Wohnhausbrand: 54 Feuerwehrleute bekämpfen die Flammen

Hunsrück/Nahe. Nächtlicher Feuerwehr-Großeinsatz bei einem Gebäudebrand in Waldböckelheim: Die Feuerwehren verhindern durch einen massiven Kräfteeinsatz eine Brandausbreitung im engen Ortskern der Gemeinde. Das Haus wurde stark beschädigt und ist nicht mehr bewohnbar. Die beiden Bewohner blieben unverletzt.

Mit der nächtlichen Stille war es in der Straße „Stiller Winkel“ am Sonntag, 2. Mai, gegen 4.20 Uhr schlagartig vorbei. Anwohner entdeckten einen Hausbrand Brand und setzten sofort einen Notruf ab. Um 4.23 Uhr löste die Leitstelle Bad Kreuznach den Alarm für die Feuerwehren aus Waldböckelheim, Bockenau, die Drehleiter der Feuerwehr Bad Sobernheim sowie die Wehrleitung und die Führungsunterstützung mit dem Stichwort „Brand 3 – Gebäudebrand im Malerwinkel in Waldböckelheim“ aus. Auch der Rettungsdienst und die Polizei sowie der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Werner Hofmann und sein Stellvertreter Holger Schmidt wurden umgehend zur Einsatzstelle entsandt.

Dachstuhl brennt beim Eintreffen der Feuerwehr in voller Ausdehnung

Wehrleiter und Einsatzleiter Christian Vollmer traf wenige Minuten nach der Alarmierung an der Einsatzstelle im eng bebauten Ortskern ein und fand den in voller Ausdehnung brennenden Dachstuhl des Wohnhauses in der Straße „Stiller Winkel“ vor. Die Erkundung und Befragung der Nachbarn ergaben, dass sich noch das ältere Ehepaar im Haus befand, welches umgehend von der Feuerwehr aus dem Gebäude geholt wurde.

Die Hauptgefahr bestand in der Brandausbreitung auf die direkt angebauten Nachbargebäude. Aus diesem Grund ließ Vollmer auch diese Wohnhäuser umgehend räumen. Um eine Brandausbreitung zu verhindern, bildete Christian Vollmer zwei Einsatzabschnitte. Der Einsatzabschnitt 1 wurde dem stellvertretenden Waldböckelheimer Wehrführer Thomas Funck übertragen. Hier setzte die Feuerwehr Waldböckelheim in der Straße „Stiller Winkel“ umgehend ein Rohr zum Nachbarschaftsschutz im Außenangriff und ein Rohr im Innenangriff ein. Über eine Tordurchfahrt wurden kurze Zeit später weitere Rohre vorgenommen. Die Wasserversorgung wurde über Hydranten und das Tanklöschfahrzeug aus Waldböckelheim sichergestellt. Der Einsatzabschnitt 2 unter der Leitung von Wehrleiter-Stellvertreter Rouven Ginz wurde im rückwärtigen Grundstücksbereich gebildet. Von der Straße „Malerwinkel“ aus trug die Feuerwehr Bockenau einen Löschangriff mit einem B-Rohr und einem C-Rohr zum Schutz der benachbarten Gebäude vor. Über die Feuerwehreinsatzzentrale in Rüdesheim wurde der Energieversorger zur Einsatzstelle gerufen, um die Stromversorgung des betroffenen Gebäudes zu trennen.

Millimeterarbeit für die Bad Sobernheimer Drehleiterbesatzung

Eine große Herausforderung stellte die enge Bebauung für die Besatzung der Bad Sobernheimer Drehleiter dar. Da eine effektive Brandbekämpfung von oben notwendig war, beorderte Abschnittsleiter Rouven Ginz die Drehleiter über die Ranzengasse und den Malerwinkel so nah wie möglich an das brennende Gebäude heran. Dazu musste das Hubrettungsfahrzeug rückwärts in den Hinterhof des Grundstücks rangiert werden. Die Mannschaft um Einheitsführer Marco Müller meisterte die Herausforderung perfekt und konnte die Drehleiter in Millimeterarbeit schnell und zielgenau in den Einsatz bringen. Die Wasserversorgung für die Drehleiter wurde durch die Tanklöschfahrzeuge aus Bockenau und Rüdesheim sichergestellt. Über ein Wenderohr zeigte die Brandbekämpfung rasch Wirkung.

Um ausreichend Atemschutzgeräteträger für die umfangreichen Löscharbeiten zur Verfügung zu haben, wurden die Feuerwehren aus Boos, Burgsponheim, Schloßböckelheim und Mandel nachalarmiert. Die Durchführung der Atemschutzlogistik übernahm die Feuerwehr Rüdesheim und transportierte zusätzliches Material aus dem Dienstleistungszentrum für Feuerwehr und Katastrophenschutz zur Einsatzstelle. Zudem wurde ein weiterer Einsatzabschnitt „Bereitstellungsraum“ unter Leitung von Wehrleiter-Stellvertreter Jörn Trautmann gebildet.

Gegen 5.45 Uhr war der Brand weitestgehend gelöscht. Atemschutztrupps räumten den Dachstuhl komplett leer, um alle Glutnester zu erreichen und ablöschen zu können. Die Nachlöscharbeiten zogen sich den kompletten Sonntagvormittag hin. Aufgrund der Bauweise des alten Gebäudes hatten sich die Lehmdecken durch den massiven Löschwassereinsatz mit Wasser vollgesaugt. Einsatzkräfte aus Waldböckelheim stützten die Decken im Obergeschoss des Gebäudes mit Baustützen ab.

Die Brandursache ist nicht bekannt, die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Das Gebäude ist nicht mehr bewohnbar. Der entstandene Sachschaden wurde auf einen niedrigen sechsstelligen Betrag geschätzt.

Bewohner und Nachbarn durch Rettungsdienst und Schnelleinsatzgruppe versorgt

Die Bewohner der benachbarten Häuser wurden ebenso wie das ältere Ehepaar des Brandobjektes vom Rettungsdienst und der Schnelleinsatzgruppe des Landkreises Bad Kreuznach versorgt und betreut. Eine Nachbarin musste im Laufe des Einsatzes vom Rettungsdienst mit Kreislaufproblemen in eine Klinik gefahren werden.

In der Einsatznachbesprechung zeigte sich Einsatzleiter Christian Vollmer mit dem Einsatzverlauf sehr zufrieden. Die Ausbreitung der Flammen in der geschlossenen Ortskernbebauung konnten die Feuerwehren durch den massiven Kräfteeinsatz erfolgreich verhindern und die umliegenden Gebäude schützen. Die Nachbarn dankten den insgesamt 82 Einsatzkräften der Feuerwehren, des Rettungsdienstes und der Schnelleinsatzgruppe des Malteser Hilfsdienstes sowie der Polizei herzlich für ihren schnellen und umsichtigen Einsatz.

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