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Die Bindeglieder unseres Körpers

Gesundheitsberatung. Knie, Hüfte und Schulter - Gelenke sind wichtige Bindeglieder unseres Körpers. Doch wenn sie Schaden nehmen, drohen Schmerzen und verminderte Beweglichkeit.

Wir sprachen mit Dr. med Horst Kray, Facharzt für Chirurgie, Unfallchirurgie und Orthopädie am St. Elisabeth Krankenhaus in Mayen, wie man seine Gelenke schützen kann und welche Sportarten sich bei einem künstlichen Gelenk eignen.

Wie kann man seine Gelenke am besten vor Schäden schützen?

Dr.med.Horst Kray: Alle Gelenke des Körpers sind mit Gelenkknorpel überzogen. Zeigt dieses »Profil« oberflächliche oder sogar tiefe Risse, fangen die betroffenen Gelenke an Probleme zu bereiten. Um Schäden des Gelenkknorpels vorzubeugen, ist es wichtig, sich besonders viel zu bewegen, ohne das Gelenk zu stark zu belasten. Übergewicht oder bestimmte Sportarten mit starken Stoßbelastungen, abrupten Starts und Stopps oder plötzlichen Richtungswechseln können zu einem vorzeitigen Gelenkverschleiß beitragen.

Welche Sportarten gelten als gelenkschonend?

Am geeignetsten sind Sportarten mit gleichmäßigen, fließenden Bewegungen und geringem Kraftaufwand wie zum Beispiel Rad fahren, Wandern, Gymnastik, Schwimmen, Golf oder Skilanglauf.

Ist es möglich, auch mit künstlichen Gelenken Sport zu treiben?

Selbstverständlich ist es auch mit einem Kunstgelenk zum Beispiel am Hüft- oder Kniegelenk möglich, Sport zu treiben. Die oben erwähnten Sportarten sind sogar sehr zu empfehlen, um die gelenkumgreifende Muskulatur zu kräftigen und das operierte Gelenk zu stabilisieren.

Wie werden Verletzungen am Kniegelenk in der Regel behandelt?

Das kommt ganz auf die verletzte Struktur des Kniegelenkes an. Das menschliche Knie ist ein sehr kompliziert aufgebautes Gelenk. Je nach Unfallmechanismus kommt es zu Seiten-, Kreuzband- oder Meniskusverletzungen. Seitenbandverletzungen können fast immer konservativ - das heißt ohne OP - behandelt werden. Bei Kreuzbandverletzungen kommt es auf das Patientenalter, den Aktivitätslevel und die Instabilität des Kniegelenks an, ob operiert oder konservativ behandelt wird. Meniskusverletzungen heilen sehr schlecht ohne Operation, sodass sie nahezu immer operativ versorgt werden müssen.

Welchen Stellenwert haben endoskopische Eingriffe?

Die endoskopischen oder besser gesagt arthroskopischen Eingriffe (Gelenkspiegelung) stellen heute das Standardverfahren am Kniegelenk dar. Über sehr kleine Hautschnitte gelingt es nahezu immer, die verletzten Strukturen des Kniegelenkes zu behandeln. Offene Gelenkoperationen, wie sie noch vor wenigen Jahrzehnten üblich waren, stellen eine Rarität dar. Der Vorteil für den Patienten liegt darin, dass durch die kleinen Wunden der postoperative Schmerz deutlich reduziert ist und die Rehabilitation viel schneller voranschreitet als früher. 

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