Wieder mehr Arbeitslose

Mayen. Im Landkreis Mayen-Koblenz nahm die Arbeitslosigkeit in den vergangenen vier Wo-chen um 269 auf nun 3.888 zu. Vor einem Jahr wurde 116 mehr Arbeitslose gezählt. Die Arbeitslosenquote liegt bei 3,3 Prozent und damit um 0,2 Punkte über dem Wert des Vormonats, aber um 0,1 Punkte unter dem des Vorjahres.

Grundsätzlich sei ein sommerlicher Anstieg nicht ungewöhnlich, betont Agenturleiter Frank Schmidt. Das liege in erster Linie an den vielen jungen Leuten, die vor den Sommerferien ihre Ausbildung beendet haben, aber erst in einigen Wochen eine neue Beschäftigung aufnehmen oder ein Studium beginnen. „Allerdings müssen wir zunehmend im Auge behalten, dass sich die angespannte Weltwirtschaftslage früher oder später auch auf unsere Region auswirken kann.“

In welchem Ausmaß dies geschehe, lasse sich aber frühestens im September oder Oktober ermessen, denn in diesen Monaten sinke die Arbeitslosigkeit üblicherweise deutlich ab. „Allerdings rechnen wir in naher Zukunft nicht mit einer dramatischen Wende am Arbeitsmarkt. Nach wie vor sind Fachkräfte gefragt und die Region präsentiert sich mit ihrer niedrigen Arbeitslosenquote sehr stabil und ist dafür gerüstet, auch etwas schwierigere Zeiten gut zu überstehen.“

Das Sozialgesetzbuch (SGB) befasst sich in zwei Büchern mit Arbeitslosigkeit: Das SGB III regelt die Arbeitslosenversicherung, das SGB II befasst sich mit der Grundsicherung (Hartz IV).  Im Landkreis sind 2.003 Menschen nach SGB III arbeitslos gemeldet – 188 mehr als im Juni und 48 mehr als im Vorjahr.

 Im MYK-Kreis sind 1.885 arbeitslose Frauen und Männer auf die Unterstützung des Jobcenters angewiesen, 81 mehr als im Juni und 164 weniger als vor einem Jahr.

Nach wie vor verzeichnet die Arbeitsagentur in der Region viele Stellenangebote. 423 wurden dem Arbeitgeberservice im Juli aus dem Landkreis gemeldet. Damit liegen der Agentur zurzeit 2.590 aus dem Landkreis vor.

Auf dem Ausbildungsmarkt gibt es ebenfalls noch viel Spielraum.

Im Landkreis gelten von den ursprünglich 1.113 Bewerbern noch 316 als unversorgt gelten. Von 1.286 gemeldeten Ausbildungsstellen sind noch 485 offen. Damit kommen derzeit rechnerisch rund 1,5 Stellen auf einen Bewerber.

Gerade für junge Leute eröffnen sich damit noch immer viele Chancen, betont Frank Schmidt. „Selbst jetzt gibt es noch in fast allen Berufsfeldern eine große Auswahl an Lehrstellen. Und wir vermitteln auch noch nach dem offiziellen Starttermin Anfang September – und zwar so lange, wie der Stoff der Berufsschule aufholbar ist.“ Allerdings werde es nun für alle, die die Schule verlassen und bislang noch gar keine Vorstellung haben, wie´s weitergehen soll, höchste Zeit, sich bei der Berufsberatung zu melden.

Foto: Archiv

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