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Schockanruf bei Seniorin (91): Nachbarin schreitet ein

Geistesgegenwärtig Telefonkabel gekappt

VG Kirn-Land. n einem Zwei-Parteien-Haus einer Gemeinde im Kirner Land hörte eine Nachbarin durch Zufall ein lautes Telefongespräch ihrer 91-jährigen Mitbewohnerin mit. Da die 91-jährige Seniorin wegen eines Gehörschadens immer mit Lautsprecher telefoniert und das Haus relativ hellhörig ist, konnte die Nachbarin Inhalte des Telefonats mithören. Gesprächsinhalte wie "Enkelin" und und "nicht auflegen" machten die Nachbarin stutzig. Die Seniorin fuhr in der Folge mit einem Taxi weg und kehrte kurze Zeit später wieder zurück.

Das Telefonat wurde fortgesetzt. Es wurde über eine Geldübergabe und die Übermittlung von Kontodaten gesprochen. Die Nachbarin beendete daraufhin geistesgegenwärtig das Telefonat, indem sie die Sicherung der Telefonanlage herauszog. Es stellte sich heraus, dass die Seniorin einen sog. Schockanruf der angeblichen Enkelin erhalten hatte und für die Sicherung des Strafverfahrens nach einem Verkehrsunfall Bargeld benötigt wurde. Die Seniorin hatte zwischenzeitlich auf der Bank einen fünf-stelligen Bargeldbetrag abgehoben. Somit konnte die Geldübergabe wohl durch das Einschreiten der Nachbarin verhindert werden. Eine Rückfrage bei der echten Enkelin der Seniorin bestätigte dies. Ein weiterer Schockanruf bei der 91-jährigen Seniorin durch die angebliche Enkelin wurde jäh beendet, als mit einem Anruf bei der Polizei gedroht wurde.

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Kommentar von Volker Strasburger
Sehr geehrte Damen und Herren der kontoführenden Bank, ich habe wichtige Neuigkeiten!
Es gibt ihn wirklich, den Enkeltrick!

Nein, mal im Ernst. Eine alte Dame kommt mit dem Taxi vorgefahren, ist zweifellos in aufgeregter Stimmung und hebt eine fünf(!)stetige Summe ab. Die Frau hat ihr Konto wahrscheinlich schon bei dieser Bank, als man noch in Reichsmark bezahlte. Und wann hob sie zum letzten Mal einen so hohen Betrag ab?
Und niemand kommt auf die Idee, mal ein zwei kleine Fragen zu stellen?
Hätte die Nachbarin nicht so glänzend reagiert wäre das Geld weg, und die Bank wäscht ihre Hände in Unschuld.
Unglaublich!
Den Service an älteren Mitbürgern stelle ich mir jedenfalls anders vor.