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Fotograf Norbert Rosing zeigt die Welt in ihrer Schönheit

Multivisionsschau am 4. November / Preview zu den Fototagen

Daun. Norbert Rosing wurde weltberühmt durch seine Fotos von Eisbären. Doch mittlerweile ist die Wildnis in Deutschland sein Lieblingsmotiv – wie etwa Felsformationen der Eifel.

Er erlebte hautnah, wie sich die Spitzbergen-Gletscher oder das Grönlandeis zurückziehen »wie verrückt«. Er erlebte, wie Trophäenjäger und Plastikmüll für Eisbären eine fast noch unmittelbarere Bedrohung sind als der Klimawandel. Und doch: »Ich bin skeptisch gegenüber einer durchgängig negativen Betrachtungsweise«, sagt Norbert Rosing: »Für mich sind meine Aufnahmen auch eine Möglichkeit, die Natur zu schützen, indem ich zeige, was intakt und schön ist. Ich bin überzeugt, davon lassen sich Menschen auf Dauer eher berühren und ermutigen als von dogmatischen Warnungen.« Seine Bilder zu betrachten ist eine Art heilsamer Meditation. Das Fotografieren offenkundig auch.  »Für einen Baum brauche ich manchmal eine Stunde, für einen halben Kilometer Bachlauf einen halben Tag«, schildert er die Behutsamkeit und die Intensität des Suchens und Sehens, mit der er sich in der Natur bewegt.

Ausgefeilte Technik

Mit ein Grund ist die ausgefeilte Technik samt zwei verschiedenen Kameras, Objektiven und Stativen, die er immer mit dabei hat. Er fotografiert sowohl in Farbe als auch – seit rund drei Jahren vornehmlich – in Schwarzweiß. »Damit kann man ganz andere Strukturen herausarbeiten, die Welt stellt sich anders dar.« Felsen und Bäume werden zu fast abstrakten, rhythmischen Bildkompositionen.
Seine Fotografien lassen vergessen, dass es ringsum eine Welt voller Menschen gibt. Das schafft Norbert Rosing auch in deutschen Landschaften wie der Sächsischen Schweiz, der Südeifel oder dem Ourtal, welches sein neues Projekt für das kommende Jahr ist. Auf die Eifel brachte ihn der Kontakt zu Hans und Sven Nieder, selbst Fotografen und Gründer der Dauner Fototage: »Uns verbindet eine gemeinsame Leidenschaft.«
Der viel gereiste Rosing, der unter anderem für National Geographic arbeitet, Mitglied der renommierten Leica Masterclass ist und dessen Motive Briefmarken der Deutschen Post zieren, ist fasziniert von dieser vielen noch unbekannten Landschaft. Um vor allzu großer touristischer Aufmerksamkeit zu bewahren, was er fotografiert, verrät Rosing nie die genauen Standorte.
Auf seine Fotoexkursionen, die in den letzten Jahren aus ökologischen Gründen ohne Flugreisen auskommen, bereitet er sich mit Hilfe von klassischen Reiseführern und Wanderkarten vor. »Ich lasse mich dadurch inspirieren und entdecke dann vor Ort oft faszinierende Dinge, die mit den verbreiteten Postkartenmotiven gar nichts zu tun haben.«

Reizvolle Perspektiven

Gerade die Jahres- oder Tageszeiten, in denen kaum jemand hinaus will, bieten für ihn die reizvollsten Perspektiven. So intakt und in sich ruhend, wie er die Natur darstellt, so wenig ist es doch vordergründige Schönwetterfotografie. Bei ihm erhalten Tiere und Landschaften eine Würde zurück, die ganz ohne den menschlichen Blick auskommt.
Zugleich sieht Rosing – wie überall auf der Welt – die Folgen der menschlichen Eingriffe. »Wälder abzuholzen, um Windkraft hinzustellen, ist widersinnig und zerstörerisch!«, kritisiert er.
www.rosing.de

Preview am 4. November

Am Sonntag, 4. November, findet um 17 Uhr im Forum Daun ein Preview zu den Dauner Fototagen 2019 statt. Norbert Rosing zeigt die Multivisionsreportage »Nordwärts – Abenteuer im hohen Norden«.

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