"Im Reich des Apollofalters"

Gondorf. Der Mosel-Apollo gehört zur unteren Mosel, aber wie lange noch, denn die Lebensräume des Falters sind bedroht.

Wer ein Wappentier für die untere Mosel sucht, der kommt am Apollofalter nicht vorbei. Der Mosel-Apollo gehört zu den nach Süden ausgerichteten Weinbergsterrassen an der Untermosel und rund um Cochem. Die Bestände sind in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen, berichtete der Schmetterlingsexperte Daniel Müller bei der Vorstellung der Broschüre "Im Reich des Apollofalters – Die drei Leuchtpunkte im unteren Moseltal" im Festsaal des Schlosses von der Leyen in Gondorf. Weshalb der Mosel-Apollo vom Aussterben bedroht ist, sei, so Müller, nicht hundertprozentig auszumachen. "Wir wissen es nicht. Vielleicht ist es die Verbuschung nach Nutzungsaufgabe der Weinberge, vielleicht ist es der Eintrag von Luftstickstoff, die Trockenheit und der Klimawandel", zählte der Experte auf. Klar sei aber, dass eine Steigerung der Lebensraumqualität wahrscheinlich positive Folgen haben könnte. Dazu gehörten gehölzfreie Felsnasen und Trockenmauern sowie blütenreiche Säume.

Eine Bestandsaufnahme, die ein Plädoyer für die Biodiversität an der unteren Mosel ist. Deshalb wurde auch das Projekt "Leuchtpunkte der Artenvielfalt" initiiert, das es mittlerweile 17-mal an der Mosel gibt. An der unteren Mosel sind das die Lehmener Würzlay, der Koberner Schlossberg und die Winninger Weinbergterrassen. Die Interessengemeinschaft der Naturerlebnisbegleiter, die als Pate der Leuchtpunkte fungiert, aus Lehmen, Kobern-Gondorf und Winningen will mit der jetzt aufgelegten Broschüre das Interesse für die teils Jahrtausende alte Kulturlandschaft und deren biologische Vielfalt wachhalten. Vieles sei vermeintlich selbstverständlich, vieles aber auch unbekannt, obwohl direkt vor der eigenen Haustür, erklärte Dieter Möhring von den Lehmer Razejunge die Motivation die Leuchtpunkte in Schrift und Bild festzuhalten und bekannt zu machen. Die Broschüre, die von Sponsoren finanziert wurde, bietet informative Texte und detailreiche Fotos von der Pflanzen- und Tierwelt. Sie sollen den Betrachter neugierig machen, damit er selbst Lust bekommt die einzigartige Natur zu erleben und zu entdecken.

Fotos: Pauly

www.lehmer-razejunge.de

 

 

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