2 Kommentare

Beim Testen im Auto bleiben

Ehrenamtler stehen dreimal wöchentlich bereit

Kreis Vulkaneifel. Das Rote Kreuz bietet in der Vulkaneifel heute, teils sogar an Karsamstag, Corona-Schnelltests an.

Seit rund vier Wochen betreuen Rotes Kreuz und DLRG im Kreis Vulkaneifel sieben Corona-Teststationen. Auch am heutigen Karfreitag haben die Teststationen geöffnet, ebenso am Ostermontag (s. Anhang). In Daun und Gerolstein wird sogar am Karsamstag von 16 bis 19 Uhr getestet. »Wichtig ist es, die Infektionsketten zu unterbrechen. Wenn wir nur einen rausfiltern, haben wir schon was gewonnen«, sagt Tobias Herl, stellvertretender Bereitschaftsleiter des Rotkreuz-Ortsvereins Gerolstein. Seit rund vier Wochen stehen er und zahlreiche weitere Ehrenamtler im Landkreis Vulkaneifel montags, mittwochs und freitags bereit, um den Einwohnern kostenlose Testungen auf das Coronavirus zu ermöglichen. In Daun, Gerolstein, Hillesheim, Jünkerath und Uersfeld testen die Ortvereine des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), in Gillenfeld die ortsansässige DLRG-Gruppe (s. Anhang).

Mehr als 4.000 Schnelltests haben die Ehrenamtler inzwischen abgenommen. Die Anzahl der positiven Ergebnisse konnte man dabei an beiden Händen abzählen. »Wir haben uns gefragt, warum das so ist«, sagt Michael Reinecke, Bereitschaftsleiter des DRK in Daun. Er vermutet als Grund, dass Menschen mit Symp­tomen direkt zum Arzt gehen. Die Dauner Rotkreuzler, die ihre Teststation im Forum Daun aufgebaut haben, registrierten bis Mitte der Woche noch keinen positiven Fall. Der Vorgang ist recht unkompliziert. »Am Eingang steht unsere ‚Torwächterin‘«, erklärt Reinecke. Die Mitarbeiterin achtet auf Symptome, misst die Körpertemperatur mit einem Stirn-Thermometer und nimmt die Daten auf. Anschließend geht es weiter zu einem Raum, an dem den Testkandidaten der Abstrich an der Tür entnommen wird. Etwas unheimlich sehen die Helfer aus, da sie zu ihrem Schutz mit weißem Overall, Kapuze, Handschuhen, Mundschutz und Brille oder Gesichtsschild vermummt sind.

Ein langes Stäbchen wird dann in die Nase eingeführt. Um einen verwertbaren Abstrich zu erlangen, wurden die Ehrenamtler zuvor geschult. Das Stäbchen wird in eine spezielle Flüssigkeit getaucht, aus der dann einige Tropfen auf den Schnelltest geträufelt werden. Auf Klemmbrettern mit den Datenblättern der Getesteten müssen die Schnelltests etwa 15 Minuten wirken. Die Getesteten warten so lange in einem Raum auf ihr Ergebnis. »Die Bescheinigung über das Ergebnis gibt es nur gegen Vorlage des Ausweises«, erklärt Reinecke. Bei einem positiven Schnelltest ist ein PCR-Test Pflicht. Die Probe dafür können die Helfer direkt vor Ort entnehmen. Das spart den Betroffenen einen weiteren Weg zum Arzt. Ans Gesundheitsamt gemeldet werden müssen positive Ergebnisse aber so oder so. Gültig ist ein Test 24 Stunden.

Beim DRK am Gerolsteiner Fuchsbau läuft das Verfahren genauso ab. Allerdings können die Testkandidaten die gesamte Zeit in ihren Autos bleiben, wenn sie wollen, denn die Teststation ist als Drive-In konzipiert. Zwischen 50 und 130 Menschen kommen dann jeweils. Jedem Bürger steht wöchentlich ein kostenloser Schnelltest zu. »Am meisten los ist freitags«, sagt Mario Friedrich, Bereitschaftsleiter des Gerolsteiner DRK. Die Gründe dafür, das Angebot wahrzunehmen, sind indviduell Viele planen für das Wochenende Verwandtenbesuche und wollen sicher gehen, niemanden anzustecken, so die Erfahrung der Gerolsteiner Rotkreuzler.

Mobil unterwegs sind die Tester ebenfalls. Einige Firmen haben diesen Service bereits angefragt. »In der nächsten Woche sind wir Mittwoch und Donnerstag am St.-Matthias-Gymnasiusm in Gerolstein. Da testen wir 600 Schüler«, berichtet Friedrich: »Auch die Realschule plus mit rund 400 Schülern müssen wir noch irgendwie unterkriegen.« Nach den Osterferien startet an den Schulen in Rheinland-Pfalz eine neue Teststrategie. Um den Unterricht aufrecht zu erhalten, soll jeder Schüler einmal wöchentlich einen Selbsttest absolvieren.
Die Ehrenamtler des Roten Kreuzes beteiligen sich auch gerne, weil das Rotkreuz-Vereinsleben zum großen Teil brachliegt. Auch die Einsatzzahlen sind massiv zurückgegangen, wie Mario Friedrich berichtet: »2020 ist für uns komplett ins Wasser gefallen.« Reinecke schätzt, dass 2020 die Sanitätsdienste beispielsweise bei Sportveranstaltungen um rund 75 Prozent zurückgegangen sind. Auch die Weihnachtsfeier fiel aus. »Die meisten sind froh, einen Anlass zu haben, nochmal Leuten zu begegnen«, sagt der Friedrich.

Teststationen

  • Daun: Forum Daun (Unterer Nebeneingang), Leopold­straße 5
  • Gerolstein, Fuchsbau (Richtung Büschkapelle)
  • Hillesheim, Handwerker­straße (Nähe Polster Moritz)
  • Uersfeld, Bürgersaal, Schul­straße
  • Gillenfeld: Mehrzweckhalle, Schulstraße 12
  • Jünkerath: Fahrzeughalle DRK, Glaadter Straße
  • Termine: montags (nur noch bis 5.4.), mittwochs und freitags, je 16 bis 19 Uhr

Artikel kommentieren

Kommentar von Redaktion Wochenspiegel
Danke für den Hinweis. Die Formulierung wurde jetzt präzisiert.
Kommentar von Jasmin Wagner
Richtig ist, dass auch Fußgänger im Gerolstein am Fuchsbau getestet werden. Man muss nicht im PKW vorfahren, dass hat auch ihr Reporter live miterlebt.