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Das Bäckerhandwerk: Alles andere als verstaubt

Karriereschub 2018: Teil drei

Kreis Vulkaneifel. »Unser tägliches Brot gib uns heute« heißt es buchstäblich in den vielen Bäckereien der Region. Ein kreativer Beruf erwartet die Auszubildenden.

Wenn Innungs-Obermeister Raimund Licht von seinem Beruf erzählt, ist ihm die Begeisterung anzumerken: »Natürlich haben wir mit Mehl zu tun, es staubt also ein wenig. Aber unser Handwerk ist alles andere als ‚verstaubt‘!« Seine mittelständische Bäckerei in Lieser an der Mosel liefert ein Stück Lebensqualität – wie alle Kollegen seines Metiers. »Wir haben in der Region sehr unterschiedliche Betriebsgrößen, von der kleinen Familienbäckerei mit zwei Leuten bis hin zu großen mit mehreren Filialen und Teams von mehreren Dutzend Beschäftigten.« Wer eine handwerkliche Bäckerausbildung oder eine zur Fachkraft im Verkauf absolviert, hat es also in der Regel mit Ausbildern zu tun, die sich intensiv um die persönliche Förderung des Azubis und um ein gutes, ungezwungenes Betriebsklima bemühen.

Besonders vom Fachkräftemangel betroffen

»Dennoch ist das Bäckerhandwerk besonders vom Fachkräftemangel betroffen«, bedauert Licht. »Das liegt zum großen Teil an den ungewöhnlichen, frühmorgendlichen Arbeitszeiten.« Doch die sind längst nicht mehr überall ein Muss. »Es ist nicht verallgemeinerbar, denn etliche Bäckereien haben sich zeitlich umgestellt und arbeiten in Tagschichten vor.« Aber auch die herkömmlichen Nachtschichten haben nach seiner Erfahrung Vorteile… zumindest für alle, die keine passionierten Partygänger sind. »Man hat tagsüber viel Freiraum und kann den Tag auf eine Weise gestalten, von der andere Berufe nur träumen.« Licht hat keine Mühen, noch weitere Vorteile aufzuzählen. »Vor allem ist es ein sehr sinnliches und sehr kreatives Handwerk, da kommt garantiert keine Langeweile auf!« Denn neben den individuellen Backwaren-Spezialitäten, die jede Bäckerei ganzjährig im Sortiment hat, gibt es saisonale oder festtagsbedingte Abwechslung. »Außerdem kann man eigene Rezepte kreieren, da ist der Fantasie fast keine Grenze gesetzt.« Auch sei man stets am Puls der Zeit und könne sich auf neue Trends wie etwa das wachsende Gesundheits- und Qualitätsbewusstsein der Verbraucher einstellen. »Unsere Azubis lernen also die volle Palette eines Handwerks, das niemals austauschbar für die Menschen sein wird.«

Trendsetter für die Ernährung

Hinzu komme die zunehmende Bedeutung von Bäckereien als Versorger für Pausensnacks und Convenience für alle, die tagsüber schnell und unkompliziert etwas Leckeres essen wollen… vor allem, wenn noch eine Café-Ecke zur Bäckerei gehört. »Da ist also für die Zukunftssicherheit des Jobs bestens gesorgt«, ist der Obermeister überzeugt. »Und angesichts des Bedarfs an Fachkräften ist auch von weiter steigenden Löhnen auszugehen.«
Die Karriere im Bäckerwesen kann vom Gesellen bis zur beruflichen Selbstständigkeit als Bäckermeister mit eigenem Laden gehen. Abiturienten dürfen mit Ausbildungsverkürzungen rechnen. Und darüber hinaus? »Klar, es braucht handwerkliches Geschick und ein Gespür für die Zutaten, für den Teig… und da Bäckereien längst moderne Betriebe sind, ist auch ein Faible für Lebensmitteltechnik nicht verkehrt«, macht Raimund Licht Mut. Hightech hat vielfach ins Bäckerhandwerk Einzug gehalten. »Der beste Einstieg ist ein Schnupperpraktikum. Und da kein Betrieb wie der andere ist, lohnt es sich, auch mehrere Bäckereien auszuprobieren.« (ako)

Informationen zur Ausbildung im Bäckerhandwerk gibt's hier.

