Netzwerken und unterstützen

Löf. Wer über die Zukunft von "Kultur auf dem Land" philosophiert, muss im Moment mit reichlich Optimismus gesegnet sein.

"Kunst kommt von Können. Käme es von Wollen, so hieße es Wulst", ist ein berühmtes Zitat. In Zeiten von Corona wäre "Können" schön, denn im Moment scheitert vieles rund um die Kultur genau daran. Deshalb sind viele Kulturschaffende zurzeit eher frustriert als freudig und erwartungsvoll, denn trotz aller Lockerungen bleibt die Ungewissheit, wann wieder die "Normalität" Einzug hält.

"Kultur auf dem Land"

Hans Peter Röhrig ist ein Mann, der in seinem Einsatz für die "Kultur auf dem Land" unermüdlich ist. Mit der Etablierung eines jährlichen Kultur-Stammtischs versucht er zu netzwerken und zu unterstützen. Aufgrund der Corona-Pandemie ist das für Kulturschaffende, Veranstalter und Vereine wichtiger denn je. Gerade vor diesem Hintergrund sei es umso wichtiger, solche Begegnungen zu schaffen, betonte Hans-Peter Schössler, der den Kultur-Stammtisch wiederholt moderierte und als Kind der Region und Kenner der Szene viele Impulse setzte. Die Gefühlslage der Kultur-Familie ist, wen wundert es, nicht die Beste. "Wir haben Angst, dass der Verein zerbricht", brachte es Rudi Zenz, Vorsitzender des MGV »Cäcilia« auf den Punkt. Gerade für die älteren Mitglieder, die mehr als fünf Jahrzehnte im Verein singen, könne eine Zeit ohne Proben und Auftritte eine Zäsur sein. "Keiner weiß, wie es weitergehen soll", formuliert nicht nur Zenz das schleichende Gift der Ungewissheit.

Mit Kreativität aus der Corona-Falle

Andere versuchen der Corona-Falle mit Kreativität zu begegnen. Vom Filmfest im Autokino in Simmern mit 39 Filmen und 21 Konzerten an 29 Tagen (www.filmfest-simmern.de) über das Angebot der Musikschmiede Kail (www.musikschmiede-kail.de) oder dem Comedy- und Kleinkunst-Programm auf der "Bühne unterm Sternenzelt" in der WaldVilla Üssbach in Alf (www.villa-uessbach.de) bis hin zum "Sommernachtstheaterchen" der Freilichtbühne am schiefen Turm aus Kaisersesch (www.theater-kaisersesch.de). "Wir hätten in diesem Sommer eigentlich sechs Mal ,In 80 Tagen um die Welt‘ vor insgesamt rund 1.800 Zuschauern aufgeführt. Mit unserem Ersatzangebot ‚Mit Abstand das Beste...‘ können wir nur 180 Zuschauer erreichen. Allerdings waren die Karten bereits nach einem Tag vergriffen", berichtete Maria Oster, Vorsitzende des Kaisersescher Theatervereins, der im elften Jahr seines Bestehens stolze 155 Mitglieder – vom Kind bis zum Senior – zählt. Ihr "Sommernachtstheaterchen" ist auch ein Zeichen: "Wir sind noch da!"

Foto: Pauly

 

 

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