Kreishandwerkerschaft: Mayer folgt auf Schlau

Hunsrück/Nahe. „Da fragen wir mal den schlauen Herrn Schlau“, galt seit mehr als 30 Jahren als geflügeltes Wort in den über 1 000 Innungsbetrieben der Kreishandwerkerschaft Rhein-Nahe-Hunsrück. Nun hatte der Hauptgeschäftsführer Gerhard Schlau in der Delegiertenversammlung der Kreishandwerkerschaft im Bürgerhaus Waldböckelheim seinen letzten Auftritt – und übergab das Amt an seinen Nachfolger Patrick Mayer.

Ehren-Kreishandwerksmeister Jürgen Günster war schon vor 36 Jahren von Gerhard Schlau überzeugt. Auch der jetzige Kreishandwerksmeister Peter Mumbauer profitierte von seinem phänomenalen Namensgedächtnis. Die beiden sind sich einig: „Herr Schlau ist ein lebendiges Lexikon“. Neben dem Tagesgeschäft wickelte Schlau auch richtungsweisende Umstrukturierungen ab.

Unter seiner Geschäftsführung fusionierten 2008 die beiden Kreishandwerkerschaften in Simmern und Bad Kreuznach. 2015 übernahm die Kreishandwerkerschaft Rhein-Nahe-Hunsrück auch die Geschäftsführung für die Innungsbetriebe im Landkreis Birkenfeld. Von einem guten Miteinander zeugten im Verlauf der 36 Dienstjahre auch viele Fusionen einzelner Innungen in den Landkreisen Bad Kreuznach, Rhein-Hunsrück und Birkenfeld.

Die tolle Zusammenarbeit bei verschiedenen Projekten wurde ebenfalls vom Kreishandwerksmeister Alfred Wenz gelobt. Ausbildungsmessen, Azubi-Tage oder auch  Benefizaktionen wie der Brotpfenniglauf wurden mit Herrn Schlau´s Engagement erfolgreich veranstaltet.

Patrick Mayer übernimmt den Posten von Gerhard Schlau

Der neue Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft heißt Patrick Mayer und kommt aus dem Hunsrück. Er sprach den Delegierten seinen Dank für die Ernennung aus und ließ seine Freude anmerken, die Zukunft des Handwerks in den drei Landkreisen in denen er heimisch ist, aktiv unterstützen zu können.

Auch Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich von der Handwerkskammer Koblenz lobte die gute Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft, die nicht zuletzt beim Umbau und der Sanierung des Berufsbildungszentrums in der Siemensstraße in Bad Kreuznach ihren Ausdruck findet. Die Handwerkskammer Koblenz hat ihre ursprünglich vorgesehenen Umbauarbeiten seit dem Einzug der KHS-Geschäftsstelle in die neuen Büroräume nochmals erheblich ausgeweitet. Im Herbst sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Am 13. und 14. November 2020 wird das neue Haus des Handwerks eröffnet.

Coronavirus hat an Nahe und im Hunsrück Spuren hinterlassen

Das Coronavirus habe auch an der Nahe und im Hunsrück deutliche Spuren hinterlassen, berichtete Kreishandwerksmeister Peter Mumbauer. Die wirtschaftlichen Auswirkungen seien stärker als die der bisher größten Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009. Die einzelnen Branchen seien dabei unterschiedlich schwer getroffen worden. So hätten die Bau- und Ausbauhandwerke unter Vorsichts- und Hygienemaßnahmen weiterarbeiten können, allerdings seien die Auftragsbücher nicht mehr so gefüllt wie vor der Krise. Ganz schlimm habe es andere Bereiche getroffen. So seien etwa die Friseure und der Kraftfahrzeughandel über viele Wochen zum Nichtstun verurteilt gewesen, schilderte Mumbauer die teilweise existenzbedrohende Lage dieser Branchen.

Der Kreishandwerksmeister will auf keinen Fall den Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern abreißen lassen, aus deren Mitte die Handwerker ihren Nachwuchs rekrutieren. Zwar hätten die Ausbildungsbörsen in Bad Kreuznach, Simmern, Kirn und Idar-Oberstein allesamt coronabedingt abgesagt werden müssen, doch über spezielle Nachwuchsbroschüren will die Kreishandwerkerschaft „wieder den Draht zu den Jugendlichen finden, um sie für unsere Handwerke zu begeistern“, hofft Mumbauer.

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.