Nachwuchssorgen werden größer

Kreis Vulkaneifel. Die Agentur für Arbeit Trier und Wirtschaftskammern ziehen Jahresbilanz des regionalen Ausbildungsmarktes.

Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen in der Region Trier steigt von Jahr zu Jahr. Anlässlich der diesjährigen Ausbildungsmarktbilanz spricht die Agentur für Arbeit Trier bei 4.639 gemeldeten Ausbildungsstellen von einem Rekordwert: »Die Ausbildungsbereitschaft der regionalen Wirtschaft ist vermutlich so hoch wie nie zuvor. Es wird jedoch immer schwieriger diese Lehrstellen zu besetzten. Die Nachwuchssorgen werden immer größer«, so Heribert Wilhelmi, vorsitzender Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Trier. Denn neben der Zahl der insgesamt für ein Ausbildungsjahr zur Verfügung gestellten Stellen, steigt auch die Zahl der unbesetzten Lehrstellen, von 2018 auf 2019 um fast elf Prozent. 735 Ausbildungsstellen in der Region Trier waren Ende September noch nicht vergeben.

Zahl der Bewerber sinkt seit Jahren

Auf der anderen Seite sinkt seit einigen Jahren die Zahl der ausbildungsinteressierten Jugendlichen. Für den Ausbildungsbeginn in diesem Sommer meldeten sich bei der Agentur für Arbeit Trier insgesamt 2.986 Bewerber. Damit fiel erstmals seit zehn Jahren (für den Zeitraum davor sind keine vergleichbaren Statistikzahlen abrufbar) die Zahl der registrierten Bewerber unter die Marke von 3.000 Personen. »Die Schere auf dem Ausbildungsmarkt klafft immer weiter auseinander,« so Wilhelmi. »Fachkräfteengpässe einerseits, demografischer Wandel sowie erhöhte Schul- und Studienneigung anderseits sind Gründe dafür.«

576 gemeldete Ausbildungsstellen im Vulkaneifelkreis

Im Vulkaneifelkreis waren für den Ausbildungsbeginn im Sommer 2019 576 Ausbildungsstellen gemeldet, teilte die Agentur für Arbeit auf Anfrage des WochenSpiegel mit. Dies entspreche dem Niveau des Vorjahres. 85 Ausbildungsstellen, 25 mehr als im Vorjahr, seien allerdings nicht besetzt worden. Betrieben falle es zunehmend schwerer, Jugendliche für eine Ausbildung zu begeistern, so die Agentur für Arbeit Trier zu den Gründen für diese Entwicklung. Hinzu kämen die Diskrepanz zwischen Berufswünschen und angebotenen Ausbildungsberufen, der demografische Wandel, die Tendenz zum längeren Schulbesuch und in der Vulkaneifel vor allem auch die fehlende Mobilität. So würden junge Menschen den möglichen Arbeitsbetrieb schlichtweg nicht erreichen, da es keine passende Busverbindung gebe oder die potentiellen Auszubildenden keinen Führerschein/kein Auto besäßen.

Neue Berufsberatung seit diesem Schuljahr

Die Agentur für Arbeit reagierte auf die wachsenden Herausforderungen des Ausbildungsmarktes mit einem neuen Konzept der Berufsberatung: »Durch den demografischen Wandel und die Digitalisierung unterliegt der Arbeits- und Ausbildungsmarkt ständigen Veränderungsprozessen,« so Stefanie Adam, operative Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Trier. »Mit unserem neuen Konzept der Lebensbegleitenden Berufsberatung sind wir sehr viel früher und häufiger als bisher in den Schulen unterwegs und beraten die Schüler. Ziel ist es, die jungen Leute fit zu machen, damit sie in die Lage versetzt werden, ihr ganzes Erwerbsleben gut zu meistern – angefangen natürlich bei der Entscheidung für eine Ausbildung oder ein Studium. Dabei darf uns auf dem Weg ins Erwerbsleben kein Jugendlicher verloren gehen.« 377 junge Menschen aus der Vulkaneifel nutzen dieses Beratungsangebot im vergangenen Beratungsjahr 2018/19. Von diesen 377 Bewerbern hatten bis Ende September 23 noch keinen Ausbildungsplatz gefunden.

 

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