Traurige Gewissheit: Jonny tot aufgefunden

Polizei bestätigt Identität der Wasserleiche

Odernheim am Glan. Am Montagnachmittag gegen 15 Uhr wurde bei Aufräumarbeiten am Glanufer in der Gemarkung Odernheim ein Leichnam aufgefunden und geborgen. "Die Personenbeschreibung sowie die Gesamtumstände lassen keinen vernünftigen Zweifel daran, dass es sich hierbei um den 13-jährigen Vermissten aus Meisenheim handelt", so die Polizei.

Der Junge wurde seit dem 31. Januar 2021 vermisst (wir berichteten mehrfach). Umfangreiche Suchmaßnahmen und Ermittlungen führten nicht zu seinem Auffinden. Es liegen keine Hinweise auf Fremdverschulden vor. Zur Klärung der Todesursache wurde eine Obduktion bei der Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach angeregt.

Trauer im Bodelschwingh-Zentrum

Entsetzen und Trauer herrschen im Bodelschwingh Zentrum in Meisenheim. Seit Sonntag, 31. Januar, als der große Junge seine Wohngruppe barfuß und ohne Jacke verlassen hatte, haben Mitarbeiter, Polizei, DLRG und Feuerwehr das Kind gesucht. „Wir fühlen mit den Eltern, die auf tragische Weise ihr Kind verloren haben“, so Holger Griebel, Regionalleiter der Stiftung Kreuznacher Diakonie und zuständig für den Bereich Soziale Teilhabe im Bereich Hunsrück Glan. Die Eltern, wie auch die Mitarbeiter und Bewohner der Gruppe in Meisenheim, wo der autistische Junge seit 2015 gelebt hat, werden derzeit psychologisch und seelsorgerisch betreut.

"Jeden Stein umgedreht"

Jonny war an dem  Sonntagabend zwischen Abendessen und der Zeit, sich Bett fertig zu machen, in einem unbeobachteten Moment aus dem Haus gelaufen. Innerhalb weniger Minuten fiel den Betreuern auf, dass der  fast 1,90 Meter große Junge weg ist. Jonny vermisste während des Lockdowns die Schule, die sich auf dem Gelände befindet. So wurde vermutet, dass man ihn dort findet. Oder am Kiosk, der zu diesem Zeitpunkt aber geschlossen war. Doch dort wurde er nicht angetroffen. Direkt wurden Feuerwehr, Polizei und eine Suchhundestaffel eingeschaltet. Auch die Mitarbeitenden aus den anderen Wohngruppen drehten jeden Stein um. In der Stadt Meisenheim und am Ufer der Glan wurde bis weit in die frühen Morgenstunden nach Jonny gesucht. Unterdessen waren Jonnys Eltern im Saarland informiert worden. Man hoffte, dass der Junge aus irdendeinem Versteck wiederauftaucht. Doch mit jedem Tag schwand die Hoffnung das Kind lebend wiederzufinden. Deutliche Minusgrade, Hochwasser und einsetzende Schneefälle vorvergangene Wochen ließen die schlimmsten Befürchtungen fast zur Gewissheit werden.

Vorständin ist sprachlos

Sabine Richter, Theologische Vorständin der Stiftung kreuznacher diakonie, ist sprachlos: „Wir haben alle bis zuletzt gehofft, dass Jonny gefunden würde. Wir sind tief erschüttert über dieses Unglück. Jonny ist tot. Wir trauern mit seinen Eltern, seinen Freunden und Betreuern um ihn.“

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