"Wir sind keine Buhmänner!"

Polch. Die Landwirte wollen nicht die "Buhmänner der Nation" sein. Sie setzen auf Information und bieten ein Diskussionsforum an.

Wenn von Montag bis Freitag, 20. bis 24. Januar, die 59. Maifelder Landwirtschaftswoche im Forum in Polch stattfindet, steht nicht nur die Fort- und Weiterbildung des Berufsstandes im Mittelpunkt. "Wir sind im Moment die Buhmänner der Nation", fasst es Henning Carstensen, Vorsitzender des Vereins Landwirtschaftlicher Fachbildung, in einem Satz zusammen. Der Verein ist zusammen mit dem Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Westerwald-Osteifel Ausrichter der traditionellen Veranstaltung, die, so Dr. Johannes Noll vom DLR, auch für alle Interessierten offen steht.

Die Landwirte fühlen sich zu Unrecht an den Pranger gestellt, wenn es um Insektensterben, Pestizideinsatz und Nitratbelastung des Wassers geht. "Wir haben uns an die Vorgaben der Politik gehalten und jetzt sollen wir alles Schuld sein", ist ihre Kritik an der Politik nicht zu überhören. "Ich habe noch keine Planungssicherheit, wenn es beispielsweise um die Behandlung von Kartoffeln mit Keimhemmern geht", führt Gregor Adams an, auf dessen Hof das Programm der Landwirtschaftswoche vorgestellt wurde. Zusammen mit seinem Bruder bewirtschaftet er 160 Hektar. Davon werden auf 100 Hektar Kartoffeln, Möhren, Zwiebeln und Spargel angebaut. Erzeugnisse, die selbst vermarktet werden. "Die nächste Generation rückt schon nach. Wir sind verdonnert den Betrieb zukunftsfähig aufzustellen", so Adams.

Schwerpunkte der 59. Maifelder Landwirtschaftswoche sind ab jeweils 13.30 Uhr, die Politik, die Betriebsorganisation, die Ökologische Landwirtschaft, der Wasserschutz und die Weiterbildung im Pflanzenschutz. Hier gehe es auch darum über den Tellerrand der konventionellen Landwirtschaft zu blicken und andere Produktionsformen kennenzulernen. Das Programm gibt es unter: www.dlr-westerwald-osteifel.rlp.de.

Foto: Pauly

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.