Kirn: Corona-Inzidenz bei 511 - Ausganggssperre kommt

Große Ausbrüche in Gebetshaus und bei Großfamilien

Kirn Stadt. Wegen des drastischen Anstiegs an Corona-Infektionen werden im Kreis Bad Kreuznach ab Mittwoch wieder strenge Regeln gelten. Während im Kreis die 7-Tage-Inzidenz über 100 liegt und das auch in den nächsten Tagen so bleiben wird, ist der Wert in der Stadt Kirn auf 511 gestiegen.

Verantwortlich dafür seien Ausbruchsgeschehen in Großfamilien, einer Kita und in einem Gebetshaus der Baptistengemeinde, hieß es auf einer Pressekonferenz im Gesellschaftshaus am Donnerstag. Konsequenz wird eine nächtliche Ausgangssperre sein, ebenso wie die Schließung des Einzelhandels und der Außengastronomie kreisweit. Davon zeigte sich Landrätin Bettina Dickes wenig begeistert, aber sie müsse sich an die Weisungen des Landes halten. Besonders infrage steht, warum von Kirn weit entfernte Lokale oder Betriebe schließen müssen. Auch gibt es wieder Beschränkungen von Treffen von Personengruppen. Während Großfamilien mit der Kreisverwaltung kooperieren, stelle sich die Baptistengemeinde quer und wolle keine Kontaktdaten rausrücken, so die Landrätin.

Drei voneinander unabhängige Ausbruchsgeschehen sind die Ursache

Bei vier im Stadtgebiet Kirn wohnhaften Großfamilien wurden Ausbrüche aufgedeckt. Die Kinder der Familien besuchen verschiedene Schulen und Kitas im Kreis. Sie wurden zum Teil über einen Kinderarzt positiv getestet. Die Versorgung der Familien mit Lebensmitteln wird gewährleistet. Ein weiterer Ausbruch betrifft das Bethaus der Baptistengemeinde in Kirn-Kallenfels. Dort kam es im Januar und Februar zu ersten Coronainfektionen. Zurzeit sind 25 aktive Fälle in diesem Zusammenhang bekannt. Diese verteilen sich auf die Kreise Birkenfeld und Bad Kreuznach, wo auch angrenzende Verbandsgemeinden betroffen sind.

Kita Kirn-Sulzbach betroffen

Das dritte Ausbruchsgeschehen betrifft die Kita Kirn-Sulzbach. Die Kita ist zum ersten Mal betroffen. Es gibt dort drei getrennte Gruppen, in allen sind Coronafälle bestätigt. Die Gruppen wurden nicht durchmischt, auch das Personal ist klar zugeordnet. Obwohl alle Hygienemaßnahmen weitestgehend eingehalten wurden, sind 19 Kinder, 4 Erzieher und 2 Reinigungskräfte positiv getestet. Dabei wurde die britische Mutation nachgewiesen. Am Freitag werden weitere Testungen in der Einrichtung durchgeführt. Aufgrund dieser Fälle entwickeln sich die Fallzahlen dynamisch. Die Anzahl der Kontaktpersonen geht in den vierstelligen Bereich. Die Dominik-Grundschule und die Realschule plus Kyrau bleiben vorerst bis einschließlich Dienstag geschlossen. Viele positive Ergebnisse wurden durch Selbsttestungen in den Schulen aufgedeckt. Dadurch war eine zeitnahe Absonderung möglich.

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