Trauer um Pavel Fieber

Mayen. Pavel Fieber, von 2004 bis 2007 Intendant der Mayener Burgfestspiele, ist am Montag, 6. Juli, im Alter von 79 Jahren gestorben.

Pavel Fieber wurde 1941 im heutigen Tschechien geboren. Seine Mutter, Spross des berühmten Hollaender-Clans war eine gefeierte Tänzerin, sein Vater Konzertmeister in Prag. Als Kleinkind wird Fieber Opfer des NS-Terrors. Er, seine Mutter und sein Bruder wurden in einem Zwangsarbeiterlager in  Polen interniert. Nach dem Krieg wuchs er in Bayern und in Wien auf und begann ein Studium der Psychologie, bevor er am Max-Reinhard-Seminar in Wien Schauspiel, Regie und Musical studierte.

Seine Kunst ist auch immer stark politisch geprägt. Er inszenierte mehrere Erst- und Uraufführungen von Pavel Kohout und Václav Havel. 1970 wurde er in der Tschechoslowakei zur Persona non grata erklärt und erhielt für einige Jahre keine Einreisegenehmigung mehr. Von 1969 bis 1972 leitet er die Opernschule am Peter-Cornelius-Konservatorium der Stadt Mainz und gründete das Theater an der Mainzer Universität. Von 1972 bis 1974 war er Oberspielleiter am Theater Oberhausen, von dort aus wechselte er an das Stadttheater Ingolstadt. Von 1978 bis 1985 arbeitete er als freier Schauspieler und Regisseur unter anderem am Theater Wuppertal, am Theater Bonn, am Schauspielhaus Düsseldorf, am Theater des Westens in Berlin, an der Staatsoper Hamburg, am Staatstheater Karlsruhe, am Staatstheater Darmstadt und am Staatstheater Stuttgart. Von 1985 bis 1991 war Fieber Intendant am Theater Ulm und von 1991 bis 1997 Intendant am Pfalztheater Kaiserslautern. 1997 wechselte er als Generalintendant an das Badische Staatstheater Karlsruhe, wo er bis 2002 amtierte. Von 2000 bis 2003 übernahm er zudem die künstlerische Leitung der Luisenburg-Festspiele in Wunsiedel.

2004 übernahm Fieber für drei Jahre die Intendanz der Burgfestspiele Mayen. Während seiner Amtszeit brachte er das bis dahin nicht gespielte Genre "Musical" auf die Bühne der Genovevaburg. Unvergessen sein Tevje in "Anatevka". Für den Herbst dieses Jahres war ein gemeinsamer Auftritt mit seinen Mayener Nachfolgern Daniel Ris und Peter Nüesch geplant.

Foto: Burgfestspiele Mayen

www.burgfestspiele-mayen.de

 

 

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