekt der zehn ausgewählten Teilnehmer abstimmen. Neben dem SSV Lommersum beteiligt  sich aus dem Kreis Euskirchen auch die SG Sportfreunde Marmagen-Nettersheim an der Aktion.Der SSV Lommersum hat in seinem Projekt den jüdischen Friedhof auf Vordermann gebracht. Das Gräberfeld liegt inmitten eines Fichtenwäldchens gleich neben dem Lommersumer Sportplatz. Der Friedhof machte schon seit geraumer Zeit einen sehr verwahrlosten Eindruck. 50 Kinder und Jugendliche, unterstützt von einigen Eltern und Betreuern, haben das  Gelände nun mit geballter Kraft von Unkraut, Wildwuchs und Müll  befreit. Zudem wurden die Grabstätten gereinigt und freigelegt. Diese Aufgaben übernahmen vor allem die  jüngeren  Nachwuchskicker. Die etwas älteren Jugendfußballer entfernten den Stacheldraht, mit dem der Friedhof umgeben war.  »Vor dem geschichtlichen Hintergrund war der Stacheldraht am jüdischen Friedhof von der Symbolik her schlichtweg  ein Unding«, sagte Ralf Dobkowicz, der Jugendleiter des SSV Lommersum. Als neue Einfriedung will die Jugendabteilung im Herbst eine Hainbuchenhecke pflanzen.Abgestimmt wurden  die Maßnahmen auch mit dem Landesverband der jüdischen Gemeinden, der sich vom Engagement der Jugendlichen begeistert zeigte. Vor dem  Pflegeeinsatz auf dem jüdischen Friedhof  waren die jungen Leute zudem über die historischen Zusammenhänge  informiert worden. »An der Aktion haben sich auch Kinder islamischen Glaubens beteiligt, was für uns ein Zeichen des friedlichen Miteinanders in unserer Gemeinschaft ist«, erläuterte der Jugendleiter. Ziel des Vereins sei es, die Pflege des Friedhofs dauerhaft zu übernehmen. Eine besondere Verpflichtung dazu bestehe auch dadurch, dass ein Mitbegründer des Sportvereins auf dem jüdischen Friedhof begraben ist: Willi Kain. Abstimmen kann man auf der Internet-Seite des FVM.Unter den zehn Finalisten wird gemäß des prozentuales Stimmenanteils ein Preisgeld von 50.000 Euro aufgeteilt.

 

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