Fallen die Burgfestspiele der Corona-Pandemie zum Opfer?

Mayen. Für die aktuelle Spielzeit (7. Juni bis 29. August) wurden bereits 8.400 Tickets verkauft. Aufgrund der Corona-Krise kamen schon die ersten Nachfragen an die Verwaltung, ob die Festspiele - wie geplant – in diesem Jahr stattfinden werden. Das letzte Wort hat der Stadtrat in seiner Sitzung am 1. April, 17 Uhr.

Bundesweit erfolgen bereits über den Juni hinaus Absagen von Veranstaltungen wegen des Corona-Virus, wie zum Beispiel von den Festspielen Schwetzingen. Die Restriktionen werden täglich stärker und die Auswirkungen sind auch in Mayen deutlich zu spüren. 

Bei einer Absage solle, laut Vorlage, das Programm („Die Schöne und das Biest“, „Carmen“, „Pension Schöller“, „Zuckertoni“ und „Kunst“) eins zu eins in die Spielzeit 2021 übertragen werden. Vorausgesetzt, dass das Ensemble 2021 wieder zur Verfügung steht.

Bereits Mitte März wurde eine Risikoanalyse im Falle einer Absage erstellt. Dabei wurde ausschließlich die Kostenseite betrachtet.

Für die Durchführung der Spielzeit sind nach der derzeitigen Planung des Intendanten insgesamt 63 Vertragsabschlüsse erforderlich. 35 Verträge wurden rechtskräftig abgeschlossen, bei zwei fehlte der Rücklauf der Vertragspartner, 26 sind noch in der Schwebe.

Hinzu kommen fünf Verträge städtischer Mitarbeiter in verschiedenen Bereichen.

Insgesamt bestehen derzeit 16 rechtkräftige Bühnendienst-/Arbeitsverträge, die verschiedene Regelungen enthalten: Demnach besteht bei Absage durch höhere Gewalt ein Vergütungsanspruch oder dieser entfällt, wenn Leistungen zum Zeitpunkt dieses Ereignisses noch nicht erbracht wurden.

Das Land (Kultursommer RP) hat in einem Telefonat mit OB Treis signalisiert, dass bei Nachweis der Kosten auch der Landeszuschuss (20.000 Euro) gezahlt wird. 

Bereits ausgegebene Mittel für die Vorarbeiten im Bereich Kostüme und Bühnenbildbau könnten bei Übertragung des Spielplans nach 2021 dort eingespart werden. Auch müssten Prospekte und Anzeigen lediglich aktualisiert werden. Der Kartenvorverkauf müsste rückabgewickelt werden. 

Die großen Proben sollten am 27. April beginnen, eine Corona-Erkrankung im Ensemble könnte die gesamte Spielzeit infrage stellen. Daher ist sofortiges Handeln unbedingt angesagt. 

Der Stadtrat wird morgen im Einzelnen darüber entscheiden, ob die Burgfestspiele 2020 aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt, die Stücke übernommen und die Haushaltsansätze nach 2021 übertragen werden sowie über Mehrkosten einer Mikroportanlage.

Bericht folgt.

 

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