Infos zur Innung: www.baecker-innung-rhein-mosel-eifel.de

 

 

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Hetzerath im ganz großen Stil

Hetzerath. „Das hat was Städtisches“, mit diesem Satz fassten Besucher der 950-Jahrfeier Hetzeraths am Wochenende ihren Eindruck zusammen. Für eine 2100-Einwohner-Gemeinde gilt das als höchstes Lob. Zwei Tage lang hat Hetzerath tatsächlich Enormes auf die Beine gestellt und Volksfestatmosphäre geschaffen. Feuer und Famme für Hetzerath  „Feuer und Flamme für unser Dorf“ hatten die Organisatoren als Motto auserkoren. Sie versprachen nicht zu viel. Echte Begeisterung kam bei den Aktiven auf der Bühne rüber und die enge Verbundenheit mit dem Dorf zeigte sich in der Menge und dem echten Interesse der Besucher, die am Samstagabend zur Eröffnung der zweitägigen Jubiläumsfeier das Bürgerhaus und am Sonntag die Straßen füllten. Dem Motto entsprechend zogen sich die Themen Feuer und Licht konsequent durch das Showprogramm zum Start ins Jubiläumswochenende. Die lokalen Akteure wie der Musikverein, der Mandolinenverein, die Garde, der Chor Klangart, ein Percussion-Quintett und der Gospelchor demonstrierten, moderiert von Walter Feltes, wie vielfältig das Mitmach-Angebot in der wachsenden Ortsgemeinde ist. Ein Zeichen für Vielfalt setzten auch die Gäste aus Uganda, die sich zum Schluss des dreistündigen Bühnenprogramms beim Gospelchor „Crossover“ einreihten, das Publikum mit ihrem Schwung von den Sitzen rissen und es nach draußen führten. In nächtlicher Kulisse wirbelte dort ein Artist mit Feuerjonglage atmosphärische Flammenbilder in die schwarze Nacht. Danach wurde es andächtig still zum Zapfenstreich bis um Mitternacht. Zapfenstreich? Noch lange nicht im Sinne von Sperrstunde. Mit Postkutsche und Römerexpress durchs Dorf Am Sonntagmorgen hatten die letzten Partygäste das Bürgerhaus erst vor wenigen Stunden verlassen, als die Ersten ihre Stände aufbauten. Vereine und Gewerbetreibende schufen entlang der Hauptstraße und am Engelshof Anlaufstellen, die das Publikum neugierig machten und einluden. Das von Häusern schützend  eingefasste Rondell „Goldenes Eck“ erwies sich über den Tag als idealer Platz für den Kunsthandwerkermarkt. Die behagliche Atmosphäre machte Lust, sich an den Ständen mit den Kreativen in einen Plausch einzulassen, sich selbst im Schriftsetzen zu versuchen, dem Bienenvolk eines Hetzerather Imkers unter seinen Erläuterungen zuzusehen oder der swingenden Liveband um Werner Knopp hinter dem Gartenzaun zuzuhören. An den Ständen beteiligte sich auch die Delegation aus Uganda. Mitarbeiter des Hetzerather Partnerprojektes Sharing Youth Centre in Kampala hatten Textilarbeiten mitgebracht und boten im Café der Kulturen Speisen an.  Wer das Dorf erkunden wollte, konnte dafür in die Postkutsche oder den Trierer Römerexpress zusteigen und fuhr an Oldtimern und Musikbands vorbei bis zum Engelshof, wo er sich ein Joghurteis aus der Privat-Molkerei gönnte und Kinder das legendäre Riesenkaninchen Willi, Küken und Wildschweine bestaunten. So weit dann doch so dörflich, aber eben auch so schön. Mit professionellem Management der vielen Beteiligten, denen Hand in Hand ein reibungsloser Ablauf gelungen ist, mit Ideenreichtum und Mut zum Großen, hat Hetzerath gezeigt, was geht. Und dabei auch noch die Verbindung von Tradition und Aufbruch geschafft. Text/ Fotos: Sybille Schönhofen„Das hat was Städtisches“, mit diesem Satz fassten Besucher der 950-Jahrfeier Hetzeraths am Wochenende ihren Eindruck zusammen. Für eine 2100-Einwohner-Gemeinde gilt das als höchstes Lob. Zwei Tage lang hat Hetzerath tatsächlich Enormes auf die Beine…

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